Der lustige Modellbauer
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Sächsischer Rollwagen in Spur N

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Sächsischer Rollwagen in Spur N - Seite 4 Empty Re: Sächsischer Rollwagen in Spur N

Beitrag von Lupo60 Di 23 Feb 2021, 18:00

Hallo Michael,

zur Flexibilität/Sprödigkeit des Werkstoffs (und noch ein paar mehr Infos zum Material und Druck): Man kann es etwa mit dem Polystyrol von den Plastikbausätzen vergleichen. Die Stäbchen, aus denen diese Stützkonstrukionen bestehen, sind etwa 1 mm im Durchmesser und brechen nach Aushärten bei einem Biegewinkel von rund 45°. Ich denke, das ist einigermaßen praxistauglich. Zumindest konnte ich die jeweils drei Stützen, die die Kolbenstangenschutzrohre hielten, ohne Skandal abknipsen und entfernen.

Im Gegensatz zum Filament des anderen Druckers lässt sich das Harz recht gut schleifen. Und das Material hat im Druck "raumgreifende" Fähigkeiten: Bohrungen werden enger, Außendurchmesser etwas größer. Um wieviel, habe ich noch nicht herausbekommen.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Handling der Teile nach dem Druck: Wenn der Drucker fertig ist, sind die Teile noch von Harz bedeckt, das erstmal abgespült werden muss. Mit Isopropylalkohol, hicks! Am besten in zwei Waschgängen. Ich habe dazu zwei Gurkengläser in Betrieb genommen. Die blanken Teile haben dann eine merkwürdige Konsistenz, irgendwie gummiähnlich. Dann werden die Teile noch in UV-Licht gehärtet, und dann kann man sie wirklich in die Hand nehmen.

Das Harz hat einen schwachen, aber reichlich chemischen Geruch, der auch den fertig gedruckten und ausgehärteten Teilen noch anhaftet, aber dort dann nach kurzer Zeit verflogen ist. Aber das dürfte von Harz zu Harz variieren.

Der Druckvorgang selbst ist recht simpel: Die Druckplatte ist praktisch ein Stempel, der nach unten fährt bis er ins flüssige Harz eintaucht und bei der ersten Schicht er selbst, sonst die letzte gedruckte Schicht mit der gewählten Schichtdicke (bei mir 0,03 mm) über dem Boden des Harzbehälters schwebt. Der Boden ist durchsichtig, unter ihm befindet sich ein Display, das für die gewählte Belichtungszeit ein Bild der gerade aktuellen Druckschicht zeigt. Das belichtete Harz wird fest und klebt dann sowohl am Boden als auch an der Druckplatte bzw am bisherigen Modell. Dann fährt die Druckplatte ein Stückchen hoch - nach einem kurzen Tauziehen löst sich die neue Schicht vom Boden und haftet am Modell, und das Spiel beginnt von vorne. Am Ende hängt das Teil dann kopfüber an der Druckplatte.

Das Ganze funktioniert prima, wenn das gerade belichtete Harz sich mit der zuvor gedruckten Schicht verbinden kann. Dann macht er sogar auch die beim Tenderbild zu sehenden Griffe an den Lampen und am Wasserkastendeckel. Die Druckrichtung war hier von auf dem Foto unten nach oben. Dreht man allerdings die Druckrichtung um, dann fängt der Drucker mit einem Fleckchen in der Mitte des Griffbügels an, das keinerlei Verbindung zum bisher gedruckten Modell hat. Damit dieses Fleckchen nicht einfach nur am Boden des Resinbehälters kleben bleibt, muss also eine Stütze mitgedruckt werden, damit es "Anschluss" hat. Wenn allerdings die Stütze solider ist als die gedruckte Struktur, ist das dann nicht gerade hilfreich, wie man im Bild in meinem vorletzten Beitrag sieht. Aber das sind dann so die Lerneffekte, die sich da einstellen ...

Also: Im Prinzip ist es kein Hexenwerk. Nach wie vor ist die meiste Arbeit, das entsprechende Modell in der CAD zu erstellen. Das ist jetzt allerdings auf willkommene Art etwas aufwändiger geworden, weil eben jetzt auch Details anstehen, an die ich vorher gar nicht zu denken brauchte.

Wenn jetzt noch die Mechanik und Elektrik genauso funktioniert, dann bin ich zufrieden. Ob ich's wirklich zu professionellem Kleinserienniveau schaffe, weiß ich nicht. Aber ich würde dem gerne so nah wie irgend möglich kommen. Mal schauen, was ich zuwege bringe.

Viele Grüße
Wolfgang





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Sächsischer Rollwagen in Spur N - Seite 4 Empty Re: Sächsischer Rollwagen in Spur N

Beitrag von maxl Di 23 Feb 2021, 19:37

Hallo Wolfgang - Kleinserie hin oder her, meine Bewunderung hast du! Ein herzliches Dankeschön auch für deine locker geschriebenen und gut verständlichen Erklärungen. Ich bin jedesmal schlauer! Trotzdem: Mit CAD und 3D-Druck wird das in diesem Leben nichts mehr bei mir. Gerade bin ich zum Kartonmodellbau und der analogen Modellbahn-Elektrik heimgekehrt und fühle mich sauwohl...

An deinen Erfolgen aber freue ich mich mit!

Beste Grüße Michael (maxl)
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Beitrag von Lupo60 Mi 24 Feb 2021, 00:35

Einen Nachtrag zum Drucken hab' ich doch noch:

Ich habe jetzt mal die bereits existierenden Kleinteile für die Lok gedruckt.

Hier jetzt Speise- und Luftpumpe:

Sächsischer Rollwagen in Spur N - Seite 4 K800_248

Total hübsch finde ich die säuberliche Darstellung der Kühllamellen. Gut geworden ist auch die Lichtmaschine:

Sächsischer Rollwagen in Spur N - Seite 4 K800_249

Links davor der Speisewasservorwärmer (eher langweilig, das Teil). Zu meiner Verblüffung stelle ich fest, dass mein Makro recht deutlich nicht ganz modellfest ist. Eine ganz neue Erfahrung, sonst ist es immer umgekehrt. Ein bisschen schmunzeln muss ich auch über den Größenunterschied zur Luftpumpe in Klaus wunderschöner 03 in Spur II.

Leider habe ich keine Zeichnungen von all diesen Aggregaten bzw. nicht von genau diesen Ausführungen. Die Modelle sind also nach pi x Augenmaß und einigem Grübeln über die Fotos entstanden. Sollte ich da einen groben Schnitzer drin haben oder die Proportionen nicht richtig getroffen haben, bin ich für sachdienliche Hinweise dankbar.

Viele Grüße
Wolfgang



Zuletzt von Lupo60 am Mi 24 Feb 2021, 00:45 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : vervollständigt)
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Sächsischer Rollwagen in Spur N - Seite 4 Empty Re: Sächsischer Rollwagen in Spur N

Beitrag von maxl Mi 24 Feb 2021, 09:11

Da fällt mir nur der alte Witz ein: Woher hast du dieses Riesen-Cent-Stück, Wolfgang?

Unser modellbauerischer Ehrgeiz geht immer einher mit einer gewissen Selbstkritik. Das bedingt sich gegenseitig. Trotzdem kann ich aus meiner Sicht nur sagen: Besser geht's nicht! Einfach nur: toll!

Beste Grüße Michael (maxl)
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