Der lustige Modellbauer
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Wolfgang's N-Anlage

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Beitrag von Lupo60 Do 14 Okt 2021, 20:04

Liebe Modellbahner,

also, Franks 15m Anlage ist doch sehr inspirierend und motivierend ... durchaus möglich, dass ich, wenn die Werkstatt eingerichtet ist, erstmal an meiner eigenen Anlage weiter baue. Zumindest soweit, dass überhaupt mal ein Zug fahren kann. Als Grundriss war die Anlage ja schon mal in der Werkstattplanung zu sehen. Ich nehme das mal zum Anlass, hier meine Unvollendete vorzustellen.

Wo fang ich an? Hm. Ich mag Dampflokomotiven. Ich mag Bahnbetriebswerke mit Drehscheibe und Ringlokschuppen. Und ich mag lange Züge. Und ich mag elegant aussehende Weichenstraßen. Und ich mag einen sinnvollen Betrieb. Und ich mag eine zweigleisige Hauptstrecke mit abzweigender Nebenbahn. Und eigentlich habe ich keinen Platz dafür. Das ist aber kein Grund, aufzugeben. Also stand am Anfang erstmal der Zollstock, und heraus kam, dass ich knapp 3 m in der Länge habe, an einem Ende etwa 1,3 m breit werden kann, und am anderen etwa 0,8 m. Nicht eben viel, auch in Spur N nicht.  

Aber mal das virtuelle Zeichenbrett genommen, und mal schauen, ob was sich da was zaubern lässt.

Wolfgang's N-Anlage 14-08-10

Erste Idee: Um diesen Bahnhof komplett, also mit beiden Bahnhofsköpfen darstellen zu können, bräuchte ich etwa 6 m. Aber muss man das? Wenn der Bahnhof eine Bahnsteighalle hat, dann kann man die schön geradeaus an den Anlagenrand führen (graues Rechteck), während die Gleise im Sichtschutz der rußigen Halle heimlich, still und leise nach oben abschwenken. Das heißt, das Empfangsgebäude und die ganze Stadt muss also in Hochlage über dem Gleisniveau liegen.

Zweite Idee: Die Nebenstrecke (orange) schwenkt noch im Gleisvorfeld nach oben ab, und in den Zwickel passt dann das Bw. Optisch verschwindet die Strecke dann und hat natürlich üüüüberhaupt nichts mit der Lokalbahn zu tun, die vorne links aus dem Tunnel heraus kommt, in elegantem Bogen und in großer ums Bw herumführt und dann in den alten Lokal-Endbahnhof der Stadt einfährt.

Dritte Idee: Das Gleisfeld wird von einer doppelten Gleisverbindung ("Hosenträger") dominiert. Zwischen die beiden nach oben führenden Äste der Kreuzung lassen sich noch einige Gleise einpassen, auf denen sich rangieren lässt, um die Gleisanschlüsse des darüber liegenden Gewerbegebiets zu bedienen.

Soweit die erste Skizze. Also doch ... ist zwar alles etwas klein, aber hinter die meisten "ich mag" kann ich einen Haken machen. Ein kleiner Wahnsinn ist allerdings in dieser Skizze drin. Hier sind nämlich Selbstbauweichen mit 12° Abzweigwinkel drin, weil ich nicht glaubte, so eine Gleisentwicklung auch mit den 10°-Weichen von Peco zaubern zu können. Versuch macht kluch - deshalb an dieser Stelle Planungsstopp, um erstmal zu sehen, ob ich eine solche Weiche hinbekomme. Mit einem motivierenden Ergebnis. Nämlich, doch mal zu schauen, ob sich's wirklich nicht doch mit 10° Peco-Weichen bauen lässt.

Um es vorweg zu nehmen: Es ging ... mit kleinem Trick. Jedenfalls ergab sich im Endeffekt eine reichlich kompakte Anlage, die auf Maß saugend und schraubend in den zur Verfügung stehenden Raum gearbeitet ist. Hier mal der erste, noch virtuelle Anblick davon:

Wolfgang's N-Anlage Anlage10

Zum weiteren Anlagen-Konzept und dem Bau geht's dann in den nächsten Beiträgen weiter, wenn's interessiert.


Viele Grüße
Wolfgang
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Beitrag von Fraenkyzuma Do 14 Okt 2021, 20:21

Hi Wolfgang,
klar ist sowas hochinteressant ... von der Planung bis zur Umsetzung !! Ich sitz da bei Dir in der erdten Reihe ...

Was mir aber sofort bei der Umsetzungssimulation auffällt ist, dass die Zugänglichkeit der unteren Bereiche, besonders hinten rechts, schwierig ist.
Ich hab bei meiner H0e Bahn, die ich eines Tages mal vorstellen werde, viele Geländeteile abnehmbar gemacht um an jedes Schienenstück zum Reinigen und zum entgleiste-Fahrzeuge-bergen herankommen kann. Und ich hab die verdeckten Trassen seitlich durchgehend mit ca 3cm hohen festen Karton wie Leitplanken ausgestattet, damit entgleiste Fahrzeuge nicht tief fallen können.

Beste Grüße von Frank aus Osnabrück
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Beitrag von Lupo60 Do 14 Okt 2021, 21:01

Hi Frank,

ich freue mich über Dein Interesse!

Und Du hast völlig recht - die Erreichbarkeit der rechten hinteren Ecke ist da ein neuralgischer Punkt, für den mir auch keine so richtig überzeugende Lösung eingefallen ist. Nicht zuletzt deswegen bin ich froh, mit der Anlage an einen neuen Standort umziehen zu können, an dem ich bequem von allen Seiten heran kann.

Als Absturzsicherung schwebt mir eine 10 ... 15 mm hohe Kante vor, wahrscheinlich wird's auch Karton.

Viele Grüße
Wolfgang
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Beitrag von maxl Do 14 Okt 2021, 21:17

Hallo Wolfgang - eigentlich bin ich bei solcher ausgetüftelten Anlagenplanung raus... Da schalten einige meiner auf räumliches Vorstellungsvermögen abonnierten Hirnareale ab. Faszinierend, was du auf so relativ wenig Raum unterbringen willst. Ich habe, wie ich dich langsam kenne, auch keine Zweifel, dass du dein Ziel erreichen wirst.
Und ich bin sehr neugierig und interessiert dabei!
Unsere beiden projektierten Anlagen trennen - bei nahezu gleicher Grundfläche - Welten, und das nicht nur wegen der unterschiedlichen Spurweiten. Und dabei überfordert mich die konkrete Planung meiner eigenen Anlage jetzt schon! Egal: Ich freue mich aber über deine Pläne und auch darüber, dass du uns hoffentlich an allen Planungs- und Baufortschritten teilhaben lässt. Ich kann ja nur lernen...

Beste Grüße
Michael (maxl)
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Beitrag von Lupo60 Do 14 Okt 2021, 22:46

Hallo zusammen,

jetzt finde ich doch noch die Zeit, den zweiten Teil anzuhängen. Ich war bei den 10° Peco-Weichen. Tatsächlich war die Planung damit noch einfacher als ich dachte.

Wolfgang's N-Anlage Peco-w10

Und den kleinen Trick erkennt man etwas besser, wenn man längs der Schienen peilt:

Wolfgang's N-Anlage Neue_g10

Ganz einfach - die zentrale Kreuzung im Hosenträger hat 24°. Dadurch sind die Gleise links und rechts der Kreuzung nicht mehr gerade, sondern leicht gebogen. Vor allem aber beträgt der für die Längenentwicklung der Weichenstraße maßgebliche Winkel immer noch 24° und das brachte genau die rettenden paar cm, um es realisieren zu können.

Nachdem dieser Knoten mal geplatzt war, konnte die Planung dann mal richtig in die Vollen gehen. Klar - einen Schattenbahnhof braucht's, und zwar in gebührendem Abstand unterhalb der Anlage. Und dazu braucht es eine Gleiswendel. Das sieht dann so aus:

Wolfgang's N-Anlage Unterw10

Durch die ovale Form und den relativ großzügigen Radius war es möglich, dass die Steigung in der Wendel bei moderaten 2% bleibt. Die Wendel schraubt sich in sechs Windungen 36cm nach unten. Wie man sieht, ist sie viergleisig, weil die Streckengleise vom sichtbaren "westlichen" Bahnhofskopf und vom versteckten "östlichen" Bahnhofskopf einträchtig nebeneinander laufen. Nicht ganz einfach zu zeigen, wie es dazu kommt, weil sich recht viele Strecken kreuzen.

Hier zunächst der Bahnhof in seiner ganzen Pracht:

Wolfgang's N-Anlage 21-10-11

Wie man sieht, ist der östliche Bahnhofskopf rein funktional und nicht dekorativ. Von hier aus läuft die Strecke folgendermaßen:

Wolfgang's N-Anlage 21-10-12

Sie macht also eine Wendeschleife und bildet dann die inneren zwei Gleise der Wendel. Etwas phantasievoller ist dann die Streckenführung vom westlichen Bahnhofskopf:

Wolfgang's N-Anlage 21-10-13

Sie dreht also erstmal eine große Ehrenrunde und läuft dabei einmal um die Wendel herum. Dann kommt sie nochmal an der vorderen Anlagenkante vorbei (wenn es wegen des Höhenunterschieds nicht zu verkrampft aussieht, gibt das vielleicht noch eine Paradestrecke), bevor sie sich dann endgültig um die Wendelschmiegt und die beiden äußeren Gleise bildet. Nicht von den scheinbar drei Gleisen rechts oben irritieren lassen, bei der ersten großen Ehrenrunde hat das innere Gleis den gleichen Radius wie das äußere Gleis der Wendel, da liegen also zweie übereinander. Nicht schrittweise gezeigt, sieht das dann von oben aus wie ein Berg Spaghetti auf dem Teller.

Wohl besorgt ist dieses nun und Wolfgang kann was anderes tun. Zum Beispiel, sich überlegen wie ich diese vier Gleise unten an der Wendel wieder auseinandersortiert bekomme. Die Lösung war recht simpel: Wo es unten Zeit wird, mit der Wendelei aufzuhören und sich dem Schattenbahnhof zuzuwenden, erhalten die beiden abwärts führenden Gleise ein Gefälle von 4% und haben sich damit nach einer weiteren Umdrehung weit genug nach unten abgesetzt, um aus der Wendel heraus zu treten und in Richtung Schattenbahnhof zu laufen. Auf dem Wege dahin können sie die bei ihrem Abstieg verlorene Höhe wieder mit einer moderaten Steigung von 2% gut machen. Bei der Ausfahrt aus dem Schattenbahnhof kann sich die Strecke ganz zwanglos auf die beiden aufwärts führenden Gleise aufteilen.

Sowohl die westliche, als auch die östliche Bahnhofsausfahrt landen also in gleicher Fahrtrichtung im gleichen Schattenbahnhof. Und bei der Ausfahrt kann man frei wählen, welche der beiden Bahnhofseinfahrten man anfahren will. Man kann also die Anlage sowohl als "Oval" - die Züge fahren immer in der gleichen Richtung durch den Bahnhof - , als auch als "Hundeknochen" - die Züge kehren aus der Richtung, in der sie abgefahren sind, auch wieder zurück- betreiben.

Der Gleisplan des Schattenbahnhofs ist nicht mehr ganz aktuell. In der gezeigten Version müssen alle Züge sowohl bei der Ein-, als auch bei Ausfahrt über jeweils eine einzelne Weiche fahren. Hier liegt jetzt jeweils noch ein Parallelgleis, so dass die Züge auch gleichzeitig ein-und ausfahren können. Damit könnte man dieAnlage auch stundenlang laufen lassen, ohne jemals eine Weiche stellen zu müssen.

@Michael: Auch Dir danke schön für Deinen netten Beitrag! Was ich hier gerade schreibe, ist allerdings "Vergangenheitsbewältigung" und sozusagen Vorgeplänkel. Die Anlage ist nämlich schon im Bau und ein ganzes Stück fortgeschritten. Ich habe eigentlich nur eine Baupause gemacht, um mal schnell eine S 3/6 von Occre zu bauen, weil mir das endlose Kabel löten auf den Keks ging und ich mal was anderes machen wollte.

Ich kann also noch ein bisschen schreiben, zeigen und erzählen.

Viele Grüße
Wolfgang
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Beitrag von Lupo60 Fr 15 Okt 2021, 00:31

...und nochmal hallo, zusammen!

Und immer noch ist Zeit für einen kleinen Beitrag. Ich dachte, ich nehme jetzt mal was aus der Praxis. Weichenantriebe gefällig?

Auf meiner Anlage mit Servos. Bei der unvollendeten Vorgängeranlage hatte ich damit ein kleines Problem, weil ich den Stelldraht am Servoarm befestigt hatte. Der macht allerdings eine kreisförmige Bewegung, so dass der Stelldraht bei der Bewegung nach unten abtaucht und am Ende des Stellwegs oben heraus steht. Die Fenster zwischen "zu kurz" und "zu lang" war damit sehr schmal und ich hatte Sorge, dass es im einen oder anderen Fall vielleicht auch mal gar kein Fenster gibt. Also habe ich mir etwas neues überlegt:

Wolfgang's N-Anlage K1024_25

Von diesen (Alu)Blechstreifen habe ich mir 100 Stück lasern lassen. Die Kosten sind, verglichen mit jeder beliebigen gekauften Servohalterung minimal. Das Teil wird bis zu den seitlichen Kerben in den Schraubstock gespannt und rechtwinklig gebogen:

Wolfgang's N-Anlage K1024_26
 
 
Dann kann man auch den Servo schon einbauen:

Wolfgang's N-Anlage K1024_27

Als nächstes nehme man den Servoarm und eine doppelte Lötöse vom großen C*:

Wolfgang's N-Anlage K1024_28
 
... dann winkele (tolles Wort!) man die Lötöse rechtwinklig ab und befestige sie mit einem kleinen Schräubchen am Servoarm - ich musste dazu ein Loch im Servoarm ein bisschen aufbohren:

Wolfgang's N-Anlage K1024_29

... und befestige beides am Servo.

Wolfgang's N-Anlage K1024_30

Schon ist die Führung für den Stelldraht fertig. Unter dén flachen Teil kann man jetzt ein beidseitig bombenfest klebendes Pad anbringen und das Ganze dann unter die Weiche kleben.

Wolfgang's N-Anlage K1024_31

Der Stelldraht bekommt jetzt oben ein kleines Stückchen Schrumpfschlauch angeschrumpfschlaucht:

Wolfgang's N-Anlage K1024_32
Wolfgang's N-Anlage K1024_33

und, siehe da, er bleibt beim Stellen der Weiche auch unten. In der Unterwelt sehen die beiden Weichenstellungen dann so aus:

Wolfgang's N-Anlage K1024_35
Wolfgang's N-Anlage K1024_34

Wie man sieht, bleibt er zuverlässig unten, weil seine Führung in der Lötöse praktisch nur seitliche Kräfte auf den Draht ausüben kann. Ich habe den Draht trotzdem noch ein bisschen angewinkelt, einfach nur, damit er nicht herausfällt, wenn ich die Anordnung mal auf den Kopf stelle. Die Anordnung hat einen Hebel von ungefähr 5:1, so dass der Servo einen rechtgroßen Stellweg hat und oben an der Weicheauchordentlich Stellkraft ankommt. Die bei Peco-Weichen obligatorische Rastfeder habe ich ausgebaut.  

Einer der seltenen Fälle, dass irgend etwas mal noch besser funktioniert, als man dachte und obendrein noch einfacher und schneller zu machen ist, als man denkt. Kann ich jedem, der seine Weichen mit Servos stellen will, wärmstens empfehlen. Auch bei Sonderbauformen ist dieser Servohalter hilfreich, wie hier an zwei engen Stellen (unmittelbar drunter sind auch Gleise) in der Ausfahrt des Schattenbahnhofs:

Wolfgang's N-Anlage K1024_36
Wolfgang's N-Anlage K1024_38
Wolfgang's N-Anlage K1024_37

So, aber jetzt genug für heute.

LG
Wolfgang


Zuletzt von Lupo60 am Fr 15 Okt 2021, 00:34 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag von John-H. Fr 15 Okt 2021, 00:32

Das wird ja ne riesengroße Anlage,
da bin ich echt auf die reale Umsetzung gespannt. Very Happy
Ich setze mich dann auch schweigend und staunen dazu. Very Happy
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Beitrag von maxl Fr 15 Okt 2021, 08:33

Der Weichenantrieb ist genial, Wolfgang! Und dass die Anlage schon so weit gediehen ist, haut mich geradezu vom Hocker.
Naja - umso besser: Dann gibt's hier bald (hoffentlich) ganz viel zu gucken...
Auch deine S 3/6-Baustelle bekommt hoffentlich ein Update. Da habe ich ja ein ganz persönliches Interesse.
Woher nimmst du eigentlich die Zeit und Energie für so viel Schaffenskraft? Ich beneide dich!

Beste Grüße
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Beitrag von Lupo60 Fr 15 Okt 2021, 11:17

Hallo Michael,

Zeit, Energie und Schaffenskraft …

Gute Frage. Die stelle ich mir auch manchmal, wenn ich so die diversen Bauberichte hier bestaune. Wenn ich nur an die vielen, vielen Details einer gewissen Hermine denke …

Ich glaube, wenn der Mensch etwas macht, woran er Freude hat, ist er einfach produktiv und zieht daraus auch mehr Energie als er hineinsteckt. Die Zeit ist natürlich immer zu knapp bemessen, aber nachdem ich den größten Freizeitfresser, den Fernseher, weitestgehend aus meinem täglichen Leben verbannt habe, ist meistens genug Zeit da, um wenigstens ein bisschen aktiv zu bleiben. Bringt mir mehr als der vorgekaute und bis zum Endprodukt vorverdaute Blödsinn aus der Glotze.

So weit es die Anlage betrifft, bekommst Du jetzt natürlich auch das komprimierte Ergebnis von einigen Jahren des Schaffens zu sehen. In „Echtzeit“ geht es dann doch eher enervierend langsam.



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Beitrag von maxl Fr 15 Okt 2021, 16:44

Danke, Wolfgang - du beruhigst mich ein wenig... Hermine hat immerhin anderthalb Jahre verschlungen.
Du würdest das vermutlich in einem Drittel der Zeit schaffen und nebenher noch fünf andere Projekte laufen lassen!
Okay - ich bin ja auch etwas älter als du...

Beste Grüße
Michael (maxl)
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Beitrag von Lupo60 Di 19 Okt 2021, 00:01

So, weiter geht's mit Baubeschreibung und -bericht.

Vielleicht soviel vorweg, damit es nicht zu extravagant aussieht: Meine derzeitige Werkstatt liegt direkt am Wohnzimmer. Deshalb wollte ich alles, was Staub und Lärm macht, so weit wie irgend möglich vermeiden. Und natürlich macht es auch Spaß, sich mal etwas ganz anderes auszudenken und umzusetzen.

Also habe ich mir überlegt, den Unterbau und Rahmen aus Alu-Profilen zu bauen. Mit dem CAD lässt sich das ja mm-genau planen. So sieht es in der CAD-Anlage aus:

Wolfgang's N-Anlage Unterb10
   
Und so in der Realität:

Wolfgang's N-Anlage K1024_39

Die Planung war also nicht ganz schlecht. Der Zusammenbau hat auch richtig Spaß gemacht - etwa vergleichbar mit dem Zusammenbau von Noppensteinmodellen. Hier mal die Beschläge, die alles zusammen halten:

Wolfgang's N-Anlage Rahmen11
Wolfgang's N-Anlage Rahmen12


Man sieht aber auch, dass die Anlage wirklich nur mit dem Schuhanzieher in den Raum passt, und sich die ganze Raumaufteilung wirklich dahingehend verschworen hat, dass die rechte hintere Ecke der Anlage unerreichbar wird. Aber mir ist da definitiv nichts eingefallen, wie dies zu entschärfen sei. Und nichts bauen ist ja nun auch keine Lösung. Aber ich bin wirklich froh, dass sich das alles in der neuen Werkstatt entkrampfen wird. Der Umzug in die neuen Räumlichkeiten sollte sich recht einfach bewerkstelligen lassen. Den Unterbau auftrennen ist kein Hexenwerk und bei den bisher verbauten Gleistrassen habe ich darauf geachtet, dass sie an den notwendigen Stellen trennbar sind.

Was ich mir und der Anlage in der neuen Werkstatt allerdings auch gönnen werde, sind neue, 40 ... 50 cm längere Standbeine, damit die Anlage mal auf eine vernünftige Arbeitshöhe kommt. Meine Knochen werden's mir danken, man wird eben mit den Jahren etwas ungelenker. Die tiefsten Gleise liegen nur gut 15 cm über dem Boden und da sind alle Arbeiten unter dem Trassenbrett - und wenn's nur das Anlöten eines Kabels ist, eine ganz elende Fummelei. Möglich, dass ich auch deswegen mal die Lust verloren und mich in die S 3/6 versenkt habe.

Ja, die Trassenbretter. Auch die sollten lärm-und schmutzfrei entstehen. Da gibt es ein namens Kapa Fix. Das sind mit Papier und Alufolie kaschierte Hartschaumplatten, die es in einer Unzahl von Varianten gibt. Sind nicht teuer als gutes Sperrholz, wiegen nix und lassen sich einfach mit dem Cuttermesser schneiden. Und, der Clou an der Sache ist, es gibt sie auch einseitig selbstklebend. Da ich zu dieser Zeit auch Zugriff auf einen DIN-A0 Plotter hatte und die Anlage sowieso in der CAD war, ist natürlich klar, was als nächstes geschah. Also erstmal die Trassenbretter anhand des Gleisverlaufes konstruiert (Kante 19 mm neben Gleismitte) und so aufgeteilt, dass sie auf Format der Kapa Fix Platten passen.

Wolfgang's N-Anlage Trasse11

Dann dieses Sammelsurium so auf die Platten aufteilen, dass es möglichst wenig Verschnitt gibt. 10 mm einseitig klebende Platten in weiß bestellt, die angeordneten Trassenbretter auf dem Plotter rausgelassen, ein paar Tage kleben und schneiden und fertig waren die Trassenbretter, komplett mit dem Gleisverlauf.

Wolfgang's N-Anlage K1024_40

So viel erstmal dazu. Zum Gleisbau auf Kapa Fix, seinen Freuden und Leiden dann weiter im nächsten Beitrag.

Viele liebe Grüße erstmal
Wolfgang


Zuletzt von Lupo60 am Di 19 Okt 2021, 00:06 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Bild ausgetauscht)
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Beitrag von maxl Di 19 Okt 2021, 08:50

Ich schaue dir mit größtem Interesse zu, Wolfgang! Da fällt sicher auch die eine oder andere Idee für mich ab... Ich mag deine konstruktiven Einfälle.
Für den schlecht zugänglichen Gleiswendel fällt mir gerade ein, ob es vielleicht eine Option wäre, die gesamte Anlage rollbar zu machen?
Dann könntest du sie im Bedarfsfalle wie eine Schublade aus der Ecke herausziehen. Ist halt nur so ein Gedanke...
Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht!

Beste Grüße
Michael (maxl)

P.S.: Ich halte ständig Ausschau nach deinem S 3/6-Baubericht!
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Beitrag von Fraenkyzuma Di 19 Okt 2021, 10:24

Hallo Wolfgang,

mit den Aluprofilen (40x40 ? welcher Hersteller ? ITEM, Bosch, Schüco ?) beschreitest Du neue interessante Wege ! Die Anwendung bei einer Modellbahn ist mir echt neu, aber äußerst elegant und pfiffig ! Einen Daumen
Hatte in meiner Berufszeit bei Schüco konstruktiv an solchen Systemen mitgearbeitet und diese auch viel im Anlagenbau verwendet ... so trifft man immer mal auf etwas Bekanntes.

Verfolge Dein Projekt mit begeisterter Neugier weiter !

Gruß von Frank
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Beitrag von Lupo60 Di 19 Okt 2021, 13:23

Hallo Michael, Timo und Frank,

dankeschön für die Blumen, ich freue mich sehr, wenn es gefällt.

Timo, also, ich würde es schade finden, wenn Du Deine hübsche Anlage deswegen abreißen würdest. Aber für ein neues Projekt wäre es vielleicht eine Überlegung wert. Eines muss ich Dir auch gestehen: Der große Planungs- und Konstruktionsaufwand ist eigentlich ein Eingeständnis an mein mangelndes Talent, einfach frei Schnauze irgend etwas drauflos zu bauen.

Bisher bin ich bei derartigen Vorhaben immer in irgendwelchen Sackgassen gescheitert, bei denen dann der da Klopfkopf kommt und feststellt, dass ich es mir einfach besser hätte überlegen sollen. Also wird eben so lange konstruiert, bis ich einigermaßen sicher sein kann, dass ich damit ans Ziel komme. Da habe ich natürlich den Vorteil, dass ich z.B. auch während der Mittagspause im Büro an der Konstruktion daran herumknobeln kann.

Gut, die schlechte Erreichbarkeit der hinteren rechten Ecke war jetzt kein planerisches Glanzstück. Mein Plan war eigentlich, hier notfalls mittels Geschwindigkeitsbegrenzung, häufigem Befahren mittels Gleisstaubsauger usw. für Unfallfreiheit zu sorgen. Ob's geklappt hätte? Bisher hat die Gleiswendel auch alle Testfahrten unfallfrei absolviert. Aber wie gesagt, ich bin jetzt richtig froh, dass die Anlage demnächst von allen Seiten frei zugänglich sein wird. Tatsächlich hätten auch Rollen unter der Anlage nicht geholfen. Um sie bewegen zu können, hätte ich das ganze Zimmer ausräumen müssen.

Frank, es sind Profile 20x20 und 20x40, Bauform B mit Nutbreite 6 mm. Verwendet habe ich no-name Produkte, sind aber (angeblich) kompatibel zu Bosch und - ich glaube - Rexroth. Die sind auch preislich noch in halbwegs erträglichem Rahmen, auch, wenn das Sparschwein schon deutlich den Unterschied zu einem Gerüst aus zusammengenagelten Dachlatten merkt. Aber das lässt sich auch gegen nicht genommene Ski-Urlaube verrechnen, dann ist es sogar wieder richtig preiswert. Oder wie auch immer ... eine gewisse Verrücktheit gehört eben dazu. Hätte man die nicht, würde man erst gar nicht mit so einem Hobby anfangen und statt dessen etwas Vernünftiges machen. Mir als Verrücktem fällt allerdings nichts anderes ein.  scratch  Pferdewetten vielleicht? Egal ... hier mal das Profil:

Code:
https://easy-systemprofile.de/Profil--Nutprofil--Aluprofil--Aluminiumprofil--Saarland--Aluprofil-20x20--Aluminiumprofil-20x20.html

Ich bin beim Aufbauen des Gerüstes richtig Fan von diesen Profilen geworden. Auch die Einhausung für die  Fräsmaschine habe ich damit aufgebaut. Das bisher exotischste war ein rechteckiger Rahmen mit einer selbstgepfriemelten Klemmvorrichtung aus einem Winkelprofil, mit dem wir einen völlig verzogenen Wandteppich wieder gebändigt und in Form gebracht haben Very Happy .

Im vorigen Beitrag habe ich ganz vergessen zu erwähnen: Sehr schön geht mit diesem Unterbau auch das Aufständern der Trassen auf die richtige Höhe. Dazu kann man einfach eine passend abgelängte Gewindestange M4 in die Nutmuttern einschrauben. Die Nutmutter lässt sich einfach längs in die Nut einlegen. Beim Festschrauben stellt sich die Mutter dann in der Nut quer und wirkt wie ein Nutenstein. Zwei derartige Stäbe, oben durch einen verschraubten Streifen Alublech verbunden, fertig ist die Stütze für die Trasse, in der Höhe fein einstellbar und auch notfalls auch nach der Seite verschiebbar.

Viele Grüße
Wolfgang
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Beitrag von Fraenkyzuma Di 19 Okt 2021, 13:45

Wolfgang, klasse !!

Ich plane Selbstbauprojekte auch immer vorher einigermaßen genau, am liebsten auf CAD, weil man dann viel zügiger bauen und den Materialbedarf abschätzen kann. Im Moment ist es gerade ein auf die Komponenten passendes Keyboardregel, was genau zugeschnitten sein muß. Kreativität beim Aufbau braucht man meist noch genug ...
Bei den Kinderbetten damals (Feuerwehrbett => "was ich mir gekauft habe") gabs erst eine Zeichnung, dann die Freigabe von Frau und Kindern, und dann gings los im Keller ... Du machst es mit Deiner Planung genau richtig !

Noch'n Gruß
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Beitrag von Steffen70619 Di 19 Okt 2021, 13:57

Hallo Wolfgang,

toll, was Du hier zeigst. Und die hochprofessionelle Umsetzung begeistert mich direkt.
Der Anlagenunterbau ist ja genial.

Du könntest Deine Bahnsteighalle auch im Bogen bauen, wie es etwa in Aachen Hbf. der Fall ist. Bietet sich an, Bahnsteighallen sind nicht immer gerade.

Wolfgang's N-Anlage Aachen10

Nach Aachen hatte mich 2010 mal eine Dienstreise zu Bombardier (ex Talbot) geführt. Bahnhof und den ersten Selbstentlader hatte ich natürlich fototechnisch mitgenommen Very Happy

Wolfgang's N-Anlage Aachen11
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Beitrag von Lupo60 Di 19 Okt 2021, 15:51

Hallo Steffen,

die gebogene Bahnsteighalle ist ja klasse! Ich war mir nicht sicher, ob es so etwas gibt und habe sie deswegen rechteckig aufskizziert, was ja durchaus etwas unharmonisch aussieht. Insofern ist der Tipp wirklich inspirierend, dankeschön!

Ich hatte, im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends, auch Bombardier als Kunden, bin aber nur bis Netphen, Kassel und Hennigsdorf gekommen. Da ist mir also - wenigstens in dieser Hinsicht - etwas entgangen.


Beste Grüße
Wolfgang
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Beitrag von Steffen70619 Di 19 Okt 2021, 18:32

Hallo Wolfgang,

im Bogen liegende Bahnsteighallen sind gar nicht mal so selten. Berlin-Friedrichstraße, besonders die Fernbahnsteighalle, fällt mir da auch noch spontan ein. Wenn die baulichen Verhältnisse es erfordern, dann geht das auch. Und bei Deiner Anlage trifft das ja zu.
Du kannst die Halle sogar noch eine Kleinigkeit zur Einfahrgruppe hin verlängern und etwas verjüngen.

Wolfgang's N-Anlage Aachen12

Wolfgang's N-Anlage Aachen13

Aachen sieht wirklich etwas modellbahnmäßig aus Very Happy
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Beitrag von Lupo60 Di 19 Okt 2021, 20:42

Hi Steffen,

als besondere Möglichkeit ergibt sich daraus, dass vielleicht ein paar cm am vorderen Anlagenrand frei werden. Wenn ich nun vom hoch liegenden Empfangsgebäude aus eine breite, massive Fußgängerbrücke als Zugang zu den Bahnsteigen baue, dann könnte die Fußgängerbrücke in einem weiteren Bauwerk als "Eingang Süd" enden. Mit beidem ließe sich recht gut und plausibel tarnen, dass sich die Gleise ja eigentlich seitlich aus der Bahnsteighalle heraus mogeln. Da öffnet Dein Hinweis wirklich ganz neue Möglichkeiten.

Die Länge der Bahnsteighalle ist so bemessen oder sollte es sein, dass man einerseits nicht sieht, wenn die Waggons anfangen, in die getarnte Kurve zu legen. Andererseits sollten die Dampfloks der ausfahrenden Züge im Freien stehen können ohne gleich am Ausfahrsignal zu kleben, so dass man sie bewundern und ihnen beim Anfahren zugucken kann. Ist also ein Kompromiss.

LG
Wolfgang
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Beitrag von Lupo60 Mi 20 Okt 2021, 21:52

Hallo zusammen,

und wieder geht es ein bisschen weiter mit dem Baubericht ...

Die Grundidee ist, dass aus den einzelnen Kapa Fix - Elementen noch sinnvoll außerhalb der Anlage handhabbare Segmente zusammengebaut werden, die dann gemütlich an der Werkbank "begleist" und verkabelt und dann plug&play-mäßig in die Anlage eingesetzt werden können. Das hat bisher auch recht gut geklappt. Dazu war es erstmal sinnvoll, wenigstens die Grund-Elektrik der Anlage auf- und einzubauen:

Wolfgang's N-Anlage K1024_41

Wolfgang's N-Anlage K1024_42

Die Möglichkeit, derartige Tafeln mit irgendwelchen Schaltungen und sonstigen Bauteilen einfach in die Nuten der Aluprofile einschieben zu können, ist auch ein echter Vorzug dieser Alu-Profile, den ich anfangs noch gar nicht so gecheckt habe. Wer denkt schon bei der Anlagenplanung daran, dass dieses ganze elektrische Geraffel ebenfalls Platz braucht und irgendwo unterkommen muss? Ich hatte es, ehrlich gesagt, nicht so auf dem Schirm ... "ach, da findet sich schon was!". Was ja auch gestimmt hat, aber ...

Die Anlage wird digital (DCC) betrieben, wobei alle stationären Komponenten von Uhlenbrock sind. Bis auf die Weichendecoder, die elektrisch eine Besonderheit darstellen, hängen alle Komponenten am Loconet. Wenn der Eindruck entsteht, dass ich hier vielleicht seeehr großzügig mit Bauteilen umgehe, muss ich sagen, dass der Eindruck nicht täuscht. Die Sache ist einfach die, dass meine vorige Anlage, die noch im allerzartesten Rohbauzustand war, als sie ein Opfer meiner Lebensumstände wurde, erheblich größer war (also 11 m statt 3 m in der Länge) und alle Komponenten bereits angeschafft waren. Also kann ich hier aus dem Vollen schöpfenund nach Herzenslust Overkill betreiben. Aber ... sooo klein ist die aktuelle Anlage mit gut 120 m Gleis nun auch wieder nicht.

Man zählt also stolze 6 Booster-Stromkreise und darüber 8 Trafos. Die beiden "überzähligen" sind ein Trafo für die Intellibox und ein 14 V Trafo für Schaltstrom bzw für Digitalkomponenten, die neben Digital noch eine Stromversorgung brauchen, wie die Weichendecoder. Hier habe ich die übelriechende Erfahrung gemacht, dass die hinter einem Gleichrichter angeordneten Kondensatoren seeehr knapp auf Kante genäht sind, so dass ich da lieber mit etwas verringerter Spannung drangehe.

Aus reinem Spaß an der Freude habe ich mir da den Spaß gemacht, ein "Däschboard", wie man neudeutsch sagt, dazu zu bauen:

Wolfgang's N-Anlage K1024_43

Grüne LED zur Anzeige, dass es funzt und ein Amperemeter zwischen Trafo und Booster, das mir hoffentlich sagt, wenn irgendwas viel mehr Strom als üblich zieht und demnächst eine teure Rauchwolke macht. Ein Booster liefert nämlich, ohne mit der Wimper zu zucken, 3 Ampere und hat damit wohl eher keine Probleme, irgend einen kleinen, feinen Leiter, wie er in den Lokomotiven verbaut ist, mal nebenbei wegzukokeln. ... und wenn das mit den Amperemetern nicht funktionieren sollte, dann sieht es wenigstens und hoffentlich beeindruckend aus. Ich habe das Gefühl, dass das nichts wesentlich anderes ist, als wenn ein Autofan eine Anzeige für die Öltemperatur am hinteren Nockenwellenlager im Armaturenbrett hat. Lach.

Dem Starkstrom aus dem Booster zuliebe habe ich alle Sammelleitungen für Fahrstrom mit 0,75 mm² Kabel ausgeführt und nur die Kabelanschlüsse am Gleis, bei denen ich weiß, dass da maximal ein Zug drauf stehen kann, mit den üblichen 0,14mm² Kabeln.

Also, nachdem nun die Anlage sozusagen baufertig elektrisch erschlossen ist, geht es endlich ans Gleise bauen.

Wolfgang's N-Anlage K800_254

Nach einigem Experimentieren ergab sich, dass sich die Kapa-Trassen recht gut mit einem dünnen Polystyrolstreifen und Stabilit Express auf ihrer kunststoffbeschichteten Unterseite verkleben lassen. Und das dann mit Paketklebeband umwickelt. Ein etwas rabiaterer Test ergab, dass das Kapa neben und nicht in der Verklebung abknickt, also: mehr würde nichts bringen.

Die Gleise liegen auf einer Bettung aus Trittschalldämmung. Die gibt's für'n Appel und ein Ei in riesigen Rollen jedem Baumarkt und eine Rolle würde wahrscheinlich für 5 bis 10 meiner Anlagen reichen. Wenn die Gleise sichtbar sind, werden sie auch eingeschottert und da ist es natürlich hilfreich, wenn die Bettung schon mal eine Anschrägung hat. Im Fotobedarf bin ich dafür fündig geworden:

Wolfgang's N-Anlage K800_255

Mit diesem Ding werden normalerweise die Innenkanten von Passepartouts für Fotos dekorativ schräg geschnitten, hier wird es sinnwahrend zweckentfremdet. Schön auch, dass die Dämmung gleich die Schnittbreite von 10 mm angezeichnet hat. Ich war natürlich so begeistert, wie schön dieses Konzept aufgeht, dass ich in meinem Tatendrang auch gleich die ersten Trassenbretter der Wendel mit einer schönen grünen Trittschalldämmungsböschung mit Schrägschnitt versehen habe ...

Wolfgang's N-Anlage K800_256

... und dann kam wieder der hier Klopfkopf und machte mich drauf aufmerksam, dass ich a) die Gleiswendel bestimmt nicht schottern werde und b) die Geräuschdämmung auf einer Hartschaumplatte als Unterbau auch nicht das ist, was man sich so als ganz unbedingt erforderlich vorstellt. Der zum Aufkleben der Böschungsstreifen verwendete Weißleim entwickelt darüber hinaus in kurzer Zeit eine derart innige Zuneigung zu den beiden Oberflächen, dass es sich ohne Flurschaden auch nicht wieder abziehen ließ. Irgendwelche windigen Auf- und Abfahrrampen wollte ich jetzt in diesem sensiblen Gleisbereich auch nicht bauen und die anschließenden Trassenbretter einfach 2mm hochsetzen ließ mein Stolz nicht zu. Also: Wer keine Arbeit hat, macht sich welche. Und wenn ich sie mir konsequent mache, sieht es auch so aus, als müsse es so sein. Fazit: Es ist geradezu ein Markenzeichen sorgfältigen Bauens, dass selbst noch die Schattenbahnhofsgleise eine Böschung erhalten, oder nicht? Ihr kennt zwar jetzt die Wahrheit, aber Ihr könnt bestimmt schweigen.

Jede Böschung wird aus zwei Streifen gebildet, die entlang der Mittellinie des Gleises ausgerichtet werden. Wenn fertig und abgebunden, wird dann das Gleis ebenfalls mittels Weißleim aufgeklebt. Wobei ich die Gleise immer vorbiege, die innere Schiene entsprechend des Kurvenwinkels kürze und über Schienenverbinder nochmal drüber löte. Der Weißleim hält sehr gut, man kann die Klebestelle aber für Korrekturen wieder mit einem zwischen Gleis und Böschung geschobenen Cuttermesser aufhebeln. Davon musste ich leider mehrfach Gebrauch machen, denn:

Die Gleise lassen sich bis zum Abbinden des Weißleims wunderbar mit den üblichen 08/15 Kunststoffklammern fixieren. Allerdings mag der Hartschaum der Kapa-Platte keine punktförmigen Belastungen. Mitten im Gleis und Trassenbrett macht das noch keine Probleme, aber am Ende des Trassenbrettes ist weniger Material, das sich der Klammer entgegenstellen kann, und da kann das Gleis dann so 0,5...1mm tief in das Trassenbrett hineingedrückt werden, wenn man eine kräftige Klammer erwischt. Nicht so toll, hier musste ich den Aufhebeltrick mit dem Cuttermesser ein paar Mal anwenden, bis die rettende Idee kam. In Gestalt eines 40 ...50mm langen Schiffchens, das genau zwischen die Schienen eines Gleises passt. Damit lässt sich das Gleisende exakt positionieren, aber der Druck der Klammer verteilt sich auf eine größere Fläche, so dass sich nichts mehr eindrückt. Aha. Erste Tücke des Kapa Fixes, die sich aber einfach umgehen lässt, wenn man es weiß. Weitere Tücken folgen ...  

Auf diese Art entstand nach und nach die komplette Wendel (von der ich komischerweise noch gar kein Bild habe ... wird nachgeliefert!) und die Ausfahrgruppe aus dem Schattenbahnhof und Einfädelung in die Gleiswendel, von der ich im nächsten Beitrag gerne ein bisschen mehr erzähle:

Wolfgang's N-Anlage K1024_44

Soderle. Ich hoffe, das war nicht zu lang und nicht zu langweilig zu lesen. Ich denke, es werden noch zwei oder drei Beiträge in diesem Kaliber, bis ich endlich auf dem heutigen Stand bin.

Bis dahin viele bastlerische Grüße
Wolfgang
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Beitrag von Steffen70619 Do 21 Okt 2021, 00:14

Hallo Wolfgang,

ne, das ist im Gegenteil sogar sehr interessant zu lesen. Deine Systematik gefällt mir.
Und die Trittschalldämmung habe ich beim Laminat-Verlegen gebraucht, aber an Gleisunterbau nicht gedacht.
Ein sehr guter Tip. Zumal es die in verschiedenen Stärken gibt.
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Beitrag von Fraenkyzuma Do 21 Okt 2021, 08:30

Hallo Wolfgang,
ich schließe mich an ... sehr kurzweilig zu lesen und höchstinteressant ... freu mich auf die Fortsetzungen ...
Gruß von Frank
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Beitrag von maxl Do 21 Okt 2021, 11:00

Und mir geht es ganz genauso, Wolfgang!
Bei dir kann man einfach viel lernen und du schreibst ohnehin sehr kurzweilig. Es macht wirklich Spaß, deinen Berichten zu folgen.
Mir imponiert gewaltig, wie aufgeräumt und perfekt geplant dein Projekt wirkt. Na klar - da kommt der Ingenieur durch...

Beste Grüße
Michael (maxl)
maxl
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Beitrag von Lupo60 Do 21 Okt 2021, 23:54

Guten Abendzusammen,

so, der Haftgrund trocknet in der Werkstattbaustelle vor sich hin, und da kann ich jetzt ja ein bisschen weiter erzählen. Übrigens, ich freue mich sehr über Eure Rückmeldungen!

Ich hatte ja versprochen, Bilder von der Wendel nachzuliefern. Hier ist sie, wie sie Stand per heute aussieht, bereits mit angebauter Einfädelung und Weichenstraße vom Schattenbahnhof:

Wolfgang's N-Anlage K800_258

Die beiden Baugruppen sind bereits komplett verkabelt, an die Anlagenelektrik angeschlossen und voll betriebsbereit. Wenn man genau hinschaut, sieht man auch, dass dieses Habitat bereits die ersten Bewohner angelockt hat:

Wolfgang's N-Anlage K800_259

Allerdings sind die Betriebsmöglichkeiten zur Zeit doch eher beschränkt. Was man auf den zweiten Blick auch vor allem sieht, sind Kabel, Kabel und nochmals Kabel. Die Digitaltechnik soll ja die Verkabelung drastisch vereinfachen. Ah ja. So einen Kabelverhau hatten meine analogen Anlagen eigentlich nicht. Dafür kann die Elektrik auch wesentlich mehr. Nehmen wir einfach mal das Schaltbrett, das wieder mal sehr vorteilhaft in den Nuten des Rahmens Platz gefunden hat:

Wolfgang's N-Anlage K800_260

Ganz links oben ist ein Terminal für einen 37-poligen Sub-D-Stecker, von dem 34 Pole belegt sind. In Anlehnung an die Arnold-Kabelfarben ist bei mir grundsätzlich die Stromzuführung zum Gleis rot, der Nulleiter schwarz. Grün sind die Kabel zur Herzstückpolarisierung der Weichen. Es schließt sich nach rechts eine Batterie von 6 Viessmann-Relaisklötzen an. Zu deren Funktion gleich mehr. Über die beiden Relaiskästen rechts läuft der Kabelbaum mit den Anschlüssen der Servoantriebe für die Weichen. Sie verschwinden an den drei unten angeordneten Uhlenbrock Weichendecodern. Fast unscheinbar sind drei von oben rechts kommende, graue Kabel, die in vierpoligen "Servosteckern" enden und dann weiter zu den Weichendecodern laufen. Unten links sind dann zwei Gleisbesetztmelder angeordnet, die vermittels schwarzem Telefonkabel ans LocoNet angeschlossen sind. Weiterhin hängt links unten ein kleiner, hauptsächlich roter Kabelbaum weg. Der verbindet dann das nächste sich anschließende Segment des Schattenbahnhofs. Ganz unscheinbar von links am Rahmen kommen noch 4 dickere Kabel, das ist die Stromversorgung vom Booster.

Wo fange ich am besten an? Ich habe alle Weichen dahingehend umgebaut, dass das Herzstück entsprechend der Weichenstellung gepolt ist. Die Weichenservos können so etwas schalten und damit wäre die Welt ganz einfach, wenn ich nicht so ein Misantrop wäre. Ich weiß ja, wer am Steuerpult sitzen wird, ich sehe ihn ja jeden Tag im Spiegel. Und dieser jemand will dann eigentlich nur die Lok an der Bekohlung einen Platz vorziehen, gibt in seiner Schusseligkeit eine falsche Loknummer ein und unten im Schattenbahnhof fährt ein Zug in die falsch gestellte Weichenstraße und verursacht Kurzschlüsse und Flankenfahrten. Neee, nicht mit mir!

Also habe ich mir überlegt, dass eine Stoppweichenfunktion gar nicht so doof wäre. Es soll also eine Lok nur dann anfahren können, wenn die Fahrstraße richtig für sie gestellt ist. Wie machen? Also, da zunächst einmal alle "roten Gleisanschlüsse" von den Gleisbesetzmeldern genutzt werden, geht meine Schaltung auf die "schwarzen", also den Nullleiter. Dann habe ich diese Schaltung entwickelt:

Wolfgang's N-Anlage K800_261

Im Prinzip bildet diese Schalterkaskade genau die skizzierte Weichenstraße nach. Die Schalterstellung entspricht der Weichenstellung und der eine Schalter gibt den Strom an den entsprechenden nächsten Schalter bzw ans Gleis weiter. Letzten Endes ist nur das Gleis durchgeschaltet, das der Weichenstellung entspricht. Ganz einfach ... obwohl ich immer das unbehagliche Gefühl habe, dass mich irgendwann mal ein alter Hase auslacht, weil man doch einfach in Traincontroller irgend ein Macro programmieren könnte oder sowas. Aber nein, will ich gar nicht wissen.

Damit werden pro Weichenstellung zwei Schaltvorgänge benötigt. Einer für's Herzstück, der andere für die Fahrsicherheit. Deswegen die Relais, die von den Schaltern in den Weichendecodern angesteuert werden. Das sind die blauen Kabel. In Anlehnung an Arnold ist bei mir Wechselstrom und Schaltstrom immer blau/braun.

Die unscheinbaren grauen Kabel, die von rechts oben kommen sind einer Besonderheit der Uhlenbrock-Weichendecoder geschuldet. Die haben den Vorteil, dass sie den Digitalstrom nur für die Signalübertragung verwenden und die Servos dann mit Strom aus dem blau/braunen Schaltstromkreis betreiben. Dafür haben sie den Nachteil, dass sie wie eine Lokomotive am Programmiergleis programmiert werden. Das klappt natürlich prima, wenn man damit auf dem Tisch herumexperimentiert, aber wie soll das funktionieren, wenn der Dekoder irgendwo tief unter der Anlage versteckt sitzt?

Als Rätsels Lösung habe ich mir dieses Teil hier gebaut

Wolfgang's N-Anlage K1024_45

Es hat einen schwarzen Hauptschalter, mit dem ich alle Decoder stromlos machen kann. Und dann hat jeder Decoder seinen eigenen Schalter mit dem ich ihn auf den Strom des Programmiergleises schalten kann. Funktioniert prächtig, nur der Kabelverhau auf der Rückseite der Schalttafel ist unbeschreiblich. Hier gehen die grauen Mehrfachkabel hin. Ein Weichendecoder kann 4 Weichen ansteuern. Jetzt kann man anhand der Schalter ausrechnen, wie viele Weichen ich einbauen darf. Ich denke, das sollte dicke ausreichen. Allerdings kann es ja auch durchaus sein, dass mich der Affe beißt, und ich auch Signale, Lokschuppentore, Wasserkräne per Servo antreiben will. Also ist es gut, da noch ein bisschen etwas in Hinterhand zu haben.

Wie man sieht, habe ich diese Schaltung auch wieder auf einer Kapa Fix Platte aufgebaut. Das ging auch prima, aber die Schaltung hat erstmal überhaupt nicht funktioniert. Des Rätsels Lösung war dann das Kapa Fix. Auf der Rückseite ist eine Sperrholzplatte aufgeklebt, und auf die Sperrholzplatte sind viele Lötösen geschraubt. Manche Schrauben waren einen winzigen Tacken zu lang und pieksten minimal ins Kapa Fix hinein. Ja, wir erinnern uns, dass diese Platten noch eine Kaschierung aus Alu haben. Wieder so eine Tücke, die man kennen sollte...

Wie man sich vorstellen kann, habe ich an dieser Elektrik eine gefühlte Ewigkeit gesessen. Dem gegenüber ist die Verkabelung der Wendel geradezu bescheiden:

Wolfgang's N-Anlage K800_262

Zwei von diesen Platten, also vier Belegtmelder à 8 Gleisabschnitte und das war's. Toll. Entsprechend dachte ich, dass ich diese Verkabelung ja in zwei, drei Tagen bequem schaffe. Denkste. Ich hätte es mir ja ausrechnen können: In dieser Wendel sind -auch für mich unglaubliche- 80 m Gleis verlegt. Meine Bauaufsicht verlangt stur, dass alle 1/2 m ein Anschlusspunkt sein muss. Macht also 160 Anschlusspunkte, mithin 320 Lötstellen am Gleis. 320 Käbelchen vom Gleis dann an die passende Lötöse von 160 extra zu fertigende Terminals, die ihrerseits wieder angeschlossen werden wollten. Äh ... so viel vielleicht dazu noch: es waren keine zwei bis drei Tage. Auch keine zwei bis drei Wochen.

Aber gut, auch das ging vorbei. Das Plug'n'Play hat dann bei beiden Baugruppen richtig gut funktioniert. Ein paar falsch gepolte Herzstückpolarisierungen, und dann lief  es. Das sind dann so die ZappaDong!-Momente, die das Bastlerleben versußen.

Einen Tipp hätte ich noch: Die Skizze der Stoppweichenschaltung habe ich meiner heiligen Kladde entnommen. Da habe ich alles, was ich sonst nach drei Tagen wieder vergessen hätte, aufnotiert. Von Steckerbelegungen über Schaltungen bis hin zu Bezeichnungen und Längen von Belegtmeldeabschnitten. Hat sich bestens bewährt, auch nach längerer Abstinenz kann man sich schnell wieder einlesen und ist wieder im Stoff.

Zur Zeit im Bau ist das Gleisfeld und Teile der Einfahrweichen des Schattenbahnhofes. Hier mal von der Unterseite aus gesehen:

Wolfgang's N-Anlage K800_263

Da hier keine Stoppweichenschaltung gebraucht wird, ist die zugehörige Schalttafel recht zivilisiert. Trotzdem hat mich mittendrin erstmal der Kabelkoller gepackt. Ich musste mal etwas ganz anderes machen und da kam mir diese Occre S3/6 gerade recht. Der Rest meines bastlerischen Werdeganges ist hier dokumentiert.

Aber beim Schreiben und natürlich bei der Aussicht, endlich Platz um die Anlage herum und diese auf einer gescheiten Höhe zu haben, bekomme ich schon Lust,hier jetzt wieder weiter zu bauen. Was nutzen die schönsten Lokomotiven, wenn sie nirgends fahren können. Schon beim Tenderbau für den Rollwagen hat mir eine richtige Erprobungsmöglichkeit sehr gefehlt ...

Ein Schmankerl zu dieser Anlage hätte ich noch für den nächsten Beitrag. Ansonsten ist erstmal gut für heute, denk ich.

Viele Grüße
Wolfgang
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