Der lustige Modellbauer
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Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren

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Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren Empty Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren

Beitrag von Steffen70619 Mo 04 Jan 2021, 13:57

Hallo zusammen,

Wolfgang hatte schon einen schönen Thread eröffnet mit Pimp Up- und Kleinbasteleien. Wobei - so klein waren die Basteleien auch nicht.
Jedenfalls finde ich die Idee aber so gut, dass ich mich da mal parallel dazu einklinken möchte.

Nach den Kriterien der bereits Jahrzehnte zurückliegenden Modellbauwettbewerbe, die regelmäßig im "Modelleisenbahner" veröffentlicht waren, wurde im Modellbahn-Bastel-Wesen nach den Kategorien Eigenbau (1), Umbau (2) und Frisur (3) unterschieden. Beim Eigenbau durften nur Motoren, Getriebeteile und Radsätze von handelsüblichen Modellen verwendet werden, beim Umbau durften alle Teile handelsüblicher Modelle verwendet werden unter der Bedingung, dass ein anderer Fahrzeugtyp entsteht, und bei der Frisur ging es um modellmäßige Verbesserung eines Industriemodells ohne Veränderung des Fahrzeugtyps.

Über meinen WLC4ü-21 hatte ich bereits kurz berichtet, will aber mit dem diesen Thread beginnen. Da sich der Fahrzeugtyp nicht ändert, fällt das unter die Kategorie Frisur, im Wettbewerb wäre das B3/H0 gewesen, also genau am entgegengesetzen Ende der Königsdisziplin.

Zum Vorbild: Die gerade erst gegründete Deutsche Reichsbahn beschaffte 1921 insgesamt 11 Schlafwagen der 3. Klasse bei Linke-Hoffman Breslau. In den nicht sonderlich großen 12 Abteilen waren jeweils 3 Schlafplätze der 3. Klasse angeordnet. Den Wagen würde man heute als Liegewagen bezeichnen. 1923/24 schloß sich eine Nachlieferung über 12 Wagen an. Zunächst von der Reichsbahn betrieben, wechselten die Wagen einige Jahre später zur Mitropa und erhielten (erst) dann die rote Lackierung.

Roco hatte den Wagen in der Ausführung der DSG im Rahmen seiner Hechtwagen-Serie im Programm. Den Wagen gab es in Lackierung und Beschriftung der DSG und der Mitropa (letztere in Epoche 2 und 3).
Epochenspezifische Unterschiede wurden nicht nachgebildet. So fehlten leider die Lüfter über den Abteilfenstern.

Trotzdem macht der Wagen einen guten Eindruck und bietet sich für eine Frisur an. Voran ging eine Zeichnung und Farbstudie.
Die Informationen hierzu lieferte der Artikel und die Skizze im "Organ für die Fortschritte des Eisenbahnwesens 1922".

Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren Wlc4z-15

Das Dach erhielt die Wendler-Luftsauger über jedem Abteil und den Wasch- und Toilettenräumen.
Die Dachtritte wurden entfernt und durch Handlaufpaare auf den Rammdachenden ersetzt.

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Der Wagenkasten bekam den breiten oberen Brüstungsstreifen und die Stoßleisten der Seitenbeplankung.

Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren Wlc4z-17

Am Untergestell sind die Schalter der elektrischen Heizung entfernt und Korbpuffer montiert, der Wagenkasten ist entlackt.

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Der Wagenkasten wurde in braungrün und das Dach in beige lackiert. Dies dürfte zumindest nach der Helligkeitsstufe dem Auslieferungszustand nahekommen.

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Ein zweites Dach habe ich auch vorbereitet und lackiert, es ist nun auf dem Roco-Epoche2-Modell montiert.
Der Zustand entspricht im wesentlichen dem nach der Übernahme durch die Mitropa. Änderungen am Wagenkasten und Untergestell habe ich nicht vorgenommen.

Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren Img_9518

Herzliche Grüße

Steffen
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Beitrag von Glufamichel Mo 04 Jan 2021, 16:02

Resteverwertung... Rolling eyes  
Genauso schmackhaft wie die "quer-durch-den-Kühlschrank" , wenn es der Koch "drauf hat" Steffen Zehn Beifall sunny
Glufamichel
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Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren Empty Hütchentausch mit Zusatzarbeit - HAMOnisierung der E 18 40

Beitrag von Steffen70619 Sa 02 Jul 2022, 03:15

Hallo zusammen,

Seit gefühlten zwei Ewigkeiten liegen bei mir die Märklin-Sets 26509 und 43208 "Fernschnellzug Berlin-Leipzig" herum. Nun ist weder Märklin meine Hausmarke, noch fahre ich auf Dreileiter-Wechselstrom. Mir haben allerdings die Schürzenwagen in der zweifarbigen DR-Ausführung der Epoche III gefallen, so dass ich beide Sets vor einigen Jahren bei meinem St.-Galler Modellbahnhändler nicht liegenlassen konnte, zumal für einen sehr günstigen Kurs.

Nun fiel mir letztes Jahr, ebenfalls für einen günstigen Kurs, eine blaue Märklin/HAMO E 19 12 mit der Art.-Nr. 38691 in die Hände.

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Beide Maschinen haben das gleiche Fahrwerk; anstelle des Mittelschleifers sind bei der Hamo-Version zwei Radschleiferplatinen verbaut. Und die einseitig isolierten Hamo-Radsätze entsprechen der NEM. Im Bild sieht man die Unterschiede gut:

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Die E 18 40 ist ab Werk digitalisiert und verfügt über eine Führerstandsbeleuchtung. Das Gehäuse ist mit nur einer Schraube befestigt.
Die Führerstandsbeleuchtung war allerdings recht mühsam herauszupopeln.

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Wesentlich einfacher ging das Zerlegen der HAMO E 19. Bei beiden Loks müssen von der kleinen Platine in der Mitte die Zuleitungen zu den Drehgestellschleifern abgelötet werden, sonst können die Drehgestelle nicht demontiert werden. Und ich brauchte ja die Radsätze und die roten Abdeckungen.

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Die Radsätze der HAMO-Maschine habe ich gereinigt. Die Achswellen stecken in Messinghülsen, und da war das Öl schon etwas verharzt. Nach einem mehrstündigen Bad der Radsätze in Bioalkohol gings dann wieder.
Nach dem Ummontieren der Kontaktplatten an den Drehgestellabdeckungen habe ich dann beide Fahrwerke wieder komplettiert. Getauscht wurden die Radsätze und die Schleifer auf den Drehgestellabdeckungen, Natürlich auch die nur eingeklipsten seitlichen Rahmenteile. Hier die E 19 12 nach Komplettierung des Fahrwerkes.

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Achsen, Getriebe und Motorlager habe ich sehr dezent geölt und die Haftreifen erneuert.
Aber die Fahreigenschaften der HAMO-E 19 (jetzt E 18 40) sind, nun ja, sehr bescheiden. Die Roco-Maschine ist da eine ganz andere Liga. Aber ich habe meinen Zug nun in der von mir gewünschten Zweileiter-GS-Ausführung. Die Wagen haben Radsätze von Thomschke erhalten.

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Was auf den ersten Blick wie ein einfacher Hütchentausch aussieht, hat sich aufgrund der zum Umbau des Fahrwerkes erforderlichen Lötarbeiten doch als recht zeitaufwendig herausgestellt. Sind insgesamt drei Feierabende draufgegangen  Very Happy
Die E 19 12 werde ich nun wohl in der Bucht als Bastelmaterial versenken. Ausprobieren kann ich sie nicht, und die Führerstandsbeleuchtung habe ich auch nicht wieder eingebaut.
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Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren Empty Piko-Omu aufgemöbelt

Beitrag von Steffen70619 So 31 Jul 2022, 15:13

Hallo zusammen,

in meinem unergründlichen Bastelvorrat befinden sich ein gutes Dutzend offene Piko-Güterwagen der Gattung Omu, DR Epoche III, in allen möglichen Erhaltungszuständen.
Das Modell erschien bereits 1960 (!) als Wagen ohne Bremserhaus unter der Art.-Nr. ME-121 und 1967 in der Variante mit Bremserhaus als 5/162-xx. Es gab ihn in diversen Beschriftungen verschiedener Bahnverwaltungen. Die Modelle stellen die ab 1923 gebauten Wagen der Verbandsbauart A10 dar, die zu Reichsbahnzeiten den Gattungsbezirken Breslau und Essen zugeordnet wurden. Bei der DB war er als Om 12 bekannt.

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Das Modell verschwand spurlos Anfang der 80er Jahre, meine ich, und wurde zur 750-Jahr-Feier Berlins durch ein Modell des preußischen offenen Güterwagens mit 15 t Ladegewicht nach Musterblatt pr II d 2 ersetzt. Die fehlenden schrägen Zugbänder der Seitenwände und die Preßblech-Achshalter verorten das Vorbild auf den Baujahreszeitraum zwischen 1904 bis etwa 1909. Diese Wagen wurden später den Gattungsbezirken Münster zugeschlagen. Das Modell ist links abgebildet. Es verfügt erstmals über eine Längsträger-Beschriftung, und die Bauartunterschiede des Wagenkastens zu seinem Vorgänger sind augenfällig.

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Piko verwendete für die ab 1959 erschienenen neuen Güterwagen ein einheitliches Untergestell und nahm hierfür auch Kompromisse in Kauf. Anfänglich wurde der Wagenkasten mit 2 kleinen Schrauben befestigt, die später durch eine Steckverbindung ersetzt wurde, die praktisch nicht zerstörungsfrei zu demontieren ist.
Neu war seinerzeit die Fertigung des Untergestells und des Wagenkastens im Kunststoff-Spritzgußverfahren aus dem Thermoplast Polystyrol. Bei den gedeckten Güterwagen ab 1960 wurde die erhabene Beschriftung durch eine im Tampondruckverfahren aufgebrachte Beschriftung ersetzt; die offenen Güterwagen erhielten sie gleich von Anbeginn an.

Nach einigen unbefriedigenden Versuchen mit den Roco-Kurzkupplungskulissen zum Nachrüsten habe ich mir mit dem Wiederauftauchen der kleinen Symoba-Kulissen die Wagen wieder vorgenommen und ein Musterfahrzeug gebaut.
Erstaunlicherweise gelang es mir, den Wagenkasten heil abzuziehen. Nach Entfernen der grottigen Radsätze und Aufbiegen der Kupplunghalter lassen sich Ballastgewicht und Achshalterbleche entfernen. Die kleinen Symoba-Kulissen hatte ich als Packung mit 10 Paar bereits letztes Jahr gekauft.
In das Untergestell habe ich rechteckige Ausschnitte eingebracht und die Kulissen bündig eingeklebt. Sie passen wie maßgeschneidert. Achshalter und Ballastblech müssen dann aufgeklebt werden.

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Der Wagen und die Einzelteile vor dem Zusammenbau.

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Nach dem Aufsetzen der Normschächte habe ich den Haltestift gekürzt und bündig zum Normschacht abgefeilt. Ich bin mit dem Ergebnis ganz zufrieden.
Der Wagen (unten) hat RP25-Radsätze von Thomschke erhalten. Die Federpuffer waren nicht vorgesehen, aber mit meiner Ungeschicklichkeit habe ich das fertig geklebte Untergestell fallen gelassen, worauf sich ein Pufferteller verabschiedete.
Durch das bündige Einsetzen der KKK in den Wagenboden bleibt der Versatz zwischen Kinematik und Kupplungskopf kurz, und die Kulisse hakelt nicht.

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Der fertige Wagen in Standard-Fotopositur. Mit den gerichteten Achslagerblechen und den neuen Radsätzen läuft er sehr leicht. Vom Formenbau und der Beschriftung finde ich es erstaunlich, was Piko da vor 62 Jahren auf die Räder gestellt hat. Leider ist der Wagen auch nach der Wende nie wieder bei Piko aufgetaucht.

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Beitrag von lok1414 So 31 Jul 2022, 18:06

@Steffen: Schöner Beitrag, der zeigt wie man 08/15-Wagen bzw. preisgünstige Wagen in "preiswerte" Wagen, ohne viel Aufwand, umbauen kann ... Gewusst wie!
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Beitrag von Steffen70619 So 31 Jul 2022, 18:18

@Wolfgang: Besten Dank. Ja, die Piko-Güterwagen sind durchaus 08/15-Wagen, weil es sie in großer Stückzahl gab/gibt, und sie ihren Zweck gut erfüllen. Ich greife da auf ähnliches "Rohmaterial" zurück wie Du, und schaue mir nicht nur bei Dir so einiges ab.
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Beitrag von Steffen70619 Fr 05 Aug 2022, 20:41

So, der zweite Wagen ist auch fertig, so daß sich nun Kuppel- und Fahrversuche anstellen lassen.

Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren Img_6316

Mit den neuen RP25-Radsätzen und sauber gerichteten Achshalterbrücken laufen die Wagen echt leicht. Spitzenlagerung in Blechachsbrücken hat doch ihre Vorteile.
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Beitrag von laiva-ukko Fr 05 Aug 2022, 20:47

@ Steffen

von denen habe ich auch noch einige im Repertoire- die stammen noch aus den 60er Jahren... irgendwie gehören sie zu meiner Kindheit Wink  Schön, dass sie bei Dir auch noch im Einsatz sind Freundschaft
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Beitrag von lok1414 Fr 05 Aug 2022, 20:54

@Steffen: Als ich zum ersten mal von RP25 war ich skeptisch, ob die auf den Gleisen bleibt? Dann kaufte ich mir 1991 in Chicago eine US-Lok als Basis für meine spätere USATC #1818. Ich war erstaunt wie sicher die Lok über die Gleise rollte. Später sah ich, die hatte RP25 Profil. Danach habe ich so manches Profil auf RP25 abgedreht. Es gab deutlich weniger Entgleisungen.

Mit den Symoba-Kulissen habe ich auch gute Erfahrungen gemacht. Ich habe ich hauptsächlich in mehrteiligen Triebwagen-Einheiten verwendet.
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Beitrag von Steffen70619 Fr 05 Aug 2022, 21:24

@Wolfgang: RP25 ist auch neu für mich. Da mich inzwischen selbst die NEM-Spurkränze stören, dachte ich mir - mal ausprobieren. Muß mal meine Piko-A-Gleis-Teststrecke aufbauen und sehen, wie die über die Weichen laufen. Unter meinen Märklin-DR-Schürzenwagen laufen die Thomschke-RP25-Radsätze einwandfrei. Und Radsätze ist ja leider das große Thema bei Piko-Modellen aus der DDR-Zeit.

Die verwendte kleine Symoba-Kulisse habe ich schon vor gut 25 Jahren in Piko-Tender verbaut. Sie paßt da exakt rein.
Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren Tender13

Da man sie recht elegant im Wagenboden einlassen kann, verwende ich sie nun. Triebwagen-Einheiten ist auch eine perfekte Anwendung.
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Beitrag von steef derosas So 07 Aug 2022, 00:26

Hi Steffen
Eine aufmerkung/frage ûber die vormälige OMMK[U]
Sind die schon ab 1904 gebautt als A10 verbandwagen? Ich habe eine quelle gesehen vor einige jahre das die erst ab 1909 gebautt worden sind. Könnte mein fehler sein. 1904 ist nach meine h0 bahn ausstaltung jedenfalls viel passender
LG
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Beitrag von Steffen70619 So 07 Aug 2022, 15:04

Hallo Stefan,

ich habe mal meine Quellen durchsucht, und zwar
- Carstens/Diener, Güterwagen Band 3 - offene Wagen, VGB Verlagsgruppe 2003
- Musterzeichnungen für die Betriebsmittel der Preußischen Staatseisenbahnen, Kokswagen von 15000 kg Ladegewicht, Blatt II d 2, II Auflage, August 1908
- Musterzeichnung des Deutschen Staatsbahnwagenverbandes, Offener Güterwagen von 20000 kg Ladegewicht, Blatt A10, 2. Ausgabe Oktober 1916

Der Übergang zwischen den Wagenbauarten war fließend, verschiedene Bauarten wurden auch einige Jahre parallel gefertigt.
Die Modellbahnhersteller haben selten einen Wagen exakt nachgebildet. Was auch nicht verwundert, sind doch die Wagen im Laufe der langen Einsatzjahre umgebaut worden.

Hier habe ich mal die Piko-Modelle in der Chronologie der Vorbilder nebeneinandergestellt. Es sind Wagen aus dem Bastelvorrat, keine Sammlerstücke.

Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren Img_6322

Links ist der als Ocmlk[u] beschriftete Kokswagen "Berlin 31000" mit 15000 kg Ladegewicht. Er entspricht, bis auf das unpassende Untergestell, dem preußischen Kokswagen nach Musterblatt II d 2. Sogar die Beschriftung hat Piko 1:1 von der Musterzeichnung übernommen. Der Wagen kam, soweit ich mich erinnern kann, 1987 zur 750-Jahr-Feier Berlin in einer Zugpackung mit einer G 8.1 und zwei gedeckten Wagen heraus.

Die ersten Wagen mit 4.500 mm Achsstand nach Musterblatt II d 2 erschienen 1891, noch mit Fachwerk-Achshaltern. Die schrägverlaufenden Zugbänder zwischen Türausschnitt und Stirnwand waren noch innen angebracht. Ab 1904 hatten die Wagen Preßblechachshalter. Ab 1908 ein verstärktes Untergestell, so daß das Ladegewicht auf 20.000 kg erhöht wurde. Die Zugbänder sind ab 1908 auch sukzessive nach außen gewandert. Die Wagen wurden bis 1913 gebaut.

Einen preußischen Wagen mit 20000 kg Tragfähigkeit nach Musterblatt II d 2, 3. Ausgabe, stellt das in der Mitte wiedergegebene Piko-Modell nach. Es ist in Epoche II als Omn "Ludwigshafen 10567" beschriftet. Der Wagen erschien kurz vor der Wende, nach der Wende hat man schnell noch Symoba-Kulissen reingemurkst. Nach Überarbeitung mit neuem Untergestell erschien der Wagen dann wieder in verschiedenen Beschriftungsvarianten.

Die offenen Güterwagen nach Verbandsbauart A10 erschienen ab 1913; bis 1920 sind über 100.000 Stück gebaut worden, für die DRG dann bis 1928 noch einmal 75.000 Stück. Die ersten Wagen unterschieden sich äußerlich nicht von den letzten preußischen Wagen. Nur bei den gebremsten Fahrzeugen war durch das Bremserhaus der Verbandsbauart mit zwei seitlichen Türen und dem schräg nach hinten abfallenden Dach ein augenfälliger Unterschied vorhanden.

Die Wagen hatten zunächst seitliche, außenliegende Zugstreben. Ab 1923 wurde die Konstruktion überarbeitet. Der Türausschnitt wurde durch ein Sprengwerk verstärkt, und die Zugbänder waren nur noch in den Feldern neben den Türen angebracht. Bei der DRG wurden die Wagen den Gattungsbezirken Breslau und Essen zugeordnet.
Diesen Wagentyp hat Piko ab 1960 nachgebildet, und gestern ist mein dritter Wagen - diesmal einer mit Bremserhaus - fertiggeworden.

Resteverwertung III - Kleinumbauten und Frisuren Img_6323

Die Konstruktion der letzten Wagen nach Musterblatt A10 wurde 1927 zum Austauschbau-Wagen weiterentwickelt, der dann dem Gattungsbezirk Königsberg zugeordnet wurde.

Wenn Du also Wagen zum Jahr 1904 passend suchst, bleiben nur die nach dem Musterblatt II d 2. Da die Beschriftung des Piko-Wagens nur einfach in weiß aufgedruckt ist, müßten die mehrfarbigen Symbole und Embleme neu angebracht werden.
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Beitrag von steef derosas So 07 Aug 2022, 22:29

Danke fürs beileuchten Steffen. Es gab also doch manche varitationen im bauzeit diesem wagentype. Ist also nicht einfach um "irgent" eine zeit aus zu bilden. Da ich die fleischmann- OMMK[U] bzw drg OM modelle am schönste finde, mache ich ein auge zu zum ausbilden der vorkriegs-epoche I wagen
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Beitrag von Steffen70619 Mo 08 Aug 2022, 02:45

Da stimme ich Dir zu, Stefan. Fleischmann hatte die schönsten Modelle. schmales Fahrwerk, sauber gravierter Wagenkasten. Die Wagen gab es ohne Bremserhaus und mit preußischem sowie Verbands-Bremserhaus. Ich habe sie als DRG-Wagen.
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