Der lustige Modellbauer
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Wo ist Johanna?

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Wo ist Johanna?

Beitrag von lok1414 am Sa 05 Mai 2018, 21:49

Viele Modellbahner kennen "Pauline", "Hermine" und "Adolphine" ... oder doch nicht????
Ich meine diese "Mädels":

Pauline, alias LAG 2, alias E69 02 (169 002)


Hermine, alias LAG 3, alias E69 03 (169 003)


Adolphine, alias LAG 5, alias E69 05 (169 005)


... aber wo ist Johanna?

Zunächst wieder etwas geschichtliches um ins Thema zu kommen:
Zu Beginn der 1920er Jahre benötigte die bayrische LAG dringend eine leistungsfähige Güterzuglokomotive für die Strecke Murnau–Oberammergau. Siemens in Berlin lieferte 1922 eine zweiachsige Lokomotive mit einem recht eigenwilligen Aufbau. Sie hatte das Führerhaus am Fahrzeugende, davor befand sich ein langer, abgeschrägter Vorbau, auf den sich das weit vorgezogene Dach mit zwei Ständern abstützte. Sie wurde als LAG 4 in das Betriebsmittel-Schema der LAG eingereiht. Der mechanische Teil der Lok ist aus einer Hälfte der Siemens-Drehstrom-Versuchslokomotive entstanden, die 1902 für die Studiengesellschaft Elektrische Schnellbahnen Marienfelde–Zossen gebaut wurde (
Code:
http://buergerbahnhof-murnau.de/denkmallok-e-69-04/geschichte
). Die elektrische Ausrüstung mit den beiden Tatzlagermotoren wurde jedoch neu entwickelt (einen Eindruck des ungewöhnlichen optischen Erscheinungsbildes der Lokomotive bietet die gleichartige andere Hälfte der genannten Versuchslokomotive. Diese war bis 1988 als Werkslokomotive bei Siemens in Berlin im Einsatz und befindet sich heute im Deutschen Technikmuseum Berlin).

1934 wurde die LAG 4 bei Krauss-Maffei umgebaut und ein neuer Aufbau mit mittigem Führerhaus geliefert, der weitgehend dem der LAG 5 glich. Die Elektrik blieb unverändert bis zum Umbau für das 15-kV-Netz im Jahre 1955 im AW München-Freimann. Die Lokomotive versah ihren Dienst bis zur Ausmusterung 1977.


Das Original steht vor dem Bahnhof Murnau und das Modell ...? ... Na klar, seit kurzem im "Aw Bonn".  Der Umzug ist noch immer nicht abgeschlossen (die Schweden liefern erst Montag in einer Woche), aber der Werkleiter konnte es nicht lassen ... es juckt in den Fingern, so gar nichts tun ....???? Das wäre doch die LAG 4 oder wie sie bekannter ist E69 04 ein passendes Projekt(chen).

Noch mal lesen was oben steht: Die heutige Form der E69 04 entstand erst 1934 im Zuge eines Generalumbaus. Das Führerhaus entspricht in seiner Gestaltung noch den älteren Loks (E69 02 bzw. E69 03), die Vorbauten sind allerdings deutlich höher und voluminöser, ähnlich der E69 05.

Warum also nicht das gleiche machen wie anno die Reichsbahn bzw. Kauss-Maffei. Das Fahrwerk und das Führerhaus von einem Modell und die Vorbauten von einem Anderen. Messen ... vergleichen ... messen ... rechnen ... nachschauen .... noch mal messen ... entscheiden:

Das (vermutlich) beste Ergebnis ist die Kombination:
... lassen wir uns überraschen.

Was nun kommt kennen die Meisten aus dem Forum:
Wat mut, dat mut ... auch wenn das Herz weint ... die Säge muss ihr Werk tun ... dazu ist sie geschaffen:

Die Fleischmann E69 02 verliert ihre Vorbauten ...




Die Piko E69 05 verliert ihr Führerhaus ...




Nach der "Säge-Orgie" sieht´s dann so aus ...


"Bäumchen, Bäumchen, wechsle dich ..." und mit der Stellprobe war der Werkleiter am Abend zufrieden ...


(... und morgen geht´s weiter)
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von maxl am So 06 Mai 2018, 10:25

Bei diesem BB bin ich aber sowas von dabei, Wolfgang! Die Hermine ist ja immer noch mein heimlicher Favorit für ein nächstes Scratch-Modell, aber ich mache keine Fortschritte in der Materialsammlung. Gerade mal eine Seitenansicht als Zeichnung ist mir zu wenig, um das Abenteuer zu wagen.
Umso interessierter schaue ich deinem Umbau von E 69 02 und 05 zur Johanna zu! Die von dir angesprochene Versuchslokomotive, aus der später durch Teilung die LAG 4 entstand, erreichte 1903 übrigens eine Geschwindigkeit von über 150 km/h!
Viel Erfolg bei deinem Vorhaben! Gruß Michael (maxl)
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von Jörg am So 06 Mai 2018, 10:54

Der Lokomotiven-Chirurg und Meister der präzisen Trennschnitte in Aktion ... Cool

Gruß - Jörg - Wink
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von lok1414 am So 06 Mai 2018, 20:34

Gesägt, getan ...
.... und weiter geht´s am Fahrwerk. Die "neuen"Vorbauten und das Führerhaus haben unterschiedliche Höhen und können so nicht zusammen gefügt werden. Daher sind am Fahrwerk kleinere Anpassungen mit dem "Universal-Werkzeug" ... ;-) von Nöten ....

Was nicht passt ...
(



... und, wenn dann richtig gesägt und geschmirgelt ist, schaut´s so aus ...


Jetzt ist es an der Zeit für eine erste Stellprobe "Gehäuseteile mit Fahrwerk" ...




... passt doch recht gut. Die Sägeflächen sind eben, parallel untereinander, die Spalten an den Fügeflächen sind minimal ... also ran an den flüssigen Kleber!

... mutig den ersten Vorbau mit dem Führerhaus verbinden ... etwas nach justieren ...


... und gleich den anderen Vorbau nach schieben


... innen, da wo´s niemand sieht nochmal eine gute Lage Kleber - quasi als Decklage


Zeitsprung - Jetzt ist eine Nacht vergangen!

Damit das Gehäuse und das Fahrwerk fest miteinander wieder verbunden werden können, müssen die Befestigungs-"Dingens" (mir fällt kein passendes Wort ein) exakt wieder eingeklebt werden. Wie gut, dass es Zahnstocher gibt!





Da dieser Stelle ein Tipp für schnelle Bastler ... war ich früher auch ... jetzt sollte man auch wieder eine Nacht warten, bis die Klebestellen vollständig ausgehärtet sind. Oh, habe ich für solche Dinge Lehrgeld gezahlt ....!!!

(wird morgen fortgesetzt)
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von Frank Kelle am So 06 Mai 2018, 21:22

GFN 1302- da musste ich schmunzeln, wie ich auf Lok schaute. Das ist doch die damalige Artikelnummer, oder? (Wobei ich mich gar nicht trauen würde, sowas anzusägen...)
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von Glufamichel am So 06 Mai 2018, 21:46

Frank Kelle schrieb:(Wobei ich mich gar nicht trauen würde, sowas anzusägen...)

Wobei Du nicht alleine bist Frank...

Jörg schrieb:Der Lokomotiven-Chirurg und Meister der präzisen Trennschnitte in Aktion ... Cool

Gruß - Jörg - Wink

Beifall   jepp sunny

und weiterhin gutes Gelingen 2 Daumen
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von Der Rentner am So 06 Mai 2018, 22:39

Tut mir in der Seele weh, Traurig 1  wenn ich so was sehe.......... Pfeffer
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von lok1414 am Di 08 Mai 2018, 10:31

In der Hoffnung alle Klebungen ist nun durchgehärtet, geht es schon an den Zusammenbau.
Die Befestigungs-"Dingens" sitzen so genau, dass sogar eine Klemmwirkung ist ...


... das "alte" Fahrwerk der Fleischmann E69 drunter ...


... und fertig ist der "Roh"-Bau der E69 04 "Johanna"


Das jeder auch sieht: es ist ein Elok, gehört noch ein Stromabnehmer auf´s Dach.
Ursprünglich war von Fleischmann ein Stromabnehmer ähnlich einem SBS54 aufgebaut ...


... die Literatur und Fotos belegen jedoch, dass ein SBS10 richtiger wären ...


So etwa wird der SBS10 dann auf der Lok aussehen ...



... im Moment warte ich noch auf die Lieferung, der, vor dem Stromabnehmer, quer liegenden Isolatoren. Dann kann der SBS10 auf dem Dach montiert werden.

(wird morgen fortgesetzt)
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von Frank Kelle am Mi 09 Mai 2018, 08:48

Absolut bereits erkennbar!

zum Vergleich - die Maschine ist nicht wirklich bekannt:
https://www.der-lustige-modellbauer.com/t6178-e-69-04-johanna-1986-in-munchen

Solange Du nicht singen musst: Gimme hope jo(h)anna...
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von lok1414 am Mi 09 Mai 2018, 09:10

Danke Frank, für die passende Ergänzung ... Willkommen
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von lok1414 am Fr 11 Mai 2018, 08:44

Wenn ich eine 08/15-Johanna hätte bauen wollen, wäre der BB hier schon zu Ende. Aber es wäre dann eben eine 08/15-Lok. Wenn auch mein Herz an den DB/DR-Lokomotiven der 50er und 60er-Jahre hängt, darf es auch Abweichungen geben. Beim Betrachten der Vorbild-Bilder fand ich gefallen an der Bauversion mit INDUSI. Was bedeutet das? Mit dem Einführung der INDUSI-Technik auf der Strecke Murnau - Oberammergau (Ende der 60er Jahre) wurden auch die Lokomotiven im Aw München-Freimann umgebaut. Hierbei wurden teilweise einige Änderungen an den Führerhäusern notwendig, will heißen in den Führerhäusern mußte Platz (Wandfläche) geschaffen werden für die Elektrik, das wurde bewerkstelligt dadurch, daß Fenster verschlossen wurden. Bei der "Johanna", fehlte wohl im Aw die Absprache über das WIE. Daher erfolgte der Umbau "asymetrisch". Dieser Zustand reizte mich:









... und so sieht die E69 04 nach dem Umbau dann aus ...




Das Ende des Tages läutete der Anbau der INDUSI-Magnete ein, der (kleinen) "Dinger" warum der ganze Umbau überhaupt erfolgte ...










Ein völlig anderes Kapitel sind die Stromabnehmer der Lokomotiven der Baureihe E69. Fünf Maschinen, fünf Erscheinungsbilder, drei Stromabnehmer:


  • E69 01 erlebte die Umstellung auf 15 kV, 16 ⅔ Hz nicht mehr und behielt ihren alten Stromabnehmer (5,5 kV, 16 Hz, Erhöhung 1954 auf 16 ⅔ Hz).


  • E69 02 und E69 03 hatten einen Stromabnehmer vom Typ SBS 39 auf dem Dach.


  • E69 04 und E69 05 bekamen einen Stromabnehmer vom Typ SBS 10 verpasst.


Fleischmann und Piko hatten ihren Modellen diesen Stromabnehmer gegönnt, der eher einem DBS 54 ähnelt ....


... oftmals sieht man bei den Modellen auch diesen Stromabnehmer (SBS 09) ...


... ich entschied mich für einen Eigenbau SBS 10 ...

(ja ok, ich hätte auch einen SBS 10 von Roco oder Piko kaufen können, aber da kostet ein Stromabnehmer mehr, als das ganze Material für den Lok-Umbau)

Wenn die vor dem Stromabnehmer quer liegenden Dachisolatoren geliefert worden sind geht´s weiter.
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von maxl am Fr 11 Mai 2018, 09:28

Du reizt es aber aus, Wolfgang! Feinste Detailarbeit... Aber du hast recht: Eine 69 04 darf keine 08 15 sein! Gruß Michael (maxl)
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Re: Wo ist Johanna?

Beitrag von Jürgen(S) am Sa 12 Mai 2018, 23:40

ja , das musste ich mir natürlich ansehen Wolfgang , Das Fleischmann Modell war wohl mal für den Skandinavischen Markt gedacht (Farbe und Lokschild ) doch konnte ich nicht finden ob es ein Vorbild dafür gab .Zu deinem BB - wie gewöhnlich - Zehn Zehn Zehn
mfG Jürgen(S)
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Re: Wo ist Johanna?

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