Der lustige Modellbauer
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42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

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42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

Beitrag von lok1414 am Mi 12 Okt 2016, 10:27

Was unter Historisches aus längst vergangenen Tagen endete, wird hier fortgesetzt bzw. wieder auf gerollt.

Historisches:
Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahr 1938 wurde für die österreichischen Bahnstrecken eine schwere Güterzuglokomotive notwendig. Deshalb sollte eine neue Einheitslokomotive mit der Achsfolge 1'E, 18 t Achsfahrmasse beschafft werden. Die Entwicklungs-Formel lautete: 50 + 44 = 42, wobei das Fahrwerk sollte von der Baureihe 50, der Kessel von der Baureihe 44 übernommen werden. Realisiert wurde er jedoch nicht mehr.
Als im Zweiten Weltkrieg die Produktion der Lokomotiven schrittweise auf Kriegslokomotiven überging, beschränkte sich der zuständige Hauptausschuß Schienenfahrzeuge (HAS) nur auf Lokomotiven der Baureihe 52. Im Jahr 1942 zeigte sich, dass dies nicht ausreichte. Um anfallende Transportaufkommen für den militärischen Nachschub zu bewältigen, forderte die Generaldirektion der Ostbahn (Gedob) für den Güterverkehr eine leistungsstärkere Lokomotive als die Baureihe 52. Auf Basis der PKP-Baureihe Ty37 entstand ein Entwurf. Letztendlich nahm der HAS diese beiden Entwürfe als Grundlage für die Ausschreibung der Baureihe 42. Die Hersteller reichten 20 Entwürfe beim HAS ein, von denen elf in die engere Wahl kamen. Vorgesehen war die Beförderung von 1.600 t Anhängelast bei einer Geschwindigkeit von 60 km/h in der Ebene. 20 km/h sollten mit der gleichen Anhängelast noch bei einer Steigung von 7 ‰ erreicht werden. Im Sommer 1943 fiel die Entscheidung zum Bau der KDL 3.

Im September 1942 sah der HAS den Bau von 8.000 Lokomotiven vor. Bis Baubeginn im Sommer 1943 reduzierte sich die Planung auf 3.300 Lokomotiven. Im August 1943 nahm die Deutsche Reichsbahn zwei Prototypen, die 42 0001 und 42 0002 ab. Sie wurden von Henschel gebaut. Um Stahl zu sparen, wurden beide Lokomotiven mit einem Brotankessel ausgerüstet, der von den Wiener Lokomotivwerken in Floridsdorf gebaut und an Henschel in Kassel geliefert wurde.

Um die wasserarmen Gebiete im östlichen Europa befahren zu können wurde analog zur Baureihe 52 von Henschel in Kassel die Unterbaureihe 42 Kondens entwickelt. Zum Einsatz sollten ein Brotankessel und ein Barrenrahmen-Fahrwerk kommen.

Bemängelt wurde nach der Erprobung im Spätjahr 1943 allerdings, dass die Baureihe 42 nicht die geforderte Leistungssteigerung von 20 % gegenüber der Baureihe 52 erbringen konnte. Immerhin wurde bei Versuchen mit der 42 0002 eine mögliche Anhängelast von 1.650 t bei 60 km/h ermittelt, was die projektierten Werte übertraf. Trotzdem wurden zunächst Änderungen geplant, jedoch nicht mehr realisiert. Daher kam es erst im Januar 1944 zur Lieferung der ersten Serienlokomotive, der 42 501 mit Stehbolzenkessel, welche von der BMAG gebaut wurde. Hergestellt wurden bis zum Ende des Krieges 844, bis 1949 von allen beteiligten Lokomotivfabriken in Deutschland, Österreich und Polen zusammen 1.061 Lokomotiven.

In der Entwurfsphase der Jahre 1942 und 1943, wurden neben Kondensationstendern auch noch Langlauftender und spezielle Wasserwagen für eine größere Reichweite der Züge in wasserarmen Gebieten geplant, jedoch nicht mehr gebaut; die entsprechenden Einsatzgebiete im Osten wurden bis Ende 1944 vom Kriegsgegner zurückerobert. Aus dem gleichen Grund wurde die Baureihe 42 nicht mehr als Kondensationslokomotive hergestellt, was noch 1943 mit ca. 600 Maschinen vorgesehen war.


" ... wurde die Baureihe 42 nicht mehr als Kondensationslokomotive hergestellt ..." - halt, halt, halt ... hier irrt die Geschichtsschreibung.

Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu erfahren war hat ein Exemplar, und zwar die 42 1263, in einem versteckten Tunnel zwischen Malsfeld und Treysa (an der ehemaligen preußischen Kanonenbahn), die Wirren der Zeiten überlebt. Hobby-Archäologen, Eisenbahnfreunde und Technik-Experten haben, nach langer Suche und Dank neuster Technologie, vor kurzem den Tunnel an der stillgelegten und vollkommen erwachsenen Strecke wiederentdeckt. Nach der Öffnung der "Schatzkammer" zeigte sich, dass die hinterstellten Fahrzeuge perfekt konserviert und somit vollkommen betriebstauglich erhalten waren.

Die drei Fotos zeigen die Lok, die mit eigener Kraft, in ein bisher unbekanntes Eisenbahn-Museum abgefahren wurde:

... auf dem Damm bei Burg Haun ...


... in der Verbindungskurve "Elmer Bogen" ...


... kurz nach Verlassen des "Distelrasen-Tunnels" ...


Bei den techn. Unterlagen, die bei der Lok gefunden wurden, waren unter anderem die Dokumentation zur Historie des Baus vorhanden. Wer ein Interesse hat ....
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Re: 42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

Beitrag von Frank Kelle am Mi 12 Okt 2016, 12:43

Aber gern werde ich mehr zu diesem Einzelgänger lesen !

Was muss die Maschine für eine Achslast gehabt haben.. wieder ein "Schienenkiller" wie so manch Maschine aus der Zeit?
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Re: 42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

Beitrag von lok1414 am Mi 12 Okt 2016, 13:55

@Frank: Nix, Schienenkiller! Der Gattungschlüssel wäre gewesen G 56.18 - also lediglich 18t Achslast (nur wegen des leichten Oberbaus in der Ostmark und dem Generalgouvernement). Für Russland hätten es bis zu 22t sein dürfen.
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Re: 42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

Beitrag von Erzgebirger am Mi 12 Okt 2016, 21:56

Unglaublich, aber hochinteressant.
Ob Du vielleicht noch den Zug mit dem Bernsteinzimmer findest . . ., der soll doch irgendwo in Polen in einem Tunnel stehen!      Pfeffer  Nix wie weg
Wünsche Dir schon mal ein gutes Auge bei der Suche.     Massstab

Bastlergrüße aus dem Erzgebirge, Karl-Heinz      Winker 2
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Re: 42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

Beitrag von Bastlerfuzzy am Fr 14 Okt 2016, 18:25

Hallo Wolfgang,

gut, daß es den Tunnel gibt, im Ernst, mir gefällt das Modell super. Mal sehen, was der Tunnel noch alles zu bieten hat.
Bei Crottendorf bin ich fündig geworden, hier wird die 46 001 angeboten und zwar in Spur TT:
Code:
http://www.modellbahnmanufaktur-crottendorf.de/unsere-fahrzeuge/tt/46-001.html
Dies wäre ebenfalls ein Modellbau wert, meine Meinung.

Gruß Dietmar
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Re: 42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

Beitrag von lok1414 am Do 20 Okt 2016, 20:16

Hi Dietmar,
die von den Crottendorfern realisierte BR 46 ist mir schon länger bekannt (war mal vor "undenkbar" langer Zeit in einer MIBA - noch im A5-Format) und ich hatte schon mal mit ihr geliebäugelt. Hab´s dann verworfen, weil in den verfügbaren Unterlagen kein ernsthaftes Realisungsvorhaben zu erkennen war. Die 42-Kondens sollte jedoch mit Brotan-Kessel, Abdampf-Rückführung und 3'2'T16-Kondenstender bei Henschel in Kassel gebaut werden. Kurz vor Baubeginn wurde das Vorhaben, durch die völlig geänderte Kriegslage im Osten, verworfen.

Für mich bot sich hiermit einmal wieder die Chance eine "was-wäre-wenn"-Lok zu bauen. Nächste Woche wird es dann mit dem BB losgehen.
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Re: 42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

Beitrag von steef derosas am Mo 21 Nov 2016, 14:56

Hallo Wolfgang

Erstaunlich was doch alles möglich gewesen ist. Änderungen der zustände ( krieg oder Epochewegsel) was diese "was wäre wenn" in unsere  köpfe aufrufen lässt. Massstab Mächtige machine!

Chapeau!  Prost
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Re: 42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

Beitrag von steef derosas am Mo 21 Nov 2016, 15:40

By the way

"Bei den techn. Unterlagen, die bei der Lok gefunden wurden, waren unter anderem die Dokumentation zur Historie des Baus vorhanden. Wer ein Interesse hat ...."

Ich habe VIEL interesse Hüpfeding
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Re: 42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

Beitrag von lok1414 am Di 22 Nov 2016, 16:53

Hallo Stefan,
ich werde in den nächsten Tagen anfangen den Bau einzustellen, in gewohnter Weise.
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Re: 42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

Beitrag von steef derosas am So 27 Nov 2016, 15:56

Danke Wolfgang

Bin gespannt wie ein trommelfell Haben wollen
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Re: 42 1263-Kondens - Die KDL 3, die es nie gab! - Nie?

Beitrag von lok1414 am So 22 Jan 2017, 13:20

So, heute soll nun endlich mit dem BB zur BR42-Kondens losgehen.
Im ersten Teil will ich mit dem Tender starten, der ja eigentlich auch ein 3'2'T16-Kondensations-Tender - ähnlich dem der 52-Kondens - gewesen wäre.

Beginnen tut der Umbau bzw.die Modifikation mit den Drehgestellen des 2'2'T13,5-Kondens.
Hier nun das vordere 3-achsige Drehgestell.























Das hintere 2-achsige Drehgestell wird - so wie es ist - übernommen.

Beim nächsten mal geht es mit der Modifikation des Tendergehäuses weiter.
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