Der lustige Modellbauer
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Menck M90 Seilbagger in 1:16

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Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Seilbagger am Mi 15 Mai 2013, 15:29

Hallo zusammen,

der Bagger ist zwar schon in der Galerie vorgestellt, ich habe aber noch Fotos aus der Bauphase und zeige nachfolgend mal, wie der gebaut worden ist. Bedingt durch einen Rechnerschaden und nicht gesicherten Fotos habe ich allerdings nur welche in kleinerem Format.

Erstes Problem waren die Ketten. Die alten Seilbagger hatten fast alle Plattenketten, die sich von den heutigen erheblich unterscheiden. Bei Conrad gibt es eine sogenannte Universalkette mit 68mm Breite. Von der Form her passt die eher zu einem WW2 Panzer, dafür ist sie die günstigste auf dem Markt. In einer der ersten Rad&Kette Zeitschrift war dieser Umbau mal beschrieben, ich hatte aber nicht gedacht, dass das ein solcher Aufwand ist.

Umbau der Kette:

Die Originalkettenglieder wurden mittig geteilt und an beiden Enden ebenfalls schmäler gesägt.



Die Mitnehmer wurden alle entfernt und stattdessen mit Hilfe einer Schablone 4mm Muttern erhitzt und mit dem Lötkolben eingeschmolzen





Die Verstärkungsrippen wurden komplett weggefeilt und stattdessen 5mm Polystrolabschnitte in "Hundeknochenform" eingeklebt. Somit kommt die Kette wieder auf die maßstäbliche Breite.



Jedes einzelne Kettenglied erhielt dann an den äußeren Enden einen dreieckigen 2mm Polystrolabschnitt aufgeklebt. Die Zwischenräume wurden satt mit 2K-Kleber ausgefüllt. Der Kleber wurde dabei großzügig aufgeträufelt. Durch Ablaufen während der Trocknung ergibt das eine Form wie gegossen.



Nach dieser ganzen Prozedur, für beide Ketten habe ich ungefähr 20 Stunden benötigt, sieht es erstmal so aus.

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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Seilbagger am Mi 15 Mai 2013, 15:50

Hallo zusammen,


Fahrwerk:

der Bagger hat auf jeder Seite 5 Laufrollen, diese bestehen aus Aluscheiben. Damit diese etwas plastischer wirken, wurden Bohrungen eingebracht und reihum schmale Aluminium Dreiecke aufgeklebt. Die Naben bestehen aus einem Stellring mit aufgeklebter Unterlegscheibe. Verklebt wurde mit Uhu Endfest 300.



Auf jeder Seite eines der Laufräder ist als Antriebsrad ausgelegt und trägt eingeklebte Silberstahlstücke als Knaggen, diese greifen in die Mitnehmer der Ketten ein.



Hier kann man auch erkennen, wie sich die Kette durch Schleifen und Farbauftrag optisch verändert hat.




Die bearbeiteten Laufrollen sehen natürlich realistischer aus als einfache flache Scheiben.



Fahrwerkseite komplett:




Die Fahrwerkwanne ist aus Alu-Winkeln verschraubt und verklebt. Den Drehkranz habe ich gekauft, weil ich ein solches Bauteil nicht selber herstellen kann. Als Antrieb diesen zwei hochuntersetzte Getriebemotoren



Aus Platzgründen musste ein Motor vorne und der andere hinten eingebaut werden. Die Kraftübertragung zu den Antriebsrädern läuft über kleine Rollenketten.




Auf diesem Foto vom M154 kann man das Prinzip erkennen.


Angedeutete Einstiegsluken (das Original hatte an dieser Stelle im Inneren eine Kraftübertragung aus Wellen und Kegelrädern) und eine Blechverkleidung vervollständigen dann das Fahrwerk.



Zwecks Reparatur sind die oberen Verkleidungsbleche leicht abnehmbar, halten müssen die sowieso nichts, da die Kräfte vom Oberwagen direkt in den Drehkranz gehen und dieser mit den unteren und seitlichen Blechen verschraubt ist



Fertig:





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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Seilbagger am Mi 15 Mai 2013, 16:18

Hallo zusammen,


der Oberwagen besteht wieder aus Aluminium Profilen und Blechen. Zum Betrieb benötigt man hier 4 Motoren. Einer dreht den Bagger, einer zieht normalerweise den Ausleger hoch (beim Tieflöffel wird damit der Löffel gekippt) und zwei bewegen die Haupttrommeln. Der Antrieb auf diese läuft wieder über kleine Rollenketten





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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Gast am Mi 15 Mai 2013, 16:22

Gefällt mir sehr, was ich hier sehe und lese...
Gruß Thomas

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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Seilbagger am Mi 15 Mai 2013, 16:26

Danke Thomas,

das Fahrerhaus hat eine etwas komplizierte Form und ist asymetrisch aufgebaut, die Seite vom Fahrerstand steht weiter über als die gegenüberliegende Seite. Das war bei den kleineren Mencks vom M40 bis zum M90 so. Das ganze Gehäuse ist aus 0,8mm Alublech erstellt.



Jedes einzelne Blech musste hier ausgeschnitten, teils ausgesägt und gekantet werden. Natürlich gingen mehrfach Stücke in die Mülltonne, bis alles passte.




Beim ersten Bagger besteht das Problem, dass man zum Öffnen/Abnehmen des Gehäuses erst das Auslegerseil abnehmen muss, da der obere Rollenbock durch dieses hindurch geht. Deshalb ist dieses Gehäuse geteilt, das mittlere Stück bleibt am Bagger, der Rest ist als komplettes U-förmiges Gebilde einfach abnehmbar





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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Seilbagger am Mi 15 Mai 2013, 16:35

Hallo zusammen,

die Elektrik ist im Heck untergebracht.



Über dem 12Volt Bleiakku (der natürlich als willkommenes Gegengewicht dient) ist eine Art Klapptisch montiert. Auf diesem sind die 4 Fahrtsteller und die Lüsterklemmen für die Stromverteilung platziert. So bleibt es einigermaßen ordentlich.



Bei den echten Mencks kann man nicht gleichzeitig fahren und die Trommeln bedienen, da der Antrieb des Fahrwerks von der Hauptvorgelegewele abgenommen wird. Diesen Umstand habe ich hier auch genutzt, indem ich mir 2 Fahrtsteller sparen konnte. Über einen mit Miniservo betätigten ON/ON Schalter werden 2 der Regler entweder auf die beiden Hauptwinden oder die Fahrmotoren umgeschaltet. Damit das Servo nicht dauernd in der einen oder anderen Stellung unter Strom steht, wurde die Servoscheibe klauenförmig ausgeschnitten. Damit wird der Schalter nur in den jeweiligen Endlagen betätigt. Fährt das Servo in die Neutralstellung zurück, hat das auf den Schalter keinen Einfluss.

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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Seilbagger am Mi 15 Mai 2013, 16:52

Hallo zusammen,

für diesen Bagger existiert zur Zeit lediglich die Tieflöffelausrüstung, ein Gittermast kann aber mit Schleppschaufel oder Greifer ebenfalls angebaut werden (müsste aber noch gebaut werden), aus diesem Grunde hießen die Universalbagger.

Der Tieflöffel kann aber nicht so ohne weiteres an den Auslegerlagern angehangen werden. Erstens sind bei abgesenktem Ausleger die Ketten im Weg und zum zweiten bedingt der Tieflöffel einen vorderen Rollenbock in entsprechender Höhe. Gelöst wird dies dadurch, dass beim Menck eine Brücke eingebaut war. Dadurch kommt die Anlenkung weiter nach vorne. Zum Transport muss diese Brücke allerdings wieder abgesenkt werden, da er sonst unter jeder Strassenbrücke hängenbleiben würde.





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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Figurbetont am Mi 15 Mai 2013, 16:56

echt, ich bin auch von den socken....
mal ehrlich, du kommst aus einem Metall-Beruf.....

da hätte ich als Sesselpupser überhaupt keine
Möglichkeit sowas zu bauen....
konstruieren ginge ja bei mir.......aber
ich hab noch nicht mal den Hauch von Schwielen
an den fingern.....ggg.

toll, Wolfgang...außergewöhnliches hobby
von einem Könner.

nette Grüße
vom Ossi Very Happy
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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Seilbagger am Mi 15 Mai 2013, 17:03

Nein, ich komme aus keinem Metallberuf.

Die Modellbauer hier, die z.B. tolle Figuren herstellen, die sind ja auch nicht aus dem Louvre Very Happy

Kann man alles lernen
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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Seilbagger am Mi 15 Mai 2013, 17:04

Hallo zusammen,


der Ausleger besteht aus Alu-Profilen, ebenso der Löffelstiel. Der Löffel selber aus Kupferblech mit aufgelöteten Zähnen aus Messing






Funktionsweise:

Eine Trommel wickelt ein Seil auf, dieses läuft vom vorderen Rollenbock über eine Rolle am oberen Ende des Löffelstiels zurück.

Das zweite Seil läuft auf eine sogenannte Differentialtrommel. Die mittlere Scheibe hat dabei einen größeren Durchmesser als die beiden äußeren. Auf diesen wiederum sind die Grabseile befestigt. Auch hier wirkt das Hebelgesetz, d.h. wenn die mittlere Tommel bewegt wird, werden durch unterschiedliche Radien auf den äußeren Trommeln weniger Seilwege, dafür höhere Kräfte übertragen.

Die dritte Winde dient dazu, den Löffel zu kippen.





Betrieb:

Eingebaut ist eine einfache 6 Kanal 2,4 Ghz Funke von Carson.

Zum Graben muss mit 3 Winden gleichzeitig gearbeitet werden. Da meistens auch noch gedreht werden muss, ist einiges an Übung notwendig. Schließlich muss man mit beiden Kreuzknüppeln gleichzeitig in alle Richtungen "jonglieren".

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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Spinni am Mi 15 Mai 2013, 23:27

Eine Wahnsinnsarbeit,
einfach nur klasse Bravo
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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Gast am Do 16 Mai 2013, 19:22

Bin echt beeindruckt Zehn Klassischer Modellbau! Sieht man selten in dieser Form...
Gruß Thomas

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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Seilbagger am Di 11 Jun 2013, 20:31

Hallo zusammen,

auch den Bagger musste ich mal auf den Tieflader stellen. Der Henschel zieht den schweren Zug (der Bagger wiegt immerhin 8 Kg) auch ohne Ballast auf der Pritsche



Zuletzt von John-H. am Di 11 Jun 2013, 22:17 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Video direkt verlinkt!)
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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Figurbetont am Di 11 Jun 2013, 21:04

hab ich schon mal gesagt und kanns nur wiederholen....
ich stehe stauend vor deinen tollen Modellen.....

restlos begeistert bin....

der Ossi Very Happy
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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Seilbagger am Di 11 Jun 2013, 22:12

Figurbetont schrieb:hab ich schon mal gesagt und kanns nur wiederholen....
ich stehe stauend vor deinen tollen Modellen.....

restlos begeistert bin....

der Ossi Very Happy

Ja danke, man sieht zum Glück nicht immer alle Schwachstellen Empört

Was mich aber echt selber gewundert hat: die Terrasse ist ja schief und er zieht den Zug bergauf, auch ohne Ballast auf der Pritsche. Der Henschel hat ja nur Hinterradantrieb und ist deshalb für solche Aufgaben eigentlich nicht richtig geeignet.
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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von Seilbagger am Sa 02 Aug 2014, 15:51

Hallo zusammen,

anfangs hatte ich ja nur noch relativ kleine Fotos eingestellt, daher habe ich nochmal ein paar Detailaufnahmen gemacht. Inzwischen hat der Bagger auch "echte" Gebrauchsspuren.

Die Kette hat bis heute überlebt und keine der eingeschmolzenen Muttern ist bis jetzt ausgebrochen





auch sonst ist alles heile geblieben






Die Zähne sind "nur" aus Messing und nur weich eingelötet, nichts passiert bis jetzt



Das Schiebestück der Löffelführung


Differentialtrommel


Der Löffelstiel
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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

Beitrag von John-H. am Sa 02 Aug 2014, 16:05

Ist eben deutsche Wertarbeit! Bravo
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Laune : Kommt drauf an, aber meist heiter!

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Re: Menck M90 Seilbagger in 1:16

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