Der lustige Modellbauer
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Ätznatron - und der Lack ist ab! (Mit Sicherheitshinweisen!!!)

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Beitrag von Trencher Mi 28 Nov 2012, 22:27

Vorbemerkung: Natürlich kann man auch zum Entfärben auch Bremsflüssigkeit nehmen, aber irgendwann stellt sich dann die Frage: "Wohin damit?" Daß man das nicht in den Ausguß schüttet, versteht sich von selbst... Wink Wenn man jemanden mit einer Kfz-Werkstatt kennt, dürfte es auch kein Problem sein. Was mich persönlich immer daran gestört hat, war der Umstand, daß ich nicht alles gelöst bekommen habe. Und ich habe die Teile 24-48 Stunden drin liegen gelassen - irgendwann möchte man ja auch mal weiterkommen. Auch wenn Meister Yoda sagen würde: "In Geduld dich üben du mußt..."
Meine englischen Diecast-Bastlerkollegen verwenden zum Entlacken "Caustic Soda", oder auf Deutsch Ätznatron. Die Anwendung ist natürlich etwas umständlicher, aber dafür kann man die ganze Brühe bei ordnungsgemäßer Anwendung und Neutralisierung hinterher in den Ausguß schütten...
Winker 2

Sicherheitsmaßnahmen: Alte Sachen anziehen, Gummischürze, Gummihandschuhe, SCHUTZBRILLE!!!!!

Vorbereitung: Kunststoffbehälter für die Lauge (z.B. große Haribo-Dose, Plastikwannen von IKEA, o.ä. - jedoch vorzugsweise mit Deckel!) und ebenso großen Kunststoffbehälter mit Frischwasser zum Nachspülen bereit halten.

Anwendung: Jetzt wird's spannend!
  • Zum Abmessen/Rühren nur Plastiklöffel/Gefäß benutzen oder Edelstahl - und die NaOH langsam und sinnig ins abgemessene kalte Wasser geben, nicht umgekehrt. Langsam Umrühren.

  • Ich persönlich nehme 1 gehäuften EL Ätznatron auf 1l Wasser. Das sollte reichen.

  • Die trockenen Körnchen brennen sich auf der Haut sofort durch, deshalb erst trocken abbürsten und dann gründlich waschen.

  • Bröselt ihr was daneben, sofort mit nassem Küchenpapier aufnehmen und weg damit!

  • NaOH ist stark hygroskopisch. Das heißt, es zieht aus der Luft gewaltig Feuchtigkeit, und wird dann zur echten Gefahrenquelle.

  • Das NaOH reagiert mit dem Waser auf heftigste. Das Wasser wird dadurch ganz schön warm! Wenn ihr jetzt warmes Wasser genommen hättet, könnten sich die Plastikteile eventuell verziehen!

  • Aluteile können leider nicht in Atznatron entlackt werden - die würden sich in Wohlgefallen (oder in Bastlerzorn...) auflösen!!!

  • Die Teile können jetzt vorsichtig in den Laugenbehälter gelegt werden. Es entstehen sofort kleine Luftbläschen auf der Oberfläche des zu reinigenden Teiles. Etwa 5 Minuten einwirken lassen und dann mit einer alten Zahnbürste die restliche Farbe abbürsten. Das gereinigte Teil in den Spülbehälter legen. Wenn ich mit dem Entlacken fertig bin, gebe ich immer gern einen Schuß verdünntes Essig zu den Teilen in den Spülbehälter. Es könnten ja noch wenige Spuren von der Natronlauge an den Teilen vorhanden sein.

  • Haustiere und Kinder fernhalten!

  • Während der Arbeit mit NaOH nicht Rauchen, nicht Essen, nicht Trinken!


Entsorgung: Benutzte Lösung mit verdünntem Essig neutralisieren (Kontrolle mit pH-Papier aus der Apotheke) und dann darf sie durch's Klo oder jeden anderen Kanalanschluß.

Ätznatron / NaOH gibt es in jeder Apotheke in der Kilodose für etwa 4€. Man könnte auch den Drano-Rohrreiniger (Granulat) verwenden, der enthält nämlich auch NaOH. Ich habe den aber bislang noch nicht ausprobiert.

Das wär's erst mal im Groben. Falls ihr es ausprobieren wollt, dann geht bitte mit äußerster Vorsicht zu Werke. Und vergeßt um Himmels Willen die Schutzbrille nicht!!!


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Beitrag von Gast Do 29 Nov 2012, 00:47

Ist aber etwas umständlich und gefährlich das ganze.
Da verwende ich lieber Methoxypropanol.
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Beitrag von Trencher Do 29 Nov 2012, 07:13

Klingt interessant, Werner. Kann man Methoxypropanol auch für Kunststoff nehmen? Ich könnte mir vorstellen, daß ein gefahrloserer Weg für den einen oder anderen auch eine zu bevorzugende Alternative ist. Beschreibe doch bitte mal die Anwendung.
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Beitrag von Dirk Kohl Do 29 Nov 2012, 11:32

Ok "Trencher" ,dank danke ich dir mal für den Tip und werde mir mal die Ausrüstung zusammen stellen und das ganze mal testen.
wink1
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Beitrag von Dirk Kohl Do 29 Nov 2012, 11:33

Weba schrieb:Ist aber etwas umständlich und gefährlich das ganze.
Da verwende ich lieber Methoxypropanol.
Werner könntest du dein Verfahren auch mal kurz erläutern,mit Anwendung und Bezugsquellen,danke dir.
wink1
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Beitrag von Gast Do 29 Nov 2012, 14:17

Hallo Trencher und Dirk,
also ich habe den Tipp auch aus irgend einem Modellbauforum.
Bei Euch in Deutschland gibt es das Mittel z.B. bei:
Code:
http://www.kremer-pigmente.com/de/loesemittel--chemikalien-und-hilfsmittel/methoxypropanol-pm-70920.html
unter der Bezeichnung Methoxypropanol PM.
Dort gibt es auch Sicherheitsdatenblatt u.s.w.

Kunststoff wurde bis jetzt nicht angegriffen (Habe schon Bauteile von Tamiya, Hobby Boss u.s.w damit entlackt.
Etwas M... PM in eine Glasschale Lackiertes Plastikteil einlegen, etwas warten mit altem Pinsel oder Küchenrolle Farbe entfernen fertig. Ich spüle die Teile danach immer mit Wasser.
Geruchsbelästigung ist minimal. Entsorgung bei mir 1x Jährlich bringe ich es zur Problemstoffannahmestelle.


Zuletzt von Weba am Do 29 Nov 2012, 15:02 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beitrag von Babbedeckel-Tommy Do 29 Nov 2012, 14:57

Hallo Trencher,

vielen Dank für die Anwendungs-Anleitung von Natronlauge. Die soll auch sehr gut zum Entfetten von Metallteilen sein.

Ich hatte die mal versucht in so einer neumodischen "Discount-Apotheke" zu bekommen, die haben sowas leider nicht mehr gehabt! Traurig 1


Habe mal in die Überschrift was eingefügt. Nicht dass mal einer NUR die Überschrift liest und sofort los rennt (solls ja geben...)
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Beitrag von Trencher Do 29 Nov 2012, 18:08

Danke, Tommy! Mit Ätznatron ist nicht zu spaßen...

Und Werner: Wie gesagt, das werde ich sehr gerne ausprobieren! Freundschaft
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Ätznatron - und der Lack ist ab! (Mit Sicherheitshinweisen!!!) Empty Re: Ätznatron - und der Lack ist ab! (Mit Sicherheitshinweisen!!!)

Beitrag von Gast Do 29 Nov 2012, 20:40

Trencher schrieb:Und Werner: Wie gesagt, das werde ich sehr gerne ausprobieren! Freundschaft
Bin gespannt auf Deine Meinung Winker 3
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