Der lustige Modellbauer
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MOTORENBAUSTELLE

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MOTORENBAUSTELLE

Beitrag von aviavi59 am Mi 18 Jul 2012, 20:00

Winker Hello

der dauerregen treibt mich wieder in die bastelkiste...

zum einen möchte ich hier zeigen wie ich einem alten standardmotor der in vielen piko modellen der DDR zeit verbaut war
unter die müden arme greife
und zum anderen wie man diesen motor am beispiel einer BR118 sehr preiswert durch einen neuen ersetzen kann

auf gehts, hier der besagte motor:



das grundübel dieses motors ist neben der sehr miesen verarbeitung die lagerung der motorwelle in kunststoff
und der sehr laute stirnkommutator

hier der zerlegte motor:



besagte lagerung in den kunststoffgehäuseschalen:



das ausnuckeln dieser lagerung ist verantwortlich für den schnellen verschleiss der motoren
das äußert sich im allgemeinen durch eine starke eigenvibration der motorwelle und die damit verbundene
verminderte drehzahl mit einer erhöhten stromaufnahme...

nun, solange der stirnkommutator noch nicht zerstört ist und ersatzkohlebürsten greifbar sind
lässt sich nahezu jeder motor wieder in gang bringen...

lagerbuchsen aus sintermaterial können das dilemma beenden

diese finden sich in nahezu allen motoren dieser baugröße, vornehmlich ausgediente motoren alter kassettenrecorder
videorecorder, CD laufwerke und so weiter
die motorwelle hat den durchmesser von 2mm, das ist quasi standard
verwendet habe ich die sinterlager von rüttelmotoren aus einem ausgedienten konsolenhandgerät:



diese lassen sich relativ leicht aus den gehäusen pressen


die lagerschalen des alten motors vorsichtig auf das nötige maß aufbohren und die lager einpressen...
eigentlich ganz einfach:


links vor, rechts nach dem bohren... das lager liegt schon bereit...




hier nach dem einpressen:



noch einmal im vergleich:



zusammenbauen und dabei die lager leicht mit siliconfett behandeln...
mit passenden gleitscheiben wird der anker zentriert, wichtig ist die scheibe auf der dem kommutator gegenüberliegenden seite
beachten sollte man immer die sich einstellende laufstellung des ankers zwischen den magneten, also den anker nicht mit scheiben
aus dieser position zwingen !

der motor hält jetzt wesentlich länger, verursacht allerdings immer noch einen starken geräuschpegel
verantwortlich dafür ist im erheblichen maß der stirnkommutator mit seiner großen lauffläche und den
drei trennstellen welche nicht mit einem dielektrikum gefüllt sind...


also, wer damit nicht leben kann der sollte weiter lesen


MOTOR ERSETZEN

okay, wenn geld keine rolle spielt, motor kaufen, ein und umbauen, fertig

hier aber eine sehr preiswerte und leicht zu bewerkstelligende version an hand einer piko BR118 aus der DDR produktion:


aus meiner langjährigen tätigkeit als elektro bastler und vor allem reparateur, sind so einige motoren in der bastelkiste gelandet
das ausschlachten von zahlreichen videorekordern hatte einen bestimmten motortyp besonders häufig in die kiste wandern lassen
die rede ist vom sogenannten "schachtmotor"
sehr viele videorekorder verwendeten das gleiche grundchassis und in diesen ist dieser motor verbaut:



das bild zeigt den besagten motor oben vor, und unten nach der modifikation
wie zu sehen hat er eigentlich nur eine welle, und wäre somit nicht für den einsatz in lokomotiven mit
antreib auf jedes drehgstell geeignt
nun, dem kann man abhelfen !

vorweg, im vergleich zum original verbauten piko motor (oben im bericht) ist dieser motor sehr leise !!!

also ans werk
nasen am gehäuse aufbiegen und motor demontieren, aufpassen, die gleitscheiben machen sich gerne unbemerkt davon
wichtig, die welle in das gehäuse schieben um den kommutator nicht von den kohlebürsten zu reissen, also den anker
vollständig mit der bürstenplatte aus dem gehäuse drücken !

nach dem demontieren zeigt sich ob der motor als dauerläufer geeignet ist, es gibt welche mit kohlebürsten und solche
(späterer produktion) mit federbürsten, letztere eignen sich wohl eher nicht zum dauerlauf...

hier das geeignete modell mit kohlebürsten:



in der regel sind diese so eingestellt dass sie sehr lange, auch im dauerbetrieb halten
bei verschleiss kann man nur den motor ersetzen...

der spindelanker noch mit einseitiger welle:



um den motor nun mit zwei abtrieben zu versehen wird ganz einfach die welle so gepresst dass sie zu gleichen teilen
aus der spindel ragt, mit folgender vorrichtung und einem schraubstock ist das kein problem:



die welle wird von der ankerseite her in den selbigen gedrückt so dass der kommutator nicht abreissen kann
denn dieser darf seine position zum anker keinesfalls verändern... motor tot

hier der vergleich vor und nach dem pressen der welle:




wie nun die welle durch die geschlossene bürstenplatte bekommen ?
ganz einfach von der aussenseite zentriert vorsichtig anbohren (bohrer 5mm) bis man auf die sinterbuchse trifft:



die welle darf dann auch hier aus dem motor schauen:



serienfertigung:



was vorher nicht klar war, welche umdrehungszahl der motor mit 12V aufweist
konnte nach einem versuchsaufbau mit einem alten lokrahmen ermittelt und für gut befunden werden...


weiter im teil 2





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Re: MOTORENBAUSTELLE

Beitrag von kaewwantha am Mi 18 Jul 2012, 20:14

Hallo Aviavi,
vielen Dank für den Interresanten Umbau Bericht.
Das kann man nicht nur für Loks verwenden, das Betrifft ja eigentlich alle Motore.
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VERWENDUNG DES MODIFIZIERTEN MOTORS IN EINER BR118

Beitrag von aviavi59 am Mi 18 Jul 2012, 21:02

weiter gehts...

der umbau des chassis der lok für den neuen motor ist denkbar einfach
der ausschnitt in der bodenwanne wird wie zu sehen erweitert:



in den älteren modellen war noch das wannengewicht aus einem guss, dieses muss leicht angepasst werden
(mit dremel ausfräsen)



dieser winkel wird auf den rahmen geklebt:



und nimmt den motor so auf dass er jederzeit gewechselt werden kann, also kein einkleben oder ähnliche irreversiblen lösungen:


(die bilder zeigen den versuchsaufbau)

die bohrungen dafür bringt der motor schon mit

der motor kommt wieder (wie bei meinem anderen umbaubericht BR118 auf neuen antrieb)
in einer flucht mit den ritzeln der drehgestelle zum liegen!





die kardanwellen werden wie üblich mit geeignetem messingrohr gekürzt

aus gewichten einer BR110 und einem teil der jetzt nicht mehr benötigten rahmenbleche wird ein neues gewicht gezimmert:



die eingefrästen kerben liegen nachher auf den haltenasen der bodenwanne und fixieren das gewicht:



die elektrische leitung der ramenbleche muss durch verkabelung ersetzt werden:



das gewicht wird durch seitlich im rahmen verklebte flächen in seiner position gehalten:


(in dieser konfiguration zieht die lok locker 7 reisezugwagen, das gewicht hat sich verdoppelt, haftreifen sind nicht nötig)

was wie ein provisorium aussieht, ist tatsächlich probat, das krepp ist sehr reissfest und klebt wie hanne...
eine professionellere lösung wird sich noch finden lassen...
dann folgt auch noch die beleuchtung, warte noch auf lieferung warmweisser LED


und hier das ganze mit jacke:


(das gehäuse hat führerstände bekommen, die fensterpartie ist überarbeitet und das schraubenloch ist verschlossen)

die dicke babelsbergerin im sparlack outfit


randnotiz:

die lok hat nahezu die gleiche (vorbildgerechte) geschwindigkeit wie die neuen modelle von gützold
der motor ist nicht mehr zu hören, und das kreischen der getriebe ersetzt den teuren digitalsound...


noch eine randnotiz:



...der erste fan (konrad) stellt sich ein


p.s.

der rekowagen hat, wie bei mir üblich, einen überarbeiteten innenraum, wie zu sehen farbige sitzpolster, klassengerecht unterschiedlich..



grüße an alle fans der babelsbergerin





und an alle sowieso

Winker 3


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Re: MOTORENBAUSTELLE

Beitrag von kaewwantha am Mi 18 Jul 2012, 22:13

Hallo Avi,
das ist eine Klasse Umbau Anleitung.
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nachtrag

Beitrag von aviavi59 am Mi 01 Aug 2012, 20:24

wink1

hier noch der nachtrag für die befestigung des gewichtes:


die motorwanne fertig für den einbau



...aber ich denke dieses thema sollte auswandern...


gruß

avi


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MOTORENBAUSTELLE 2

Beitrag von aviavi59 am Mi 01 Aug 2012, 21:10

wink1

...über den am anfang des beitrages behandelten motor gibt es noch etwas zu sagen...

inzwischen befinden sich 5 exemplare der BR118/V180 in meinem RAW

da haben sich einige motoren angefunden:



motor 2 ist wohl am häufigsten verbaut worden:



motor 4 ist der von mir mit sinterlagern versehene umbau:



motor 3 dürfte die letzte bauversion sein, unterschied sind die mit federn versehenen kohlebürsten:



am interessantesten dürfte allerdings motor 1 sein !!!



hierbei handelt es sich um ein sehr selten verbautes exemplar
der motor hat einen spindelkommutator und ist mit sinterlagern versehen
diesen habe ich in einer sehr alten bauserie der V180 vorgefunden (V180 128)
vermuten kann ich nur dass man damals noch auf qualität setzte
oder aber es handelt sich um eine "exportversion"
sicher ist, dass dieser motor noch heute tadellos läuft, deswegen darf er auch in V180 128 verbleiben...

durch diesen motor besaß diese lok auch einen etwas anderen rahmen:
(unten, mit den blauen selengleichrichtern)




die kardanwellen an der motorseite hatten damals auch eine andere konfiguration



so, das nur zur vervollständigung !

gruß

avi

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Re: MOTORENBAUSTELLE

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