Der lustige Modellbauer
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Figuren- & Zubehör-Umbau, Pferd Made in China mit Eigenbau-Sattel, 70 mm

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Figuren- & Zubehör-Umbau, Pferd Made in China mit Eigenbau-Sattel, 70 mm

Beitrag von Falkenauge am Mo 14 Nov 2011, 20:30

Hallo Freunde,

schon seit längerem wollte ich mir stehende Pferde so umbauen, dass sie vor dem Saloon angebunden werden können. So war ich immer auf der Suche nach preiswerten Tieren. Im Esotherik-Bereich zwischen Elfen, Drachen etc. wurde ich erstmals 2006 in Lüneburg fündig. Damals bezahlte ich € 2 pro Pferd und mittlerweile habe ich sie im Februar 2008 für € 3,50 auch in Hamburg gefunden. Insgesamt besitze ich nun fünf verschiedene stehende Pferde, die alle den Vorteil haben, dass sie schon ein Kopfgeschirr besitzen.


Hartplastik-Pferde, Made in China, 70 mm

Ein Pferd habe ich doppelt und deshalb auch als erstes bearbeitet.






Fräsarbeiten

Zuerst wurde Ende April 2008 der Sockel entfernt und dann die teils etwas eckige Muskulatur abgeschliffen. Auch die geflochtene Mähne musste weg. Für diese Arbeiten war das schöne Wetter dieser Wochen ideal. Auf dem Balkon ist das Fräsen mit dem anfallenden Staub doch besser durchzuführen als in der Wohnung.




Modellierung mit PLASTO

Nach der Vollendung der Fräsarbeiten wurden die Vertiefungen mit Spachtelmasse (REVELL PLASTO) ausgefüllt und auch die Region der Mähne mit Spachtelmasse erhöht. Die gut ausgetrocknete Spachtelmasse wurde im Bereich der Muskulatur geglättet und die Mähne wurde eingeschnitzt.


Modellierung mit PLASTO

Die parallel stattfindende, intensive Beschäftigung mit einem Elastolin-Pferderohling hatte mir dann aber gezeigt, dass beim Pferd MADE IN CHINA nicht nur der Kopf die eckigen Strukturen wie bei einem Seepferdchen aufweist, sondern dass auch beim Kopfgeschirr ein Lederbügel hinter den Nüstern fehlt. Außerdem war ich mit der einseitigen Anordnung der Mähne doch nicht so zufrieden. Also war ein erneuter Auftrag von Spachtelmasse nötig. Zuerst habe ich die Kopfform verbessert und anschließend den fehlenden Gurt des Kopfgeschirrs anmodelliert.




begonnene Grundbemalung und neue Mähne aus MAGIC SCULP

Obwohl die Mähne nicht so richtig fertig wurde, entschloss ich mich in einer durch Schmerzen bedingten schlaflosen Nacht, mit dem Auftrag der Grundfarbe zu beginnen. Wie üblich wählte ich dazu eine Ölfarbe. Erst am nächsten Morgen merkte ich dann, dass ich die Farbe nur als glänzende Variante habe. Die glänzende Ölfarbe musste matt übergemalt werden. Dafür nahm ich dann Dispersionsfarbe in Sienagelb. Beim Betrachten der Bilder mit der einfarbigen Grundbemalung fiel mir der doch recht eckige Übergang vom Schulterblatt zum Oberschenkel auf. Also korrigierte ich hier nochmals mit Spachtelmasse. Außerdem schnitzte ich noch den Übergang vom Schweif zu den Hinterbeinen zurecht, mit dem ich auch nicht so zufrieden war. Dabei krümelte allerdings die Dispersionsfarbe vom glänzenden Lack ab. Also musste der Grundauftrag erneuert werden. Diesmal nahm ich matte Acrylfarbe (MARABU DECOR Nr. 047, Hellbraun) und hoffte, dass nun die Farbe hält. Nachdem auch der dritte Versuch zur Gestaltung der Mähne mit der Spachtelmasse PLASTO aus der Tube erfolglos war, nahm ich doch MAGIC SCULP von GREY FUNNEL LINE zur Modellierung. Die Anwendung der Zwei-Komponenten-Knetmasse MAGIC-SCULP empfand ich als sehr problemlos. Und wie die Bilder wohl deutlich zeigen, hat sich der Einsatz gelohnt.








Bemalung des Pferdes

Zur Lasur (washing) nahm ich für den Körper Abtönfarben aus dem Baumarkt. Dabei mischte ich Topasbraun mit etwas Schwarz. Bei der Mähne griff ich für den Grundanstrich wieder auf eine matte Ölfarbe (REVELL COLOR Nr. 6) zurück und granierte die Mähne nach der Trocknung mit dunklem Grau (angemischt aus matten Acrylfarben). Die Lederteile des Kopfgeschirrs bemalte ich mit matter Acrylfarbe (MARABU DECOR Nr. 042, Sand), während ich für die Metallteile glänzende Ölfarbe (MODEL MASTER No. 1546, Silber) nahm. Zum Schluss wurden die Augen mit glänzender Ölfarbe (MODEL MASTER No. 1747, Schwarz glänzend) und die Nüstern mit dem dunklem Grau bemalt. Mit dem gleichen Grau wurde auch die Mundspalte hervorgehoben.

Die nun folgenden Bastelschritte erfolgten parallel zu den Arbeiten am Pferd, da hier immer wieder Trockenphasen nötig waren.


Bau der Satteldecke

Für die Satteldecke des China-Pferdes nahm ich Papier von der Küchenrolle. Die symmetrische Form erreichte ich durch das Zusammenlegen des Blattes in der Mittellinie. Das zweite Blatt wurde ebenfalls gefaltet, auf das fertige Teil gelegt und danach in gleicher Form ausgeschnitten.


Bau der Satteldecke

Beim Pferd wurde die Rückenpartie gut mit NIVEA Creme eingefettet und dann das erste Blatt aufgelegt. Darauf klebte ich das zweite Blatt mit wasserfestem Holzleim (PONAL Super 3).


Bau der Satteldecke

Nun hoffte ich, dass am nächsten Tag nach der Aushärtung des Leimes die Satteldecke vom Pferd abgenommen werden kann und sie ihre Form dabei behält. Und es hat geklappt! Der Eigenbau aus Küchenpapier ist formstabil und ließ sich problemlos vom China-Pferd abnehmen.




Bemalung der Satteldecke

Bei der Bemalung der Satteldecke wählte ich mir als Vorlage eine Decke, die ich bei Western-Reitern fotografiert hatte. Allerdings habe ich die wohl auf Navajo-Mustern basierende Decke stark vereinfacht. Abschließend wurden die Farben noch mit mattem Klarlack für innen und außen aus dem Baumarkt fixiert.




Bau der zweiten Satteldecke

Für die geplante Fotoserie eines Cowboys beim Satteln seines Pferdes brauche ich diese Satteldecke auch über einem Holm hängend. Dazu bastelte ich nach obiger Methode ein gleich großes Exemplar, das ich zur Verfestigung über den Holm meines Saloons legte. Dazu bastelte ich aus dem Zellophan-Papier einer Zigarettenschachtel eine Schutzhülle und strich diese satt mit Labello ein, damit die Weißleim getränkte Satteldecke nicht am Holm kleben bleibt.






Bemalung der zweiten Satteldecke

Nach ausgiebiger Trocknung wurde diese Satteldecke dann möglichst identisch bemalt und zum Abschluss mit dem Klarlack die Bemalung fixiert.


Bau des Westernsattels

Damit auch der Westernsattel später vom China-Pferd abzunehmen ist, habe ich mir aus Pappe ein Untergestell gebastelt. Als Ausgangsmaterial wählte ich die innere Papprolle von Klopapier, da hier schon eine Biegung vorhanden ist. Die Teile wurden frei Hand ausgeschnitten.


Bau des Westernsattels

Die jetzt noch leicht unsymmetrische Gestalt wurde dann durch einen Überzug aus Spachtelmasse ausgeglichen und aus einem Stückchen Schnürsenkel und Blumendraht (KNORR Nr. 6478 15 8, Stieldraht geglüht 0,8/150 mm) entstand der Bauch-Spanngurt.


Bau des Westernsattels

Auch die funktionstüchtige Schnalle für den Sattelgurt bog ich aus diesem Blumendraht.




Bau des Westernsattels

Nun fehlten mir zur Schnalle noch 3 mm breite Lederriemchen. Diese fand ich beim Bastelbedarf von KNORR PRANDELL (Nr. 2250 003, Velourband beige). Als Bastelmaterial für die Steigbügel zum China-Pferd und auch für den Elastolin-Rohling wählte ich als Ausgangsmaterial Sachen aus, die in unserem Haushalt immer wieder anfallen. Die Pappe für die Steigbügel-Schuhe und -Gurte entstammt einer Zigarettenschachtel und für die Metallbefestigung zwischen Schuh und Gurt nahm ich den schon erwähnten Blumendraht. Nachdem die Bastelarbeiten abgeschlossen waren, habe ich die Pappe der Schuhe wieder mit PONAL eingestrichen, damit die Form stabil bleibt. Die Schnallenhalterung am Lederriemchen bestehen wieder aus der Pappe einer Zigarettenschachtel. Die Bemalung der Pappteile erfolgte mit matter Acrylfarbe (MARABU DECOR Nr. 042, Sand), während ich für die Metallteile glänzende Ölfarbe (MODEL MASTER No. 1780, Stahl) nahm.




Bau des Westernsattels

Der weiche Pappuntergrund mit der REVELL-Spachtelmasse PLASTO aus der Tube war nicht die beste Wahl für den Sattelunterbau. Immer wieder brachen Teile weg. Beim nächsten Sattel greife ich wohl gleich zu MAGIC SCULP und modelliere dann so, dass keine nachträglichen Schleifarbeiten nötig sind. Nach einigen Überarbeitungen bin ich mit dem Endzustand aber zufrieden.




Bau des Westernsattels

Vor dem Auftrag der Grundfarben Bronze hell (MODEL MASTER No. 1782) für den Sattelknauf und Sand (MARABU DECOR matt Nr. 042) für die Seitenflächen bekam auch der Sattel eine Grundierung mit PONAL. Aufgrund der hohen Belastung beim Schließen und Öffnen der Schnallen wurden die Sattelgurte mit Sekundenkleber am Sattel befestigt. Der Bauchgurt lässt sich über die funktionstüchtigen Schnallen problemlos befestigen. In den Trocknungszeiten während der Figurenbemalung wurden auch noch kleinere Korrekturen am Sattel vorgenommen. Der Sattelknauf wurde soweit verkleinert wie es die Pappunterkonstruktion zuließ und die Schnallen wurden mit Ölfarbe bemalt (MODEL MASTER Nr. 1780, Stahl). Außerdem verringerte ich mit einem scharfen Skalpell den Sattelgurt um die Hälfte seiner Stärke, so dass Schnalle und Gurt nicht so weit vom Pferd abstehen, und passte auch noch den Bauchgurt farblich dem Sattel an.










Bau des Westernsattels

Nach der Bemalung der Pferde waren nun die abschließenden Bastelarbeiten am Sattel fällig. Es fehlte ja noch der Lederbezug der Sitzfläche, an dem die Steigbügel befestigt werden. Dazu klebte ich mit UHU extra Alleskleber ein Stückchen Fensterleder auf die Sitzfläche. Nun wurde die linke Seite nur im oberen Bereich an den Sattel geklebt. Damit sich das Leder mit möglichst wenig Falten den Rundungen des Sattels anpasst, habe ich so lange vor dem Fernseher am Material gezogen und es angedrückt, bis der Kleber richtig angezogen hatte. Erst dann wurde der passende Umriss ausgeschnitten. Bei der rechten Seite wurde zuerst der Umriss spiegelbildlich ausgeschnitten und dann der obere Teil wieder unter dehnen und pressen angeklebt. Am schwierigsten war die faltenfreie Anpassung des Leders an die Rückenlehne. Dazu musste das Leder eingeschnitten und passende Segmente ausgeschnitten werden.






Bau des Westernsattels

Nun wurden die Steigbügelriemen auf die passende Länge verkürzt und an den hochklappbaren Teil des Sattelleders angeklebt. Zum Abschluss der Bastelarbeiten am Eigenbau-Sattel entstanden für jede Seite noch je 2 Conchas aus Pappe und Nähgarn. Mittels der Conchas wird Zubehör am Sattel festgebunden.



Jetzt habe ich einen funktionsfähigen Sattel, der sich dem Original recht gut annähert. Aufgrund der doch sehr aufwendigen Bastelarbeiten und der etwas diffizilen Fummelei beim Satteln per Pinzette werde ich aber bei den weiteren Saloonpferden den Sattel wohl mit MAGIC SCULP fest aufmodellieren.






Bau der Zügel

Beim China-Pferd musste zur Befestigung der Zügel auch das Kandarrenende aus Blumendraht gebogen werden. Die passenden Lederriemchen in ca. 1,5 mm Breite bekam ich dankenswerter Weise von Mike (Michael Cremerius, Inhaber von GERMANIA-FIGUREN). Nach der Befestigung der Zügel sind nun beim China-Pferd die Bastelarbeiten abgeschlossen. Beim nächsten Mal bohre ich die beiden Löcher für die Zügelbefestigung aber vor der Bemalung!


Original und Umbau


vor dem Saloon

Fazit: Ein sehr langwieriger Umbau, bei dem ich einige neue Dinge ausprobiert hatte. Aber, der Aufwand hat sich aus meiner Sicht wirklich gelohnt!

Viele Grüße, HW
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Falkenauge
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