Der lustige Modellbauer
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Beitrag von bahnindianer am So 29 Nov 2009, 22:16

Liebe Modellbaukolleginnen und Modellbaukollegen,

Ob ich nun meinen Beitrag an der richtigen Stelle einstelle möge bitte der Moderator entscheiden und den beitrag gegebenenfalls verschieben. Die Bilderflut in diesem neuen Forumszweig brachte mir wieder etwas ins Gedächtniss was ich schon lange einmal loswerden wollte.

Nachdem ich ja nun schon einige Zeit Mitglied in unserem schönen Forum bin erlaube ich mir mal ein Thema anzusprechen welches normalerweise von keinem angesprochen wird. Wir alle sind jedoch wie fast jeder Mensch Weltmeister im Verdrängen wenn es darum geht, dass unsere zeit hier auf Erden nun einmal endlich ist. Ich möchte jetzt keine Trauerstimmung heraufbeschwören, ganz im Gegenteil.
Ich möchte das jeder einmal darüber nachdenkt was eigentlich mit seinen Schätze geschieht wenn er einmal nicht mehr ist oder einmal nicht mehr kann. Sicherlich für Bargeld, Einrichtung und Wertgegenstände gibt es in jeder Familie dankbare Abnehmer die auch per Testament oder gesetzlicher Erbfolge gefunden werden. Was aber ist mit den Dingen die Schätze sind deren Wert nicht sofort erkennbar sind? Was ist mit all Euren Modellen und Basteleien, was ist mit Euren Büchern und Informationen und was ist mit all den Bildern?

Für Modelle und Unterlagen wie Bücher gibt es bestimmt den einen der die gerne hätte oder die Erben verkaufen das alles über diverse Internetauktionshäuser. Was ist aber mit all den Fotos? Da wurden schon wertvolle Sammlungen „in die Tonne gekloppt“ und waren für immer verloren. Was soll man jedoch dagegen machen das Zeitgeschichte einfach zum Müll kommt. Dagegen hilft nur wenn sich die Besitzer von Film-, Bild- und Tonsammlungen schon heute Gedanken machen und eine Entscheidung treffen bevor sie diese nicht mehr treffen können.
Ich kenne das Problem aus eigener Erfahrung. Meine eigene Sammlung am Fotos umfasst inzwischen mehr als 100 000 (in Worten einhunderttausend) Bilder und dazu kommt noch eine ganze Menge an Literatur zum Thema Bahn. Ähnlich ergeht es meinem Freund und Nachbarn, einem bekannten Autor für Eisenbahnbücher. Nur dort sind noch nicht einmal Nachkommen vorhanden. Meine Kinder werden meine Basteleien in Ehren weiter erhalten, das ist sicher aber mit all den Fotos und Büchern wissen sie nichts anzufangen. Man hätte es halt aufgehoben und alles wäre bis zur nächsten Generation in Kartons eingemottet verstaubt. Meine Enkelkinder werden dann bestimmt alles einfach nur entsorgen. Aber es gibt eine Lösung die besser ist und alles bewahren hilft.

Vor einigen Jahren wurde die Stiftung Eisenbahn ins Leben gerufen. Sie ist von den Finanzbehörden als solche anerkannt und hat den Zweck alles was zur Darstellung der Eisenbahngeschichte in Deutschland dient zu bewahren und für die Nachwelt zu erhalten. Dabei haben die Initiatoren aus dem Eisenbahnmuseum Darmstadt-Kranichstein in erster Linie an Eisenbahnfahrzeuge gedacht. Mein Freund und Nachbar Wolfgang Löckel ist der Vorsitzende des Kuratoriums dieser Stiftung. Er erweiterte den Gedanken der erhaltenswerten Dinge auch auf Literatur, Unterlagen und Fotos. Gemeinsam mit ihm verwalte ich zusätzlich zu meiner eigenen und Wolfgangs Sammlung schon einige weitere Archive. Etliche Personen haben bereits per Testament ihre Sammlungen der Stiftung überstellt. Aber auch noch lebende Eisenbahnfreunde haben ihre Schätze in unsere Hände gelegt. Aus fast jedem Verlag der Eisenbahnbücher produziert sind schon Autoren da, die sich Zwecks Nachlassregelung an die Stiftung gewandt haben.

Vielleicht , liebe Modellbauerinnen und Modellbauer, habt ihr einmal ein paar Minuten Zeit alleine oder mit Euren Lieben ganz offen über dieses Thema nachzudenken. Kommt ihr dann zu dem Ergebnis das so etwas auch für euer Lebenswerk wünschenswert wäre auch wenn es sich nicht nur um eisenbahntechnische Dinge handelt und ihr braucht Hilfe oder weitere Informationen so ihr euch vertrauensvoll an mich wenden. Ich werde jede Meldung persönlich beantworten und mit der gebotenen Diskretion behandeln. Die Kontakte der Stiftung zu Museen anderer „Fakultäten“ sind vorhanden und können jederzeit genutzt werden.

Ich würde mich doch sehr freuen wenn auch nur eine Sammlung vor der Vernichtung bewahrt bliebe und für zukünftige Generation die Technikgeschichte unserer Zeit ein wenig lebendig erhalten könnte.

der Bahnindianer
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Modellbau-Experte
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Beitrag von John-H. am So 29 Nov 2009, 22:32

bahnindianer schrieb:Ob ich nun meinen Beitrag an der richtigen Stelle einstelle möge bitte der Moderator entscheiden und den beitrag gegebenenfalls verschieben.

Moin Bahnindianer, ich habe diesen wie ich finde wichtigen Beitrag in einen eigenen Tread geschoben, hier kann er von Zeit zu Zeit mal wieder hoch geholt werden und verschwindet somit nicht in der Forenversenkung!
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Beitrag von Frank Kelle am Mo 30 Nov 2009, 08:50

Das sind gute Gedanken Georg, danke dafür. Es ist vermutlich wirklich so, daß viel "verschwindet", wo früher mit Herzensblut gesammelt wurde. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wären so Sammlungen wie von Maey, Hubert oder gar Bellingrodt verschwunden... Aber im Modellbereich wird vermutlich viel verschwinden, wenn diese nicht VORHER an Institutionen z.B. gespendet werden - zur Freude und Ansicht späterer Generationen.
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Beitrag von Elger Esterle am Mo 30 Nov 2009, 09:08

Also wir (Modellbaugruppe Schreiber- Museum Esslingen) hatten erst kürzlich so einen Fall.

Ein Mitglied von uns, ein älterer Herr, baut seit Menschen Gedenken "Papiermodelle". War seither auch kein großes Problem, da er in einem Haus wohnte und für die Modelle DREI Zimmer hatte, um sie auf zu stellen.

Nun ging er, altersbedingt, mit seiner Frau in betreutes Wohnen. Also in ein kleines Apartement. Ergo kein Platz mehr für die Modelle.

Ein oder zwei besondere Modelle hat er mit genommen. Kinder und Enkel haben sich auch für zwei, drei schöne Stücke interessiert. Und der große Rest?

Einen Teil konnten wir für's Schreiber- Museum übernehmen. Aber bei weiten nicht alles. Der Großteil wird wohl den Weg alles irdischen gehen, denke ich mal. So traurig das ist.
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