Trajektverkehr am Bodensee
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Trajektverkehr am Bodensee
Zum Trajektverkehr erschien vor kurzen ein Buch, Grund genug mit Bildern aus dem Archiv dieses Projekt etwas näher zu beleuchten.
Im Jahre 1869 wurde neben der Trajektverbindung Bregenz - Konstanz auch die von Friedrichshafen in Deutschland nach dem schweizerischen Romanshorn eröffnet. Lediglich der erste und der zweite Weltkrieg unterbrachen den Fährbootverkehr zwischen den beiden Staaten. Auf Drängen der Schweiz wurde der Fährverkehr am 15. Mai 1949 wieder aufgenommen und bis zum 29. Mai 1976 beibehalten. Die Bilder zu diesem Bericht entstanden am 20. Juni 1976, also knapp ein Jahr nachdem der letzte Güterwagen über den Bodensee verschifft wurde.
In Deutschland war die DB schon damals sehr schnell beim Abbau der Gleise und so beginnt unsere kleine Bilderreise im Bahnhof Friedrichshafen von dem aus man noch immer mit der numehr als reine Personen- und Autofähre fungierenden Schiffsverbindung in die Schweiz reisen konnte. Auch im Bahnverkehr hatte das alte keine Chance mehr und so waren die modernen Dieselloks der Baureihe 215 an Stelle der guten alten Dampfloks der Baureihe 03 und 18.4-6 anzutreffen.

Im Hintergrund sieht man einen Turm, von dort aus entstand das nächste Bild auf dem wir die Zufahrt zum Personenbahnhof rechts und die zu dem Fähranleger geradeaus erkennen können.

Wir wollen jedoch zunächst einmal dem linken Gleis folgen um dort eine weitere bemerkenswerte Besonderheit des Friedrichshafener Gleisnetzes kennzulernen. Es ist eine handbetriebene vollkommen abgedeckte Waggondrehscheibe mit der Güterwagen direkt an das Hafenbecken herangeführt werden können.




Zurück an der Kreuzung an der wir dem linken Streckeast folgten, kommen wir, wenn wir gerade aus weitergehen, zum Stellwerk Freidrichshafen-Hafen. Den Gleisen beraubt ist es funktionslos und wird mit Sicherheit bald der Abrissbirne zum Opfer fallen.

In unserem Rücken befindet sich der Landungssteg zum Übergang von Land auf das Fährschiff. Die sichtbare Brücke ist die Konstruktion die zum heben und senken der Auffahrtsrampe diente. Über Seilzüge kann man die Gleise so an die abgesenkte Bugklappe des Schiffes anpassen und somit eine Zufahrt mit gleichmäßiger Steigung zum Schiff herstellen. Dies war es kein Problem ob der Bodensee nun gerade Niedrig- oder Hochwasser hatte. Die Rampen durften übrigens nur von Wagen befahren werden weswegen man zum Aufschieben der Wagen immer ein paar Leerwagen benötigte.


Hatte eine Fähre angelegt erfolgte über diese Rampe die Zufahrt von Güterwagen und Kraftfahrzeugen und Zugang durch Fußgänger. Deutlich sieht man auf der Zufahrtsrampe, daß die Gleise hier durch Klappen abdeckbar sind.


War der Ent- und Beladungsvorgang abgeschlossen wurde die Bugklappe der Fähre und der Zufahrtssteg etwas angehoben und die Fähre konnte ablegen und in die nahe Schweiz übersetzen. Leider seit dem Mai 1976 immer ohne Güterwagen der Bahn, aber der Fährverkehr war in etwa doppelt so teuer wie der Transport auf der den Bodensee umfassenden Bahnstrecke.


Auf der Schweizer Seite, im schönen Städtchen Romanshorn war analog zum Anleger auf der deutschen Seite ebenfalls eine solche Einrichtung zu finden. Von der Bauart war sie jedoch vollkommen unterschiedlich zur bereits vorgestellten. Alles wirkte viel wuchtiger und massiver.


Ein "Hingucker" auf schweizer Seite war der Zustellwagen. Schon von weitem erkannte man dieses Fahrzeug durch seine riesigen Puffer. Das Schweizer ja etwas bedachter und vorsichtiger sind als der Rest der Welt hat man Sichereheit sichtbar groß geschrieben. Theoretisch könnte es vorkommen, daß die Landungsbrücke so steil angestellt werden müßte das sich die Puffer der zu verladenden Wagens beim Übergang von der Horizontalen auf die schiefe Ebene unter die Puffer des Zustellwagens einhaken könnten. Um dies jedoch in jedem Falle zu verhindern hat man einen Wagen mit solchen übergroßen Puffertellen ausgerüstet. Da verhakt und verklemmt sich nix.


So das waren Sie die Erinnerungen an den Gütertransport über den Bodensee mittel Fähre. Das letzte Bild soll noch ein weiteres kleines Detail aus der Schweiz zeigen. Auch für Weichenwärter hatte die SBB ein Herz und so verbrachte man die Stellhebel in kleinen offenen Buden die jedoch zumindest einen kleinen Witterungsschutz boten.

Ich möchte allen die gerne mehr zum Thema Eisenbahntrajekte wissen möchten wirklich nur das Buch aus dem Alba-Verlag mit dem Titel "Esenbahntrajekte über Rhein und Bedensee" empfehlen. Ich persönlich habe von dieser kleinen Werbung gar nichts - kein Honorar und kein Freiexemplar.
Im Jahre 1869 wurde neben der Trajektverbindung Bregenz - Konstanz auch die von Friedrichshafen in Deutschland nach dem schweizerischen Romanshorn eröffnet. Lediglich der erste und der zweite Weltkrieg unterbrachen den Fährbootverkehr zwischen den beiden Staaten. Auf Drängen der Schweiz wurde der Fährverkehr am 15. Mai 1949 wieder aufgenommen und bis zum 29. Mai 1976 beibehalten. Die Bilder zu diesem Bericht entstanden am 20. Juni 1976, also knapp ein Jahr nachdem der letzte Güterwagen über den Bodensee verschifft wurde.
In Deutschland war die DB schon damals sehr schnell beim Abbau der Gleise und so beginnt unsere kleine Bilderreise im Bahnhof Friedrichshafen von dem aus man noch immer mit der numehr als reine Personen- und Autofähre fungierenden Schiffsverbindung in die Schweiz reisen konnte. Auch im Bahnverkehr hatte das alte keine Chance mehr und so waren die modernen Dieselloks der Baureihe 215 an Stelle der guten alten Dampfloks der Baureihe 03 und 18.4-6 anzutreffen.

Im Hintergrund sieht man einen Turm, von dort aus entstand das nächste Bild auf dem wir die Zufahrt zum Personenbahnhof rechts und die zu dem Fähranleger geradeaus erkennen können.

Wir wollen jedoch zunächst einmal dem linken Gleis folgen um dort eine weitere bemerkenswerte Besonderheit des Friedrichshafener Gleisnetzes kennzulernen. Es ist eine handbetriebene vollkommen abgedeckte Waggondrehscheibe mit der Güterwagen direkt an das Hafenbecken herangeführt werden können.




Zurück an der Kreuzung an der wir dem linken Streckeast folgten, kommen wir, wenn wir gerade aus weitergehen, zum Stellwerk Freidrichshafen-Hafen. Den Gleisen beraubt ist es funktionslos und wird mit Sicherheit bald der Abrissbirne zum Opfer fallen.

In unserem Rücken befindet sich der Landungssteg zum Übergang von Land auf das Fährschiff. Die sichtbare Brücke ist die Konstruktion die zum heben und senken der Auffahrtsrampe diente. Über Seilzüge kann man die Gleise so an die abgesenkte Bugklappe des Schiffes anpassen und somit eine Zufahrt mit gleichmäßiger Steigung zum Schiff herstellen. Dies war es kein Problem ob der Bodensee nun gerade Niedrig- oder Hochwasser hatte. Die Rampen durften übrigens nur von Wagen befahren werden weswegen man zum Aufschieben der Wagen immer ein paar Leerwagen benötigte.


Hatte eine Fähre angelegt erfolgte über diese Rampe die Zufahrt von Güterwagen und Kraftfahrzeugen und Zugang durch Fußgänger. Deutlich sieht man auf der Zufahrtsrampe, daß die Gleise hier durch Klappen abdeckbar sind.


War der Ent- und Beladungsvorgang abgeschlossen wurde die Bugklappe der Fähre und der Zufahrtssteg etwas angehoben und die Fähre konnte ablegen und in die nahe Schweiz übersetzen. Leider seit dem Mai 1976 immer ohne Güterwagen der Bahn, aber der Fährverkehr war in etwa doppelt so teuer wie der Transport auf der den Bodensee umfassenden Bahnstrecke.


Auf der Schweizer Seite, im schönen Städtchen Romanshorn war analog zum Anleger auf der deutschen Seite ebenfalls eine solche Einrichtung zu finden. Von der Bauart war sie jedoch vollkommen unterschiedlich zur bereits vorgestellten. Alles wirkte viel wuchtiger und massiver.


Ein "Hingucker" auf schweizer Seite war der Zustellwagen. Schon von weitem erkannte man dieses Fahrzeug durch seine riesigen Puffer. Das Schweizer ja etwas bedachter und vorsichtiger sind als der Rest der Welt hat man Sichereheit sichtbar groß geschrieben. Theoretisch könnte es vorkommen, daß die Landungsbrücke so steil angestellt werden müßte das sich die Puffer der zu verladenden Wagens beim Übergang von der Horizontalen auf die schiefe Ebene unter die Puffer des Zustellwagens einhaken könnten. Um dies jedoch in jedem Falle zu verhindern hat man einen Wagen mit solchen übergroßen Puffertellen ausgerüstet. Da verhakt und verklemmt sich nix.


So das waren Sie die Erinnerungen an den Gütertransport über den Bodensee mittel Fähre. Das letzte Bild soll noch ein weiteres kleines Detail aus der Schweiz zeigen. Auch für Weichenwärter hatte die SBB ein Herz und so verbrachte man die Stellhebel in kleinen offenen Buden die jedoch zumindest einen kleinen Witterungsschutz boten.

Ich möchte allen die gerne mehr zum Thema Eisenbahntrajekte wissen möchten wirklich nur das Buch aus dem Alba-Verlag mit dem Titel "Esenbahntrajekte über Rhein und Bedensee" empfehlen. Ich persönlich habe von dieser kleinen Werbung gar nichts - kein Honorar und kein Freiexemplar.
Zuletzt von bahnindianer am Sa 28 Nov 2009, 19:07 bearbeitet, insgesamt 1 mal bearbeitet (Grund : Bildreihenfolge trotz mehrmaliger überprüfung falsch gewesen)

bahnindianer- Schneidmatten-Virtuose

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Re: Trajektverkehr am Bodensee
Danke für die Bilder! Konnte die Drehscheibe auch eine Kleinlok bewegen oder waren nur Wagen zugelassen? Dazu auch die Frage: die gedrehten Wagen - wurden die dann per hand oder per Seil Spil gewegt? Die Drehscheibe wurde ja vermutlich eingebaut, da der Platz für eine Weiche inkl. der Zuführgleise fehlte?

Frank Kelle- Admin

- Alter: 43
Laune: Immer prima!
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Re: Trajektverkehr am Bodensee
Hallo Bahnindianer,
vielen Dank für die tollen Bilder und die Erklärungen.
vielen Dank für die tollen Bilder und die Erklärungen.


kaewwantha- Moderator

- Alter: 57
Laune: Immer zu gut
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Re: Trajektverkehr am Bodensee
Eine sehr schöne, interessante und ausführliche Bildergeschichte!
Danke Bahnindianer!!
Danke Bahnindianer!!


John-H.- Co - Admin

- Alter: 45
Laune: Kommt drauf an, aber meist heiter!
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Drehscheibe
Hallo,
zunächst einmal vielen Dank für das bisherige Lob. Wenn es so gefällt werde ich gerne weitere kleine Reiseberichte einstellen, hab ihr dann irgendwann einmal genug schreit einfach stopp.
So jetzt die Frage wegen der Drehscheibe. Wenn ich mich recht erinnere diente das Gleis von der Drehscheibe am Wasser entlang in erster Linie der Zu- und Abfuhr von Teilen für die kleine Schiffswerft. An der Drehscheibe befand sich hinter den Grube noch ein weiteres Gleis was nach hinten weiterführte. Ich persönlich kann mich nicht erinnern die Scheibe jemals in Betrieb gesehen zu haben meine aber noch eine Spillanlage am Ende des Gleises gesehen zu haben. Ich bin mir da aber nicht sicher. Ich suche mal nach dem Originalgleisplan der irgendwo im Archiv liegen müßte, das kann aber noch etwas dauern. Wenn ich etwas näheres in Erfahrung bringen kann melde ich es hier andieser Stelle.
Gruß vom Bahnindianer
zunächst einmal vielen Dank für das bisherige Lob. Wenn es so gefällt werde ich gerne weitere kleine Reiseberichte einstellen, hab ihr dann irgendwann einmal genug schreit einfach stopp.
So jetzt die Frage wegen der Drehscheibe. Wenn ich mich recht erinnere diente das Gleis von der Drehscheibe am Wasser entlang in erster Linie der Zu- und Abfuhr von Teilen für die kleine Schiffswerft. An der Drehscheibe befand sich hinter den Grube noch ein weiteres Gleis was nach hinten weiterführte. Ich persönlich kann mich nicht erinnern die Scheibe jemals in Betrieb gesehen zu haben meine aber noch eine Spillanlage am Ende des Gleises gesehen zu haben. Ich bin mir da aber nicht sicher. Ich suche mal nach dem Originalgleisplan der irgendwo im Archiv liegen müßte, das kann aber noch etwas dauern. Wenn ich etwas näheres in Erfahrung bringen kann melde ich es hier andieser Stelle.
Gruß vom Bahnindianer

bahnindianer- Schneidmatten-Virtuose

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Re: Trajektverkehr am Bodensee
Hallo Bahnindianer,
ich glaube da kannst Du lange darauf warten bis hier jemand Stop sagt.
ich glaube da kannst Du lange darauf warten bis hier jemand Stop sagt.


kaewwantha- Moderator

- Alter: 57
Laune: Immer zu gut
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Re: Trajektverkehr am Bodensee
Georg, DAVON bekommen wir sicher nicht genug!
Man hat "uns" Eisenbahnfotografen sicher immer belächelt, aber HEUTE werden wir als Chronisten angesehen.. JEDES Foto, was wir machen war und ist Geschichte - spätestens DANN, wenn wir die Kamera wieder herunter nehmen. Ich sehe es heute an meinen Bildern ja auch - Die Fahrzeuge verschwunden, wenn nicht sogar die Strecke. Jedes einzelne unwiederholbar.
Man hat "uns" Eisenbahnfotografen sicher immer belächelt, aber HEUTE werden wir als Chronisten angesehen.. JEDES Foto, was wir machen war und ist Geschichte - spätestens DANN, wenn wir die Kamera wieder herunter nehmen. Ich sehe es heute an meinen Bildern ja auch - Die Fahrzeuge verschwunden, wenn nicht sogar die Strecke. Jedes einzelne unwiederholbar.

Frank Kelle- Admin

- Alter: 43
Laune: Immer prima!
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