Der lustige Modellbauer
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103 118 - die schnelle 103

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Beitrag von lok1414 am Di 31 Jul 2018, 19:06

Im ICE-Zeitalter mit Geschwindigkeiten von 300 km/h soll dieser Umbaubericht zur schnellen 103
118
daran erinnern wie alles begann.

Das Zeitalter der Hochgeschwindigkeit begann mit dem Vorhaben der Deutschen Bundesbahn eine Ellok, genauer gesagt eine 103 für 250 km/h zu beschaffen.

Schon bei den ersten bekanntgegebenen Meldungen der Planung kursierten Gerüchte und die Phantasien liefen Amok. Relativ schnell wurde klar gestellt, dass es sich bei den Zeitungsmeldungen - wie so oft - um ins Kraut schießende Phantastereien sensationshungriger Journalisten handelte.

Aber es gab natürlich genau eine 103, die 250 km/h fahren konnte - die VersA-Lok 103 118 . Die guten Fahreigenschaften der Vorserienloks 103.0 ließen den Schluss zu, dass die künftigen Serien-Loks der Baureihe 103.1 durchaus für höhere Geschwindigkeiten als die nominellen 200 km/h geeignet sein könnten. Exakt berechnen konnte man das allerdings nicht, da es Ende der 60er Jahre dafür überhaupt noch keine theoretischen Modelle und Rechenmodelle gab. Die in der Literatur gelegentlich zu findende Formulierung, die 103.1 sei fahrtechnisch für 265 km/h ausgelegt gewesen, halten viele Kenner deshalb für eine rückwirkende Glorifizierung. Wie dem auch sei, die für die Fahrtechnik zuständige Versuchsanstalt (VersA) in Minden erkannte die Chance und ließ deshalb aus der laufenden Serie die 103 118 bereits ab Werk mit einer geänderten ("längeren") Getriebeübersetzung ausstatten, die es ermöglichte, ohne Erhöhung der maximalen Motordrehzahl die Höchstgeschwindigkeit der Lok auf 250 km/h anzuheben. Mit dieser Lok wurde dann ab 1971 systematisch der Geschwindigkeitsbereich zwischen 200 und 250 km/h unter aller Aspekten untersucht, um damit die Grundlagen für eine langfristig angestrebte weitere Erhöhung der allgemeinen Reisegeschwindigkeiten zu erforschen.

Es begann am 22.04.75 im Bahnhof Brackwede, von wo aus die VersA in der Regel ihre Schnellfahrversuche nach Neubeckum startete. Anfang 1983 verlor die 103 118 ihren Sonderstatus, da die DB händeringend Loks für den IC-Verkehr mit 200 km/h benötigte (die Bestellung der Serien 120 hatte sich bekanntlich um Jahre verzögert). Mit Bauteilen der verunglückten 103 125 wurde die Lok in den Normalzustand umgerüstet, d.h. mit regulärer Getriebeübersetzung für vmax = 200 km/h versehen. Ihre Radsatzgetriebe, also hauptsächlich Ritzel und Großrad, wurden an die Vorserienlok 103 003 weitergeben, die damit auf ihre alten Tagen noch einmal eine deutliche Geschwindigkeits-Steigerung erfuhr.

Soviel die Vorgeschichte zum Baubericht.



Fleischmann bot seit langem ein H0-Modell der 103 118 an. Für den nachfolgenden Umbau kann aber grundsätzlich jedes andere Modell der "kurzen" 103 genommen werden. Da sich im Lok-Fundus des "Aw  Bonn" u.a. auch eine Fleischmann-Lok befindet, entschied sich der Aw-Leiter für diese ...
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... und schon fingen die Probleme an. So, wie Fleischmann sich den Dachaufbau einer 103 vorstellt, sie er in der Realität nicht aus. Aber das "Aw Bonn" hat ja schon Erfahrungen beim Dachumbau einer 103 gesammelt.

Also erst einmal Alles runter vom Dach ...
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... und mit zusätzlichen Isolatoren, Ms-Draht und anderen Bauteilen den Dachaufbau nach Vorlage wieder neu aufbauen ...
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Damit ist das Dach unserer 103 118 akzeptabel und wir können die Gehäusesektion beiseite legen und uns dem dem Fahrwerk widmen.

(wird fortgesetzt, Umbau Fahrwerk und Messlanze)
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Beitrag von Frank Kelle am Di 31 Jul 2018, 19:47

Ich erinner mich... die Maschine blieb für Jahre "Jagdopfer der Fotografen", auch wenn die längst wieder "normal" war... Tja... die 120er.. die waren eine Geschichte für sich... 120 001-005 im Sonderstatus.. und irgendwann "tata" die 120.1.. Meiner erste 120.1 hatte ich in Regensburg gesehen, als wir die letzte Fototour bez. der 194er machten.. lang her...

So - genug Erinnerungen.. will den AWleiter nicht stören.. kommen auch neue Meßwagen???
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Beitrag von Gast am Di 31 Jul 2018, 21:11

Hallo Wolfgang,
ich wünsche die viel Erfolg bei dem Umbau zu deiner "Bonner"-103, auch wenn es bei uns kein AW dafür gab.

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Beitrag von Gast am Di 31 Jul 2018, 21:20

Frank Kelle schrieb:Ich erinner mich... die Maschine blieb für Jahre "Jagdopfer der Fotografen", auch wenn die längst wieder "normal" war... Tja... die 120er.. die waren eine Geschichte für sich... 120 001-005 im Sonderstatus.. und irgendwann "tata" die 120.1.. Meiner erste 120.1 hatte ich in Regensburg gesehen, als wir die letzte Fototour bez. der 194er machten.. lang her...

So - genug Erinnerungen.. will den AWleiter nicht stören.. kommen auch neue Meßwagen???

Hallo Frank,

ich habe eben nochmal bei DB nachgesehen.
Da gibt es nur "Messwagen"!

pruys
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Beitrag von lok1414 am Mi 01 Aug 2018, 08:34

@Frank: ... mit den Meßwagen (alte Schreibform, gültig bis 1996) liege ich mit mir selbst im Hader. Ich denke ich werde zwei umbeschriftete C4i/ü-Wagen in grün (VersA Minden) "anhängen" ... scratch


@pruys: Zitat: "... auch wenn es bei uns kein AW dafür gab" ... doch hier in Dransdorf bei der BDK (Bonn-Dransdorfer-Kleinbahn)! ... Nix wie weg
Ich weiß nicht, aber vielleicht hatte Kardinal Frings ja einen eigenen gefringsten "Messwagen" ...  Abrollender Smilie
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Beitrag von Frank Kelle am Mi 01 Aug 2018, 09:30

Nu, solange Du nicht den alten Roco-Hecht in gelb dahintersetzt Very Happy
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Beitrag von lok1414 am Mi 01 Aug 2018, 10:26

Beschäftigen wir uns nun mit der Modifizierung des Fahrwerks und dem Einbau der Mess-Lanze. Durch den Einbau der Messeinrichtung entfällt vorn, Führerstand 1, die gesamte Kupplungsaufnahme (war beim Original eben so. Daher wurde die Lok auch immer zurück geschleppt) ...
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... so ähnlich wird es nach dem Einbau der Mess-Lanze aussehen ...
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Nun ist es an der Zeit sich um das Kernstück des Umbaus zu kümmern: die Mess-Lanze ...
... sieht sie aus ....
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103 118 - die schnelle 103 Mess-l10


Das dicke gelbe Rohr ist nur der Mess-Systemträger; das eigentliche Messglied ist das dünne Röhrchen an der Spitze, mit dem der Luftdruck (Staudruck) im ungestörten Bereich gemessen wird. Als Hintergrund muss man wissen, dass der Umgebungsdruck bei aerodynamischen Betrachtungen eine große Rolle spielt. In einem Abstand von ca. 5 m vor dem Zug kann man davon ausgehen, dass hier noch ungestörte Umgebungsbedingungen herrschen. Oder, bildlich gesprochen, dass die Luft in dieser Entfernung noch nichts davon merkt, dass sie gleich von einem Zug auseinander gerissen wird.
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Eingebaut sieht es dann so aus, eingeschraubt ....
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... und mit einer Kontermutter gesichert ...
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... und die Lage ist auch richtig ...
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Während einiger Messfahrten war für die Ingenieure auch interessant, wie sich die Druckverhältnisse (Strömung), während der Hochgeschwindigkeitsfahrten, an der Außenseite der Lok verteilen. Rückschlüsse dienten der aerodynamischen Formfindung während der Konstruktion der künftigen ICE-Köpfe. Von den Messaufnehmern (Piezo-Druckaufnehmer) führten Leitungen zum angehängten Messwagen hinter der Lok ...
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Anlässlich einer Messfahrt konnte die 103 118 im Schlepp einer 215 136 auf einer Nebenstrecke abgelichtet werden ...
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Offensichtlich hatten die Fotographen einen guten Draht zum Stellwerker am Block Auwiese. Als das Blocksignal auf Hp 0 ging sprang der Fahrzeugführer von der Lok, kuppelte seine Lok ab und setzte zurück. Die 103 118 stand nun solo auf dem Gleis ...

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>> BB ende, kann in "fertige BB" verschoben werden <<
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