Der lustige Modellbauer
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Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

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Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von lok1414 am Di 24 Jul 2018, 13:04

Geschichtliches:
Als Einheitshilfszug wird heute hauptsächlich der von der Deutschen Reichsbahn (DR) zwischen 1973 und 1979 entwickelte und gebaute Standardhilfszug der DR bezeichnet. Als Hilfszug definiert man bei der Eisenbahn alle selbstfahrenden oder lokbespannten schienengebundene Fahrzeuge für die technische Hilfeleistung bei Betriebsstörungen oder Eisenbahnbetriebsunfällen. Die Hilfszüge sollen innerhalb von 45 Minuten abfahrbereit sein, und Einsatzstellen an Hauptstrecken innerhalb von 90 … 120 Minuten erreichen können (ab Ende 2017 werden die etwa 40 bis 50 Jahre alten Fahrzeuge durch „Anwendungsorientierte Container auf multifunktionalen Trägerfahrzeugen“ ersetzt).  


(Das Bild zeigt einen baugleichen Hilfszug der DB im Bahnhof Saalfeld (Saale) am 15. Jul 2008)

Anfang der siebziger Jahre entschied sich die Deutsche Reichsbahn (DR), die aus verschiedensten Wagentypen und teilweise noch aus Länderbahnzeiten bestehenden alten Hilfszüge oder Hilfsgerätewagen zu vereinheitlichen und den Einsatzkräften neue, zweckmäßige und für höhere Geschwindigkeiten zugelassene Fahrzeuge zur Verfügung zu stellen. Dazu wurde ein zweiteiliger Hilfszug geplant, der aus einem kombinierten Mannschafts- und Gerätewagen und einem Gerätewagen mit Energieversorgungsanlage bestehen sollte. Während Erstgenannter aus einem Fahrzeug der Reisezugwagenbauart entstehen sollte, war von Anfang an für die Energieversorgung ein Güterwagen der Gattung Gbs vorgesehen. Zur freien Beweglichkeit der Hilfszugmannschaft sollte der Güterwagen an einer Stirnseite einen UIC-Übergang erhalten. Die Indienststellung der neuen Hilfszüge sollte bis 1980 in allen Dienststellen der DR abgeschlossen sein.


(Das Bild zeigt - wie oben - einen baugleichen Hilfszug der DB im Bahnhof Saalfeld (Saale) am 15. Jul 2008)

Weil die vorgesehenen 26-Meter-Reisezugwagenkästen der Bauart Halberstadt nicht verfügbar waren, wurden die Pläne für den neuen Standardhilfszug der DR abermals überarbeitet und der kombinierte Mannschafts- und Gerätewagen in zwei Einzelfahrzeuge aufgeteilt. Nunmehr sollte als Spenderfahrzeug für den Mannschaftswagen ein Reisezugwagen der Rekobauart (Gattung Bghw) und für den Gerätewagen ein weiterer Gbs herangezogen werden. Die Wagenkästen für die Güterwagen stellte die DR in ihrem Raw „Einheit“ Leipzig selbst in großen Stückzahlen her. Die Mannschaftswagen wurden aus entbehrlichen aber noch brauchbaren, vierachsigen Rekowagen gefertigt. Dieser nunmehr dreiteilige Hilfszug wurde so im Raw Potsdam gefertigt. Die Erprobung des Baumuster-Zuges begann 1975 im Bahnbetriebswerk Leipzig West. Die dabei gewonnenen Erfahrungen flossen, nach einer Probezerlegung, in die 1977 anlaufende Serienproduktion der einzelnen Wagen des Hilfszugs ein und führten zu ständigen Verbesserungen an Ausstattung und Fahrzeugen.


(H0-Modell des Hilfszuges auf "Bewegungsfahrt")

Es wurden 51 komplette Einheiten und einige zusätzliche Gerätewagen geliefert. Unterhaltungswerk und Heimat-Raw war, bis zu seiner Schließung, das Raw Potsdam.

Quellen:
Code:
https://de.wikipedia.org/wiki/Einheits-Hilfszug

(... wird Wagen für Wagen fortgesetzt)
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von lok1414 am Do 26 Jul 2018, 10:28

Der Energieversorgungswagen (Generatorwagen)
Der Energieversorgungswagen entspricht in seiner Grundkonstruktion den im Reichsbahnausbesserungswerk "Einheit" Leipzig in Ganzstahlbauweise hergestellten Güterwagen der Gattung Gbs. Die Laufwerke entsprechen der Güterwagenbauart Gbs mit Doppelschakengehänge, Rollenlagern und einer Druckluftbremse der Bauart KE-1C, wie beim Gerätewagen. Eine Handbremse wird vom Wageninneren aus bedient. In den beiden einteiligen Seitenwand-Schiebetüren sowie am Arbeitsplatz des Triebfahrzeugbedieners befinden sich Fensteröffnungen.

Lauf- und bremstechnisch ist eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h möglich. Der Wagen erhielt durchgehende Hauptluftbehälterleitung, Zugsammelschiene, Dampfheizleitung, Steuerleitungen für den Wendezugbetrieb und diverse Energieversorgungs- und Kommunikationsleitungen. Die 24 V Stromversorgung für Beleuchtung erfolgte aus der Batterie des Mannschaftswagens. Am Untergestell des Wagens sind Halterungen für Vorrichtungen sowie am Übergangsende ein Gerätekasten angebracht.

Der Energieversorgungswagen hat nur an einem Ende einen UIC-Übergang mit Gummiwülsten, der durch eine Drehtür verschlossen werden kann.

An dem gegenüberliegenden Wagenende wurde durch eine Trennwand mit Drehtür ein separater Raum für den Stromerzeuger abgeteilt. Der so entstandene Maschinenraum nimmt ungefähr ein Fünftel des Wagengrundrisses ein und ist mit Schallschutzmaßnahmen versehen. Das dort ursprünglich verbaute Dieselaggregat war luftgekühlt und hatte eine Leistung von 20 kVA (... in den noch vorhandenen Hilfszügen kommen nunmehr neue, schallisolierte und emissionsarme Stromerzeuger zum Einsatz). In den Seitenwänden des Maschinenraumes verbaute man seitlich Türen mit Jalousien (zum einfachen Wechseln des Aggregates), Axiallüfter für den Luftaustausch und je ein Klappfenster auf jeder Wagenseite.

Damit der Hilfszug auch mit dem Energieversorgungswagen voran zur Einsatzstelle geschoben oder rangiert werden konnte, erhielt auch der Maschinenraum einen vereinfachten Führerstand. Die Stirnwand ist durch eine Glasscheibe mit Scheibenwischer und -heizung unterbrochen. Dazu sind eine entsprechende Signaleinrichtung und ein Rangierbremshahn vorhanden.

Der restliche Raum des Wagens beherbergt eine Werkstatteinrichtung mit Werkbank und Schweißgeräten, Regalen für Beleuchtungsgerät und Kabel sowie Lagerungen für Handwerkzeuge und Gasflaschen. Zur Verladung schwerer Ausrüstungsteile erhielt der Wagen, abweichend vom Brückenkran des Gerätewagens, zwei Säulendrehkräne. Die beiden, diagonal neben den Schiebetüren angeordnete Kräne werden elektrisch betrieben und haben eine Hubkraft von je 2,5 kN. Weitere Aufgleisgeräte, schwere Seile und Seilhaken sind funktionell in Gerätekästen und Aufnahmen am Untergestell des Wagens verstaut.
Alle Wagenkästen des Standard-Hilfzuges der Deutschen Reichsbahn hatten bei der Ablieferung einen einheitlichen dunkelgrünen Anstrich mit Polyurethan-Lack. Die Fahrgestelle und Laufwerke waren tiefschwarz und die Dächer einheitlich hellgrau ausgeführt. Seit Übernahme der Hilfszüge in den Bestand der Deutschen Bahn erhielten die Fahrzeuge bei anstehenden Revisionen und Fristarbeiten nach und nach einen verkehrsroten Anstrich nach dem neuen Farbschema der DB Notfalltechnik.



Maßskizze und Raumaufteilung des Energieversorgungswagens
I - Geräteraum; II - Maschinenraum; III - Schaltschrank

1 - Holzlagerregal; 2 - Holzlagerregal; 3 - Gasflaschen; 4 - Traverse; 5 - Drehkran; 6 - Notstromaggregat; 7 - Kabeltrommel; 8 - Schaufeln und Hacken; 9 - Werkbank; 10 - Handbremse; 11 - Dieselaggregat; 12 - Wendezugeinrichtung; 13 - Heizung; 14 - Übergangseinrichtung



Aus einem Gbs wird ein Energieversorgungswagen.
Grundsätzlich ähneln die Umbauarbeiten am Modell denen am Vorbild: Man nehme zwei Gbs (hier die PIKO-Variante) ....


und eine Säge ....




... wenn das Auge klar, die Hand ruhig und die Säge scharf ist, sollte DAS dabei herauskommen ...




... mit etwas Flüssigkleber entstehen aus dem Puzzle die neuen Seitenwände ...

(... und weil es so beruhigend für die Nerven war, darf das gleiche noch einmal für den "Gerätewagen" gemacht werden)

Jetzt ist es an der Zeit die Fensteröffnungen in die seitlichen Schiebetüren einzuarbeiten ...









(... und weil es so anregend ist .... ihr ahnt es schon ... die Seitentüren für den "Gerätewagen" sind identisch ... das ganze noch einmal)

(...wird fortgesetzt)
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von lok1414 am Do 26 Jul 2018, 11:04

Fortsetzung: Energieversorgungswagen
Ohne den einseitigen Führerstand und das Generatorabteil wäre der Energieversorgungswagen (äußerlich) fast nur ein Gerätewagen ...

... der Führerstand:








... Änderungen am Generatorabteil


Bevor es an das Zusammenfügen geht, dies sind die Einzelteile zum Gehäuse des Energieversorgungswagens ...




(wird fortgesetzt)
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von maxl am Do 26 Jul 2018, 11:11

Eindrucksvoll, was du hier an Können und Hintergrundwissen zeigst, Wolfgang! Es macht Freude dabeizusein! Gerne würde ich einige deiner Schätze mal aus der Nähe inspizieren... Könntest du vielleicht beim Treffen in Erftstadt dabeisein? Würde mich freuen! Gruß Michael (maxl)
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von lok1414 am Do 26 Jul 2018, 12:31

@Michael: Ich habe das Treffen schon noch auf dem Schirm, mal sehen ob es klappt. Würde dann 3 ... 4 Modelle mitbringen.
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von maxl am Do 26 Jul 2018, 14:43

Ich würde das sehr begrüßen, Wolfgang! Werde meinen Glaskasten, die 64 007 und das Kommissbrot dabeihaben. Seit deren Fertigstellung war ich ja nicht wieder aktiv... Aber du hast die Modelle ja auch noch nie in natura gesehen. Gruß Michael (maxl)
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von lok1414 am Fr 27 Jul 2018, 11:44

Fortsetzung: Energieversorgungswagen
Ich schiebe Frust .... Wütend ... eben ist mir kurz vor dem Ende, der gesamte Inhalt dieses BB-Teils abgeschmiert ... Auahahn ... also hier nun auf ein Neues.


Bevor es mit dem "Innenausbau" weitergeht, werden erst mal die Lampen am Führerstand eingebaut. Für die Lampengehäuse nehme ich Evergreen-Rohre. Für die Scheinwerfer werden D=4 mm (aufgebohrt auf 3 mm) und für die Schlusslichtbeleuchtung D=3 mm (aufgebohrt auf 2 mm) eingesetzt ...


... dann passen auch die entsprechenden (warm-)weißen bzw. roten LEDs ...


Zum Einkleben der Verglasung benutze ich immer "Micro Kristal Klear". Spalten verschwinden (laufen zu) und die "flache" Optik von klarem Plaste bekommt den typischen Glas-Charakter. "Micro Kristal Klear" ist wasserverdünnbar (ich nehme immer destilliertes Wasser) und nach dem Durchtrocknen "wasserfest" aber mit Alkohol wieder anlösbar.

... keine Angst: Die "weiße" Flüssigkeit wird mit dem Trocknen wieder vollkommen klar.


Den Innenausbau habe ich bewusst einfach gehalten. Eine höhere Detaillierung der Schränke, Ablagen und Schubladen, einschließlich dem Inventar hätte nur einen weiteren Aufwand des Putzens, Aufräumens etc. nach sich gezogen. Die ungefähre Lage der Trennwände ist aus der o.a. Skizze zu entnehmen ...




Die auf dem Wagendach sichtbaren sechs Lüfter entsprechen nicht der Endfassung. Die "richtigen" Wendler-Dachlüfter waren zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch in der Beschaffung. Kurze Zeit später erfolgte der Austausch ...


Da ich an allen drei Wagen simultan gearbeitet habe um Wartezeiten zu verkürzen fehlen hin-und-wieder Bilder in der chronologischen Folge ...  Bastler  Bastler  .. einfach nicht dran gedacht, vergessen. So auch vom Bau der beiden Säulenkrane, die jeweils rechts an den Schiebetüren stehen. Was da ist, zeige ich ... vom Anfang den "Stahl"-Rohbau ...


... vom Einbau ...

Wie beim großen Vorbild sind die beiden Krane manuell schwenkbar. Eine Schraube im Innern gibt der Konstruktion Stabilität.

... ebenso wie im Original können die "Katzen" auf der Traverse durch Hand verschoben werden.


Wenn das Zusammenpuzzlen der Seiten- und der Stirnwände mit dem Dach sorgfältig erfolgt kann die Hochzeit mit dem Fahrwerk ohne harckeln und zwängen erfolgen (Ich war über mich selber erstaunt, wie´s gepassssst hat ...  2 Daumen).

Das war´s eigentlich mit dem Rohbau "Energieversorgungswagen".

Nach dem Besuch in der Lackiererei (Wagenseitenwände in RAL 6007 Flaschengrün, Dach in RAL 7022 Umbragrau) ...


... kann der Rollout erfolgen ....










(wird fortgesetzt, mit Gerätewagen)
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von lok1414 am Mo 30 Jul 2018, 09:26

Der Gerätewagen
Der Gerätewagen basiert hinsichtlich seiner Grundkonstruktion auf dem Gbs-Wagen, welcher aus der Serienfertigung des Reichsbahnausbesserungswerkes "Einheit" Leipzig stammt, und wurde auch in Leipzig gebaut. Der Gerätewagen wurde ebenso in wie die 2-achsigen Einheitsgüterwagen in Ganzstahlbauweise hergestellt.

Abweichend von den Gbs-Wagen erhielten die beiden einteiligen Seitenwand-Schiebetüren Fensteröffnungen. Da der Gerätewagen unmittelbar hinter dem Energieversorgungswagen (Generatorwagen) läuft, in der Mitte des Hilfszuges, sind  beiden Seiten UIC-Übergangseinrichtungen mit einflügeligen Drehtüren und seitliche Schiebetüren mit je zwei Fenstern. Die Laufwerke entsprechen der Güterwagenbauart Gbs mit Doppelschakengehänge, Rollenlagern und einer Druckluftbremse der Bauart KE-1C. Eine Handbremse wird vom Wageninneren aus bedient. Lauf- und bremstechnisch ist, abweichend vom Aufenthaltswagen, nur eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h möglich. Der Wagen erhielt durchgehende Hauptluftbehälterleitung, Zugsammelschiene, Dampfheizleitung, Steuerleitungen für den Wendezugbetrieb und diverse Energieversorgungs- und Kommunikationsleitungen. Die 24 V Stromversorgung für Beleuchtung erfolgte aus der Batterie des Mannschaftswagens.

Der 12,5 m lange Innenraum ist für die Lagerung von Geräten, Ausrüstungsgegenständen, Schläuchen, Kabeln, Seilen und anderem Werkzeug vorgesehen. Dazu erhielten die Längswände unterschiedliche Regale, Lagerungen und Schränke. Unmittelbar neben den mittig angeordneten Schiebetüren, fanden das MFD-Hydraulikaggregat (Deutschlandgerät) zum Aufgleisen, die zugehörigen Heber und Hilfsfahrwerke zum Abschleppen von Eisenbahnfahrzeugen ihren Platz. Zum Aus- und Einladen der Technik verfügt der Wagen über einen Brückenkran mit elektrischer Laufkatze, der sich jeweils 0,9 m seitlich aus dem Wageninneren durch die Türöffnungen verschieben lässt. Der Kran hat eine Hubkraft von 5 kN.

Unter dem Wagen befinden sich an den beiden Wagenenden Gerätekästen, in denen verschiedene Geräte und Werkzeuge verstaut werden können. Am Längsträger sind je Wagenseite 9 Doppelhaken angeordnet. In diese können z. B. Seile eingehangen werden.

Der Gerätewagen wird von der Batterie des Aufenthaltswagens mit 24 V Gleichstrom versorgt. Die Einspeisung für die Licht- und Drehstromverbraucher erfolgt über durchgehende Versorgungsleitungen aus dem Energieversorgungswagen oder dem Ortsnetz. Die Wagen wurden, abgesehen vom Baumuster (1975) in den Jahren 1978 und 1979 gebaut.



Maßskizze und Raumaufteilung des Gerätewagens
I - Geräteraum; II - Schaltschrank; III - Abstellraum

1 - Handbremse; 2 - Regal; 3 - Steuerpult; 4 - MFD-Heber; 5 - Schlauchtrommel; 6 - Regal; 7 - Regal; 8 - Rollblock; 9 - Winde; 10 - Regal; 11 - Schrank; 12 - Ablage; 13 - Hängeschrank; 14 - Schrank; 15 - Heizung; 16 - Übergangseinrichtung; 17 - Brückenkran



Wie aus einem Gbs ein Gerätewagen wird ...
Der grundsätzliche Aufbau der Seitenwände ist ähnlich dem Energieversorgungswagen ...


... dito für die seitlichen Schiebetüren ...


Wesentliche Unterschiede sind beim "Innenausbau". So die beiden Krane mit ihrer ausschiebbaren Tragverse, jeweils nach rechts und/oder links ...






... wie auch beim Vorbild sind beim Modell die Traversen ausschiebbar ...


Die 5 t Kran-Katze besteht aus verschiedenen Evergreen-"Schnippseln" ...








Die Innenwände sind wieder analog zum Energieversorgungswagen ...




Eigentlich ist hiermit schon der Rohbau des Gerätewagens beendet. Mit dem Fahrwerk verbunden kann der erste Rollversuch erfolgen ...




Nach dem Besuch in der Lackiererei (Wagenseitenwände in RAL 6007 Flaschengrün, Dach in RAL 7022 Umbragrau) passt der Gerätewagen schon recht gut in den Zugverband  ...





(wird fortgesetzt, mit Aufenthaltswagen)
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von lok1414 am Mo 30 Jul 2018, 12:13

Der Aufenthaltswagen
Die Mannschaftswagen wurden zwischen 1977 und 1978 unter Verwendung brauchbarer Reisezugwagen der Gattung Bghw hergestellt. Dabei wurden die Wagenkästen, die Fahrwerke und die Bremsen der Spenderfahrzeuge beibehalten und aufgearbeitet. Der Wagen läuft auf Drehgestellen der Bauart Görlitz Vb mit 950 mm-Radsätzen und wird durch eine Druckluftbremsanlage der Einheitsbauart Knorr (KE-GP) gebremst. Für die einzubauende Wendezugsteuerung wurden alle Wagen des Hilfszuges mit einer Hauptluftbehälterleitung ausgerüstet. Die mechanische Handbremse wirkt auf ein Drehgestell. Die brems- und lauftechnisch zugelassene Höchstgeschwindigkeit wurde mit 120 km/h festgesetzt. Die Wagenkästen erhielten im Dachbereich Verstärkungen für einen zweiten großen Wassertank, besondere Wärmedämmung und Flettner-Lüfter über allen Räumen. In die Klappfenster der Umkleide- und Sanitärräume wurden teilweise satinierte Scheiben eingebaut. Der UIC-Übergang am Nichthandbremsende wurde verschlossen und durch ein rechteckiges Fenster ersetzt. An dieser Stirnwand installierte das ausführende Raw ein Dreilicht-Spitzensignal und Schlussleuchten für den vereinfachten Wendezugbetrieb bei geschobenem Hilfszug. Der dazu dienende Führerstand verfügt über Bremsventil, Signaleinrichtung, Befehlsgerät und Scheibenwischer. Manche Heimatdienstellen des Hilfszuges modifizierten diese Ausrüstung teilweise bis zur vollständigen Wendezugsteuerung mit Fahrschaltern und Überwachungsgeräten für Diesellokomotiven der damaligen Baureihen V100 und V 180.

Den gesamten Innenausbau des Mannschaftswagens gestaltete das Raw Potsdam zweckentsprechend neu. So schlossen sich an den Vorraum mit dem Führerstand eine Toilette und ein Abstellraum, ein Küchenabteil (mit Spüle, Kochgelegenheit, Kühlschrank) und ein großer Aufenthaltsraum für die Mannschaft an. Danach folgten ein Raum für den Hilfszugleiter, drei Umkleide- und Trockenräume und ein großer Waschraum. An diesem Wagenende, dem Handbremsende, behielt man den UIC-Übergang bei, um den Übergang in den Gerätewagen zu ermöglichen. In den drei Umkleide- und Trockenräumen waren ursprünglich Schränke für achtzehn Personen, Schuhablagen und Trockenvorrichtungen auf den Heizkörpern für nasse Arbeitskleidung eingebaut. Die Sitzbänke im Aufenthaltsraum und im Raum des Hilfszugleiters konnten als Schlafpritschen umgeklappt werden. Insgesamt entstanden so neun Liegemöglichkeiten.

Der Aufenthaltswagen verfügt neben der üblichen 24V-Elektroenergieversorgung aus der Wagenbatterie, über eine 220/380V (230/400V)-Drehstromanlage die aus dem Ortsnetz oder vom Stromerzeuger des Energieversorgungswagens gespeist werden kann. Die zwei, insgesamt 780 Amperestunden fassenden Wagenbatterien werden während der Fahrt von einem Drehstrom-Achsgenerator (4,5 kW) oder im Stand mit dem unter dem Wagen verbauten Ladegerät geladen oder gepuffert und versorgen auch die beiden anderen Wagen des Hilfszuges mit 24 V Gleichstrom.

Zwei 400-Liter Edelstahlbehälter im Dachbereich sicheren eine autarke Wasserversorgung. Warmwasser stand ursprünglich nur bei Betrieb des Drehstromnetzes aus Warmwasserbereitern zur Verfügung. Zur Beheizung des Wagens dienten entweder eine Niederdruckdampfheizung oder eine elektrische Heizanlage deren Heizkörper sowohl aus der Zugsammelschiene mit 1000 V, 16,33 Hz/50 Hz oder aus dem Drehstromnetz versorgt werden konnten. Die E-Heizanlage diente in den Wintermonaten auch dem Warmhalten des abgestellten Hilfszuges. Dabei war aber Fremdeinspeisung aus dem Ortsnetz erforderlich.



Maßskizze und Raumaufteilung des Aufenthaltswagens
I - Waschraum; II - Umkleide- und Trockenraum; III - Raum für Hilfszugleiter; IV - Aufenthaltsraum; V - Küche; VI - Toilette; VII - Abstellraum

1 - Schaltschrank; 2 - Geschirrschrank; 3 - Kühlschrank; 4 - Spülbecken; 5 - Hängeschrank; 6 - Tisch;
7 - Liegen; 8 - Klappsitz; 9 - Umkleideschrank; 10 - Aktenschrank; 11 - Waschbecken; 12 - Einbauschrank; 13 - Handbremse; 14 - Wendezugeinrichtung



Aus einem Reisezugwagen der Gattung Bghw wird ein Aufenthaltswagen
Der wesentliche Umbau beim Mannschaftswagen bzw. Aufenthaltswagen bezieht sich auf den einseitig und "neuen" Fahrstand ...


... die Ähnlichkeit zum Fahrstand des Generatorwagens kann nicht verleugnet werden ...





Das andere Wagenende erhält einen passenden Übergang ...


Die vorhandenen ???-Dachlüfter werden entfernt ...


.... über jedem Abteil wird die Einbaustelle für einen Wendler-Lüfter (8 x) markiert (hier sind die Wendler-Lüfter bereits montiert).



Genaues Hinsehen ist bei den unterschiedlichen Fensterbändern erforderlich ...




Eigentlich wollte ich zuerst auf die Inneneinbauten verzichten. Doch ein "Durchblick" nach dem Probezusammenbau hat mich dann eines besseren Belehrt. Ergo habe ich den Seitengang nachgebildet und so die Abteile nachgebildet ...




Damit ist der Rohbau des Mannschaftswagens eigentlich beendet. Farblich müssen nur die Wagenenden behandelt werden. Wenn auch die DR nicht immer die passenden RAL bzw. TGL-Farben zur Verfügung hatte, bei PIKO bzw. Prefo waren zu DER Zeit die richtigen Farben (Flaschengrün) vorhanden ...

(... der gezeigte falsche Farbton ist meine Schuld. merke: Moosgrün ist nicht Flaschengrün)


Wenige Tage später könnten die Wagen des Hilfszuges beim Verlassen der Schildermalerei abgelichtet werden, wo sie ihr Finish (Beschriftung, Warnanstrich) bekommen hatten ....

...der Generatorwagen ...






... der Gerätewagen ...





... der Mannschaftswagen ...






... mit dem Foto der zugeteilten Zuglok ...




...endet der Baubericht zum "Hilfszug der DR".
Fotos vom Einsatz werden sicherlich noch nachgereicht ...


>> Admin, bitte verschieben in "fertige BB"
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von maxl am Mo 30 Jul 2018, 12:25

Gratulation zu dieser feinen Arbeit, Wolfgang! Der Umbau und der Besitz solcher Unikate müssen dich mit großer Genugtuung erfüllen... Die gelben Krane sind ein ganz besonderer Hingucker. Auch das vorhandene Diorama gefällt mir sehr gut. Auf die Straße gehört der Hilfszug vermutlich nicht - oder wurde er auch bei der Straßenbahn eingesetzt? Gruß Michael (maxl)
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von lok1414 am Mo 30 Jul 2018, 12:34

@Michael: I.d.R. hatten Straßenbahn-Gesellschaften auch Hilfszüge, das ist richtig. Im besonderen die, die auch Überland fuhren wie hier unsere ehemalige Vorgebirgs-Bahn und die bekanntere Rheinufer-bahn.

Der o.a. Hilfszug DR war nur unterwegs zur bzw. von der Schildermalerei, die hatte nämlich auch einen Gleisanschluss (... man muß nur Phantasie haben ..... Pfeffer ... da ist man um keine Ausrede verlegen ...)
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von OldieAndi am Mo 30 Jul 2018, 23:59

Hallo Wolfgang,

ein interessanter und informativer Baubericht mit bestem Ergebnis! Cool
Offensichtlich waren diese Hilfszüge ein solcher Exportschlager, dass sie sogar bis in die Nähe von Dransdorf und Euskirchen gelangten. Wink

Schöne Grüße
Andreas
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von lok1414 am Di 31 Jul 2018, 14:35

Offensichtlich war die o.a V100 der Deutschen Reichsbahn unterwegs ins Aw um sich ihren Hilfszug abzuholen. Kurze Zeit später konnte das Gespann abgelichtet werden ...













@Michael: Bei den Hilfszügen der Straßenbahnen habe ich mich etwas unklar ausgedrückt. Ja, die Straßenbahn-Unternehmen hatten Hilfszüge. Doch die sahen jedoch völlig anders aus. Mal sehen ob ich kurzfristig einen aus dem bestehenden Fahrzeugmaterial der BDK (Bonn-Dransdorfer-Kleinbahn) zusammenstellen bzw. anfertigen kann.
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

Beitrag von lok1414 am Do 09 Aug 2018, 08:22

Für die verschiedensten Hilfs-Tätigkeiten wurden Drahtseile gebraucht. Verstaut wurden die Seile, in dem sie seitlich unterhalb der Wagenböden in Schäkel eingehängt wurden. Im diesem letzten Teil des BB werden die Wagen dahingehend ausgerüstet und vervollständigt.

Die Herstellung der Schäkel war bei der Hitze der letzten Tage genau die richtige Beschäftigung. 5 Schäkel sind an jeder Wagenseite zur Aufnahme der Drahtseile montiert ...







Wenn meine Zählungen anhand der vorliegenden Bilder richtig waren, werden 8 Drahtseile, je 2 an jeder Wagenseite, benötigt ...



Leider liegen mir keine genauen Maßskizzen für die Positionierung der Schäkel vor. Also bringt mich hier "Pi x Daumen" und abgeguckt von den Bildern in der Literatur einen Schritt weiter ...







... und dann waren da auch noch die Werkzeugkästen unter den Wagenböden. Ich hatte mir vor langer Zeit einmal (Ab-)Gußformen von Werkzeugkästen (o.ä. Gebilden) angefertigt. Jetzt kamen sie zum Einsatz ...








Als letzter Arbeitsschritt müssen noch die Werkzeugkästen farblich dem schwarzen Fahrzeugfahrgestell angepasst werden ... dann ist´s endlich geschafft !


Als letztes hier nun noch die Bilder des nun endgültig fertigen "Hilfszuges der DR" ...

... der Hilfszug




... die Wagen






... die beiden Fahrstände



>> Ende<<
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Re: Standardhilfszug der Deutschen Reichsbahn (DR), Epoche III

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