Der lustige Modellbauer
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Gm 39 Licher Bier

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Gm 39 Licher Bier

Beitrag von Heiko Landmann am So 08 Okt 2017, 23:27

Lieber Forumsmitglieder,
nach gut einjähriger Pause geht es mal wieder ans Werk.
Als alter Oberhesse (nicht Mittelhesse) bin ich vor einiger Zeit auf ein Modell eines Wagens der Licher Brauerei gestoßen, allerdings in der falschen Spurweite.
Die Recherche ergab, dass das Modell wohl nicht ganz dem Vorbild entprach. Den Thread habe ich euch hier mal angegeben:
Code:
http://www.spurnull-magazin.de/neuheiten/wagen/sondermodell-licher-bier-bastlerzentrale/
Weitere Recherche zeigte, dass es sich vermutlich nicht um den einfachen Gms 30 ("Bremen") handelte, sondern um das tschechische Modell, was am Bremserhaus durch Dachform und Querlattung und an den in den Endfeldern eingesetzten Feldverstärkungen erkennbar wird.
Von diesem Gms 39 gab es vor Jahren ein Modell von Vacek, das aber nur schwer erhältlich ist und auch nach Meinung vieler Modellbauer eher grob war. Exact-Train hatte ihn angekündigt, sich aber dann leider doch für die Standardversion des Gms 30 entschieden. Ist ja auch besser, im gleichen jahr vom gleichen Vorbild zwei Modelle von zwei verschiedenen Herstellern angeboten zu bekommen, als Brawa den Gms 30 zu überlassen und uns mit einem Gms 39 zu erfreuen! Pfanne

Was tun?
Mein Plan: Es gibt einen von der Formgebung her halbwegs brauchbares Modell des tschechischen Gm 39 von Roco, das allerdings kein Bremserhaus besitzt.
Code:
http://www.modellbahn-fokus.de/product/H0/Roco/gedeckte+G%C3%BCterwagen/4-1-0-002008-22982-0-de-3-3-2-0-0-1-0-0/index.html
Dem Rahmen geht der Ruf nach, vollkommen falsch zu sein und ein genauerer Blick zeigt, dass dem Rocisten tatsächlich das Sprengwerk fehlt.
Deshalb überlege ich, ihm das Fahrwerk des Piko Omm 39 zu verpassen.
Code:
https://www.google.de/search?q=95706+piko&source=lnms&tbm=isch&sa=X&ved=0ahUKEwiWqqnwk-LWAhXBJ5oKHf_zBuUQ_AUICigB&biw=1366&bih=659#imgrc=3FP34e7vRBOATM:
Ob ich einen sehr hübschen Om 93 von Tillig nur wegen des Bremserhauses und der Bremserbühne zerschnippeln werde, weiß ich noch nicht. Momentan geht mein Gedanke eher dahin, ein sehr ähnliches Modell eines Länderbahnwagens von Märklin umzubauen. Die Türen entfallen eh, die Bretterfugen zuspachteln, neue Querfugen eingravieren, das Fenster umbauen. Die Handläufe werde ich wohl aus Draht selber biegen.
Code:
https://www.google.de/search?biw=1366&bih=659&tbm=isch&sa=1&q=m%C3%A4rklin+46426&oq=m%C3%A4rklin+46426&gs_l=psy-ab.3...43484.49886.0.50193.20.18.0.0.0.0.187.1840.11j6.17.0....0...1.1.64.psy-ab..4.1.137...0j0i30k1j0i8i30k1j0i24k1.0.1_omphOErkk#imgrc=agUEHfbibZD0aM:
Die Threads eretze ich irgendwann durch eigene Bilder.
Wer gute Anregungen hat - ich freue mich darauf! scratch
Herzliche Grüße aus dem schönen Oberhessen
Heiko


Zuletzt von Glufamichel am Mo 09 Okt 2017, 05:24 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet (Grund : Direktlinks codiert.Uwe)
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Re: Gm 39 Licher Bier

Beitrag von Glufamichel am Mo 09 Okt 2017, 05:25

Hallo Heiko, externe Links bitte immer codieren. Gruss Uwe

Aber eine interessante Baustelle. Bin dabei... Cool
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Re: Gm 39 Licher Bier

Beitrag von maxl am Mo 09 Okt 2017, 15:43

Desgleichen! Winker 2 Gruß Michael (maxl)
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Re: Gm 39 Licher Bier

Beitrag von steef derosas am Mi 11 Okt 2017, 09:21

Die alte kesselwagen haben mir immer gereitzt. Viel spass dabei

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Re: Gm 39 Licher Bier

Beitrag von Heiko Landmann am So 22 Okt 2017, 19:50

Lieber Uwe, lieber Michael,
entschuldigt, dachte, ich hätte es diesmal richtig gemacht, hat aber irgendwie nicht geklappt. Dachte das geht mit dem Icon "Einen link einfügen". Ist das falsch?
Herzliche Grüße und besten Dank für die Arbeit.
Heiko
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Re: Gm 39 Licher Bier

Beitrag von Heiko Landmann am Sa 23 Dez 2017, 00:28

So nun geht es an den Bericht:

Um euer Geld zu sparen, vorab ein paar Bemerkungen zu den Roco Gm 39.
1. Es gibt, wie so oft bei Roco, verschiedene Varianten:
a) Roco International (4310) und
b) Roco (mittelneu) (46042)
Zwischen beiden gibt es konstruktive Unterschiede.
Äußerlich sind Aufbau, Fahrwerk und Dach identisch, sieht man von den veränderten Kupplungsarten ab.
Die Verbindung von Fahrwerk und Aufbau unterscheidet sich allerdings deutlich.
1. Die Dächer sind unverändert aufgeklipst und lassen sich leicht nach oben abziehen.
2. Während der ältere 4310 mittels der Kupplung haltenden Schrauben Fahrwerk und Aufbau miteinander verbindet, geschieht dies beim 46062 durch Rastnasen, deren unsachgemäße Behandlung nicht nur zum Abbrechen der Rastnasen, sondern auch von Aufbauteilen führen kann. Die pro Seite jeweils zwei Rastnasen sind vom Wagenboden her z.B. mit einem Schraubenzieher zu öffnen und befinden sich am Stirnende des Wagens.
3.    Der ältere 4310 gibt nun sein Beschwerungsgewicht in Form der klassischen Metallplatte frei, während im 46042 ein fest mit dem Wagenboden verspritztes/verklebtes Kunststoffgewicht erkennbar wird, das sich nicht ohne Bruch aus dem Wagen nehmen lässt.

   

4. Bei der Aufsetzprobe des Aufbaus auf das Piko-Fahrwerk zeigt sich, dass das Fahrwerk nicht am Boden des Aufbaus aufsitzen kann, da es nicht maßig mit den Erhebungen am Stirnende des Aufbaus ist. Insofern gibt es den einfachen Weg, den 4310 zu kaufen oder aber den Höhenunterschied auszugleichen.
Weitere Arbeiten vor dem Lackieren s. 3.2!

Die Stirnwände müssen dem Original angepasst werden, da sie nicht durchgelattet, sondern in der Rundung verblecht waren. BEVOR ich mit der Uhrmachersäge die Rundung abgesägt habe, habe ich aus einer Polystyrolplatte eine Innenwandung eingezogen, die Rundung der Stirnwand übertragen und dann so viele neue Rundungsplatten aus Polystyrol herausgetrennt, bis die neue Rundung plan zur Lattung der restlichen Stirnwand war. Nun muss noch die Führung im Dach reduziert werden, damit das Dach plan aufsitzt.



Nun habe ich den nicht in durchgefärbten, sondern lackiertem Kunststoff hergestellten Aufbau seiner Tamponbedruckung außer des Anschriftenfeldes beraubt, das Anschriftenfeld, das mir gefiel, abgeklebt und den gesamten Wagenkasten zusammen mit dem Bremserhaus hochglänzend in Grüngelb (etwa 3 Teile Mittelgrün, 1 Teil Gelb, ½ Teil Rot) lackiert.



2. Im nächsten Schritt geht es um die Kombination des Fahrwerks des Piko Omm 39, Artnr. 95706, mit dem Aufbau des Rocisten.
Das Pikofahrwerk ist das deutlich modernere, hat aber den Nachteil, dass es ca. 2mm kürzer und der untere Teil der Längsträger im Maß von linker zu rechter Wagenseite ca. 1 mm schmaler ist als der Aufbau des Rocisten. Da aber ein Teil des Roco-Rahmens für das Bremserhaus angeschuht werden muss, stellt zumindest die Fahrwerkslänge des Pikowagens kein wirkliches Problem dar. Ich habe mich aus optischen Gründen (Position der Radsätze bei der Seitenansicht) dazu entschieden, das Pikofahrwerk auf der einen Wagenseite des Rocoaufbaus bündig anzusetzen und mittig unter den Aufbau zu setzen.



2.1 Hierzu habe ich zunächst die Originalpufferbohle vom Fahrwerk mit einer Uhrmachersäge entfernt und dann den Längenunterschied auf der einen Wagenseite mit mit Faller Contacta verklebten Polystyrolstreifen (insges. 3mm) ausgeglichen. Nach dem Aushärten des Klebers habe ich die Polystyrolstreifen der Fahrwerksrahmenform entsprechend mit der Miniflex verschliffen. Die Kombination aus Klebstoff und durch die Schleifhitze eingetretene Verschweißug des Polystyrols sollte reichen, um später den Wagen auch in einen Zugverband einstellen zu können, ohne dass die Zugkräfte das Fahrgestell auseinanderreißen.

  

2.2 Ich habe dann das Maß für den anzuschuhenden Fahrwerksteil aufgenommen (1,25mm Längendifferenz zzgl. 8,25mm Breite Bremserhaus) und dieses Maß von einem Fahrgestell eines Märklin 2857 (Kesselwagen „Zeller&Gmelin“) aus der Bastelkiste abgetrennt. Das Bremserhaus steuert ein ebenfalls aus der Bastelkiste stammender Märklin 46426 bei (s. 3.).



2.3 Bevor die Kurzkupplungskulisse von Gützold eingeklebt wurde, habe ich auf der Bremserhausseite eine zusätzliche Polystyrolplatte in das Fahrgestell eingeklebt, um der gesamten Konstruktion mehr Stabilität zu geben. Danach die Kuupplungskulissen ausrichten und einkleben.
2.4 Da dem Piko- wie dem Rocowagen die Aufstiegsbretter fehlen, habe ich diejenigen von einem Roco-G10 aus der Bastelkiste eines Freundes gemopst und in den Rahmen des Omm 39 eingesetzt. Die Halter sind mit Faller Expert eingesetzt und danach mit Uhu Hart verfestigt worden.



3. Das Bremserhaus
3.1 Arbeiten am Bremserhaus
Hier gibt es zwei Möglichkeiten:
1. man nimmt aus der Bastelkiste das ähnliche Bremserhaus eines Länderbahnkesselwagens von Märklin, z.B. 46426 oder
2. ruiniert einen Tillig Om 93, z.B. 76695, der über das exakte Bremserhaus verfügt.
Ich habe mich aus Kostengründen für Variante 1 entschieden.
Das hat zur Folge, dass das Bremserhaus umgestaltet werden muss. Am auffälligsten ist sicherlich die nicht senkrecht (Märklin 46426), sondern waagerecht (Original) verlaufende Lattung. Ich habe die alten Nuten weggefräst und dann mit einem feinen Cutter neu eingeschnitten. Die Nuten habe ich mit einem sehr feinen Schraubenzieher nachgezogen.
Im nächsten Schritt müssen noch die Türen aus dem Bremserhaus herausgeschnitten werden, da die beim Original ausgebaut waren, und am Dach leichte Aussparungen für die Stützstreben des Wagenkastens entfernt werden.



Wer mag, kann noch versuchen, die Fenstergröße und –Position dem Original anzupassen. Bei mir hat es aufgrund vieler Beschwerden bei den Rangieren in Oberhessen einen Umbau im Bww gegeben, bei dem das Fenster vergrößert und umgesetzt worden war.
Danach in einem Durchgang mit dem fertig angepassten Wagenkasten lackieren (s.o.)

3.2 Arbeiten am Wagenkasten (Aufbau)
Auf der Seite, an der das Bremserhaus ansitzt (die, von der die Schiebetür weg geöffnet wird), müssen vorsichtig mit Skalpell oder Miniflex die alten Bremserhandgriffe und –tritte entfernt werden. Die Lattung habe ich wieder mit sehr feinem Cutter und Schrauberzieher neu eingezogen.
Dort, wo das Bremserhaus anliegt, muss der untere Teil der Stahlversstärkungen an die Bedürfnisse der nicht ganz vorbildgerechten, angeschuhten Bremserbühne angepasst werden.
Die Öffnungen des Gitters in den Ladeluken habe ich mit einem wasserfesten Folienstift und silbernem Bastel-Edding nachgearbeitet, damit sie nicht grün bleiben. Aus optischen Gründen habe ich auch die Handläufe am Wagenkasten schwarz nachgezogen.

4. Dach
Die Fixierungen des Daches müssen den Umbauten der Stirnwände angepasst werden.
Danach habe ich das Dach an seinen Stirnenden dünner geschliffen und in einem Aluminiumgrauton neu lackiert, auch um die Spuren der Flex zu beseitigen.

5. Nassschiebebilder
Die Nassschiebebilder für den Rahmen und en Wagenkasten habe ich von Hartmann Original anfertigen lassen und mit Mr. Mark Setter und Mr. Mark Softer aufgebracht.
Ich habe das alte Anschriftenfeld stehen gelassen und die Aufschrift „Nur für Düngemittel“ mit einem schwarzen Edding übermalt.

So sieht er dann am Ende aus - ich mag ihn!



Vielleicht trage ich noch ganz leicht Bremsstaub auf die Bremsanlage, meht aber nicht an Alterungsspuren, da der Wagen auf dem Vorbildfoto auch frisch hergerichtet zu sein scheint. Da haben die Licher eben viel geputzt!
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Re: Gm 39 Licher Bier

Beitrag von Glufamichel am Sa 23 Dez 2017, 07:26

Gratuliere zur Indienststellung Heiko. Dein gebremster Bierwagen gefällt mir Cool saubere Arbeit
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Re: Gm 39 Licher Bier

Beitrag von didibuch am Sa 23 Dez 2017, 11:49

Hallo Heiko,

ein sehr schöner Umbau. Er sieht gut aus, dein Bierwagen.

Viele Grüße
Dieter
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Re: Gm 39 Licher Bier

Beitrag von lok1414 am Mo 25 Dez 2017, 13:22

Läuft nicht solch ein Wagen bei den Hanauer Eisenbahnern mit im Museumszug (Zuglok ´ne 50er Reko und eine Reihe DB und DR Umbau-/Reko-Wagen)?
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Re: Gm 39 Licher Bier

Beitrag von Heiko Landmann am Di 23 Jan 2018, 20:01

Hallo Wolfgang,
nicht in Hanau, wie ich aber mittlerweile mitbekommen habe in Frankfurt, jetzt aber als Binding-Wagen.
Herzliche Grüße
Heiko
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Re: Gm 39 Licher Bier

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